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Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt

Mögliche Ursachen für Unfruchtbarkeit

Fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren in Deutschland ist ungewollt kinderlos. [*1] Stellt sich eine Schwangerschaft nach zwölf Monaten trotz regelmäßigen Verkehrs nicht ein, können verschiedene Ursachen dafür verantwortlich sein. Sind diese bekannt, wird meist schnell eine Behandlungsmöglichkeit gefunden. Die AOK Hessen klärt über die häufigsten Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit auf.

Erste Anlaufstelle bei unerfülltem Kinderwunsch ist die gynäkologische Praxis. Hier werden mit Hilfe der ärztlichen Beratung die weiteren Schritte besprochen. Unter Umständen wird eine Empfehlung zur Behandlung im Kinderwunschzentrum ausgesprochen.

Die Gründe für eine Kinderlosigkeit trotz Bemühungen können sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegen. Um diese eindeutig zu klären, sollten sich beide Partner untersuchen lassen.
Nach der ärztlichen Behandlung wird das Paar über das mögliche weitere Vorgehen informiert und kann abwägen, ob eine künstliche Befruchtung infrage kommt.

Während beim Mann die häufigste Ursache eine verminderte Spermienproduktion oder -qualität ist, sind die möglichen Gründe auf der Seite der Partnerin vielfältiger.

Eine der häufigsten Ursachen für eine Fruchtbarkeitsstörung ist Endometriose. Vor allem während der Menstruation äußert sich diese Erkrankung durch starke Schmerzen. Sogenannte Endometrioseherde, also Gewebe, welches während der Regelblutung nicht abgestoßen wird, können eine Befruchtung verhindern. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das überschüssige Gewebe operativ zu entfernen.

Verklebungen oder ein Verschluss der Eileiter sind bei fast einem Drittel der Frauen der Grund für die Unfruchtbarkeit. Diese sind meist bedingt durch Eileiterschwangerschaften, Operationen, Entzündungen oder auch Endometriose.

Auch gutartige Tumore in der Gebärmutter (Myome) oder Zysten können ursächlich für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein.

Eine weitere Möglichkeit für verminderte Fruchtbarkeit sind Hormonstörungen. Diese können durch schwankendes sowie starkes Über- oder Untergewicht oder auch Fehlfunktionen der Schilddrüse verursacht werden.

Nicht unterschätzen sollten Kinderwunschpaare den Einfluss starker psychischer oder körperlicher Belastungen auf den Hormonhaushalt. Gegebenenfalls können Medikamente helfen, diesen wieder zu normalisieren.
Ob eine Hormonbehandlung infrage kommt oder eine andere Methode sinnvoll ist, variiert von Paar zu Paar.

Verfahren der künstlichen Befruchtung
Unter dem Hauptbegriff der künstlichen Befruchtung werden unterschiedliche Verfahren zusammengefasst. Für Paare, bei denen der Mann Fruchtbarkeitsprobleme hat, kann sich die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion eignen. Hierbei wird eine einzelne männliche Samenzelle in die Eizelle der Frau injiziert.

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) hingegen werden Eizelle und Samenzelle mit einer Nährflüssigkeit außerhalb des Körpers zusammengebracht und die befruchtete Eizelle anschließend wieder in den Körper der Frau eingesetzt.

Ein drittes und gleichzeitig das älteste Verfahren ist die intrauterine Insemination (IUI). Dabei werden die Spermien direkt in die Gebärmutter eingebracht, um ihnen den Weg durch die Eileiter zu ersparen. Dieses Verfahren wird unter anderem angewendet, wenn es ein Problem mit der Beweglichkeit der Spermien gibt.

*1 https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/schwangerschaft-und-kinderwunsch/ungewollte-kinderlosigkeit/hilfe-und-unterstuetzung-bei-ungewollter-kinderlosigkeit/76012 (zuletzt aufgerufen am 19.09.2018)

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Das Immunsystem regulieren: So wirken Immunsuppressiva

Bei manchen Krankheitsbildern greift das Immunsystem körpereigene Zellen an. Bestimmte Medikamente können das Immunsystem unterdrücken, um den Körper zu schützen. Dies bleibt allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. Die AOK Hessen klärt auf, in welchen Anwendungsgebieten Immunsuppressiva zum Einsatz kommen.

Immunsuppressiva helfen, das körpereigene Immunsystem zu regulieren. Sie kommen zum Einsatz, wenn das Immunsystem dem Körper schadet, anstatt ihn vor Krankheitserregern zu schützen. Das ist beispielsweise bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma und Zöliakie sowie bei Allergien der Fall. Diese Krankheiten sind noch nicht heilbar, mit der passenden Therapie ist es allerdings möglich, die negativen Wirkungen des Immunsystems auf den Körper einzuschränken.

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Organtransplantationen. Nach der Transplantation wehrt sich der Körper zunächst gegen das neue Organ. Immunsuppressive Medikamente verhindern, dass der Körper das fremde Organ abstößt. Unmittelbar nach der Transplantation beginnt eine hochdosierte Induktionstherapie. Innerhalb der folgenden Wochen werden Dosierung und Anzahl der Medikamente heruntergefahren. Die Erhaltungstherapie muss nach einer Transplantation allerdings in der Regel lebenslang fortgeführt werden.

