Fahrrad-Reisen – Offenbarung oder Zeitverschwendung?

Ein Fakten-Check für Mythen rund um das Verreisen mit dem Fahrrad

Fahrrad-Reisen - Offenbarung oder Zeitverschwendung?

In den Urlaubstagen verreisen deutsche rekordverdächtig viel. In Zeiten von Ryan Air und anderen Billigfluggesellschaften wird das Verreisen noch einfacher und erschwinglicher, was diesen Reiseboom noch weiter wachsen lässt. Wie genau man um die Welt reist, ist aber trotzdem immer ein heiß diskutiertes Thema. Die meisten Deutschen wollen in ihren Ferien einfach nur abschalten und sich von der Arbeit und dem Alltag erholen. Wenn du eher zu der aktiveren Sorte von Reisenden gehörst, bieten sich viele Möglichkeiten die Welt und die verschiedenen Kulturen kennenzulernen. Dank des Fortschritts der Technik ist mit den Fahrrad-Reisen in den letzten Jahren eine weitere Möglichkeit dazu gekommen, die es erlaubt den bereisten Ländern und den dortigen Kulturen besonders nahe zu kommen.

Für die meisten Reisenden überwiegen allerdings die negativen Argumente, welche einem bei dem Gedanken an eine Fahrrad-Reise vorschweben. Es ist anstrengend, dreckig, gefährlich, ineffizient und reine Zeitverschwendung, wenn man bedenkt, dass man mit einem Auto innerhalb eines Tages die Strecke von einer kompletten Woche auf dem Fahrrad zurücklegen kann. In diesem Artikel gehe ich auf jeden dieser Punkte einzeln ein und werde meine Erfahrungen einer 4-monatigen Fahrrad-Reise durch Süd-Ost Asien teilen.

Fahrrad-Reisen sind anstrengend

Ohne Frage, Fahrradfahren ist anstrengender als Bus fahren, Auto fahren oder Motorrad fahren. Ist Bus, Auto oder Motorrad fahren deswegen besser, um ein Land kennenzulernen? Definitiv nein. Die Freiheit, die mit dem Reisen auf einem Fahrrad kommt, überwiegt die Anstrengung. Da man nicht auf Abfahrtzeiten, Straßen, Tankstellen und Parkplätze angewiesen ist, kann man sich seine Route komplett frei auswählen und jederzeit pausieren, um sich zu erholen. Wenn man müde wird, macht man eine Pause, wenn man einen Tag Pause benötigt, kann man sein Fahrrad mit in den Zug nehmen. Je länger die Reise ist, umso einfacher wird das Fahrradfahren und umso sportlicher wird man. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man nach nur wenigen Wochen schon eine bemerkenswerte Physis aufbaut, die das Radeln einfacher und angenehmer macht.

Fahrrad-Reisen sind dreckig

Als Fahrrad-Reisender lebt man theoretisch auf der Straße. Man verbringt den Großteil des Tages draußen und ist mit Staub von Schotterstraßen und Dreck auf der Straße in Kontakt. Tägliche Duschen kann man nicht erwarten und fließend Wasser ist während der Fahrt offensichtlich nicht gegeben. Sollte man deswegen von einer Fahrrad-Reise absehen? Keines Wegs. Man lernt die sanitäre Infrastruktur zu schätzen und man hat eine komplett neue Perspektive auf die persönliche Hygiene. Auch wenn man physisch gesehen „dreckiger“ als im normalen Alltag ist, reinigt man sich mit einer Fahrrad-Reise von innen. Nach mehreren Stunden auf dem Rad findet man inneren Frieden und hat Zeit mit seinen Gedanken zu spielen und über Dinge nachzudenken, die man im hektische Alltag gerne verdrängt oder vegisst.

Fahrrad-Reisen sind gefährlich

Da man als Fahrradfahrer in die gefährdetste Verkehrsteilnehmerkategorie gehört, gibt es natürlich immer ein gewisses Risiko. Wenn man außerhalb von Städten ist, sind Fahrradwege Mangelware und Autos und LKWs fahren gefährlich nah an einem vorbei. Mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung sind Risiken aber leicht zu minimieren. Fahrradhelm, Reflektoren, helle Lichter und eine „Platzhalterfahne“, welche hinten am Rad befestigt ist, kann man anderen Verkehrsteilnehmern signalisieren, dass man genügend Platz braucht.

Fahrrad-Reisen sind ineffizient

Offensichtlich ist man mit dem Fahrrad langsamer als mit motorisierten Fahrzeugen. Die Tatsache, dass man jederzeit Rast machen kann und nicht auf Straßen angewiesen ist, erlauben aber eine Nähe zu den Einheimischen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Autos unmöglich zu erreichen ist. Da eine Reise kein Rennen ist, sondern eine Erfahrung darstellt, bei der man ein fremdes Land und eine fremde Kultur kennenlernen möchte, ist Fahrradfahren als Hauptreisemittel deutlich effektiver als die Nutzung von Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wer gerne über dieses Thema diskutieren möchte, kann mir in meiner Serie über die 4-monatige Fahrrad-Reise durch Süd-Ost Asien gerne einen Kommentar dalassen. Die komplette Serie ist auf der Seite der-begeisterte.com hier zu finden.

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