Eines der bekanntesten immunsuppressiven Medikamente ist Kortison. Der Wirkstoff simuliert ein körpereigenes Hormon und kann so in den Stoffwechsel der meisten Körperzellen eingreifen. Andere Medikamente dagegen sind künstlich hergestellte Antikörper.

Nebenwirkungen
Die Medikamente unterdrücken nicht nur körpereigene Abwehrreaktionen, sondern schwächen das gesamte Immunsystem. Somit vermindern sie auch den Schutz vor äußeren Krankheitserregern. Bei einer Therapie mit Immunsuppressiva müssen deshalb Nutzen und mögliche Nebenwirkungen genau abgewogen werden. Wichtig ist eine enge Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin.

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Hebammenrufbereitschaft

Verlässliche Begleitung in der Schwangerschaft

Eine freiberufliche Hebamme ist durch ihre beratende Tätigkeit eine große Unterstützung während der Schwangerschaft. Wer die eigene Hebamme auch bei der Geburt dabeihaben möchte, kann Hebammenrufbereitschaft beantragen.

Im Rahmen der Hebammenrufbereitschaft ist die persönliche Hebamme sofort zur Stelle, wenn die Geburt losgeht. Die Bedingungen werden mit der Hebamme vereinbart und vertraglich festgehalten. Wichtig ist, dass die Rufbereitschaft eine 24-stündige Erreichbarkeit in den letzten drei Wochen vor sowie zwei Wochen nach dem errechneten Termin beinhaltet.

Weitere Punkte sollten individuell vor der Geburt geklärt werden. Zum Beispiel darf die freiberufliche Hebamme meist nur in bestimmten Kliniken oder Geburtshäusern entbinden. Auch eine Hausgeburt ist möglich. Die meisten Hebammen haben bereits Erfahrung mit der Rufbereitschaft und können Fragen der werdenden Eltern beantworten.

Die Kosten für die Hebammenrufbereitschaft sind nicht Bestandteil des Krankenkassenkatalogs, werden aber von manchen Kassen übernommen. Für eine Kostenübernahme zum Beispiel bei der AOK Hessen müssen Vertrag und Rechnung sowie ein Zahlungsnachweis eingereicht werden. Bei Fragen steht die AOK Hessen gern zur Verfügung.

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Zucker und Fett schaden dem Herzen

Ernährungsgewohnheiten unter der Lupe

Nach neuesten Erkenntnissen verursacht eine zucker- und fetthaltige Ernährung nicht nur Übergewicht und Diabetes, sondern erhöht auch das Herzinfarktrisiko. Die zugeführte Tagesmenge an Fett sollte laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Erwachsenen zwischen 60 und 80 Gramm liegen. Die Tagesmenge an Zucker unter 50 Gramm. Ann-Kathrin Krämer, Ernährungsberaterin bei der AOK Hessen, gibt im Interview Infos und Tipps zu einer herzgesunden Ernährung.

Frau Krämer, inwieweit hängen Zucker und Fett mit der Herzgesundheit zusammen?
AK: Ernährungsfehler können unsere Herzgesundheit in Gefahr bringen. Zwar sind Zucker und Fett grundsätzlich lebensnotwendig für den menschlichen Organismus, da sie Energie für viele Vorgänge im Körper liefern. Zu viel davon fördern jedoch Gewichtszunahmen. Mit zunehmendem Gewicht steigt auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Starkes Übergewicht führt langfristig zu Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz und damit zu Diabetes mellitus Typ 2. Beides sind Risikofaktoren für einen Herzinfarkt.

Gibt es eine besondere Risikogruppe für einen Herzinfarkt?
AK: Menschen, die sich nicht bewegen und hauptsächlich von zuckersüßen und fettreichen Speisen ernähren, haben das höchste Risiko, ein metabolisches Syndrom, auch „tödliches Quartett“ genannt, zu entwickeln. Damit ist das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome bzw. Krankheitsbilder gemeint: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und eine gestörte Zuckerverwertung im Körper. Diese erhöhen das Risiko für Diabetes und Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), die Hauptursache für Herzinfarkt.

Worauf sollte ich achten, wenn ich meinen Zucker- und Fettkonsum reduzieren möchte?
AK: Viele Lebensmittel enthalten Fette und Zucker, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind: zum Beispiel Fleisch, Wurst, Käse und Milcherzeugnisse, Gebäck, Süßwaren, Fast Food und Fertigprodukte. Gerade Fertigprodukten wird oft viel Zucker zugesetzt, daher lohnt sich immer ein Blick auf die Zutatenliste! Zucker versteckt sich auch hinter Begriffen, die auf „-ose“ enden: Fruktose, Glukose, Dextrose, Laktose, Saccharose, Raffinose usw.

Wie wirkt sich der Konsum von Fetten auf das Herzinfarktrisiko aus?
AK: Bei zu hohem Fettkonsum steigen die Blutfette (Triglyceride und Cholesterin) an, der Blutfettstoffwechsel wird gestört. Gerät dieser aus dem Gleichgewicht, wird vermehrt LDL-Cholesterin im Blut transportiert. Das ist der Cholesterin-Anteil, der als hauptverantwortlich für Krankheiten wie Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall gilt. Denn das Cholesterin kann sich in den Blutgefäßen ablagern und dazu führen, dass sich die Blutgefäße verschließen. Passiert das in Blutgefäßen, die Herz und Gehirn mit Sauerstoff versorgen, entwickelt sich ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.

Wie kann man mithilfe von Ernährung einem Herzinfarkt vorbeugen?
AK: Eine herzgesunde Ernährung klappt am besten mit einer fettarmen, ballaststoffreichen und vitaminreichen Kost. Gesund ist ein hoher Anteil an pflanzlicher Nahrung wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Salat, Olivenöl statt Butter, Sahne und anderen tierischen Fetten, eher Fisch als Fleisch. Entscheidend ist, sich nicht einseitig, sondern ausgewogen zu ernähren. Dabei sollte die richtige Balance zwischen zucker- und fettreichen Speisen und fettarmen Lebensmitteln gefunden werden.

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Sicher durch die Schwangerschaft

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorge gibt Sicherheit. Bei einer Schwangerschaft sind regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitschecks unverzichtbar. Gynäkologen sind in dieser Zeit die wichtigsten Partner für alle medizinischen Kontrollen. Denn um sicherzugehen, dass es Mutter und Kind gut geht, wird die Schwangerschaft von ihnen überwacht und dokumentiert. Die AOK Hessen erklärt werdenden Eltern, welche Vorsorgeuntersuchungen von den Krankenkassen übernommen werden.

Zu Erstuntersuchung in einer Schwangerschaft gehört grundsätzlich ein ausführlicher Gesundheitscheck inklusive der gynäkologischen Untersuchung. Zusätzlich wird auf Chlamydien (Bakterien) getestet, um das Risiko einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Und schließlich wird das Gewicht festgestellt sowie der Blutdruck gemessen. Auch Urin und Blut werden auf mögliche Auffälligkeiten untersucht. Ein besonderer Moment ist für viele werdende Eltern die erste Herztonmessung des Babys. All diese Informationen und Daten werden im Mutterpass dokumentiert. Den Mutterpass sollten Schwangere immer bei sich tragen, damit im Notfall alle wichtigen Fakten vorliegen.

Während der drei Phasen einer Schwangerschaft, den sogenannten Trimestern, finden die Vorsorgeuntersuchungen zunächst alle vier Wochen statt.

Insgesamt kommen so zehn bis zwölf Termine für die ärztlichen Untersuchungen zustande. Dazu gehören zum Beispiel Blutdruck- und Gewichtskontrolle, ein Bluttest, um einen möglichen Schwangerschaftsdiabetes festzustellen, drei Ultraschalltests sowie die gynäkologische Untersuchung, bei der die Gebärmutter abgetastet wird. Zusätzlich wird kontrolliert, ob das Baby richtig im Bauch liegt. Ab der 32. Schwangerschaftswoche, also wenn der Geburtstermin langsam näher rückt, finden die Vorsorgetermine alle zwei Wochen statt. Die Kosten dafür tragen die Krankenkassen.

Die Ultraschalluntersuchungen – Kindesentwicklung im Fokus
Ultraschalluntersuchungen, auch Ultraschall-Screenings genannt, sind in der Schwangerschaft sehr wichtig. Pro Trimester wird eine Untersuchung durchgeführt. Der Ultraschall gibt viele grundlegende Informationen über die Entwicklung des Babys und der Schwangerschaft. Frühzeitig kann dadurch zum Beispiel eine Mehrlingsschwangerschaft erkannt werden. Mit dem Ultraschall-Screening bestimmen die Frauenärzte das genaue Alter des Kindes sowie seine Körpermaße und den Kopfumfang. Durch die Altersbestimmung kann der Geburtstermin recht genau vorhergesagt werden. Es wird außerdem geprüft, ob die Menge deines Fruchtwassers stimmt und ob die Plazenta (Mutterkuchen) und das Kind richtig liegen.

Die Mundgesundheit – Zahnpflege in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft verändert sich oftmals die Zahnsubstanz, und der Speichelfluss wird stärker. Dadurch kann es vermehrt zu Zahnfleischentzündungen oder Karies kommen. Damit alle Zähne schön und gesund bleiben, empfehlen Frauenärzte und Hebammen, mindestens zwei Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt pro Schwangerschaft wahrzunehmen.

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Krebstherapien: Neue Verfahren lassen Betroffene hoffen

Die Diagnose Krebs ist für die meisten zunächst ein großer Schock. Aber: die Krebsforschung hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Mittlerweile sind viele Krebserkrankungen zu chronischen Erkrankungen geworden; das heißt, sie schränken die Lebenserwartung aufgrund effektiver Therapien kaum ein. Andere sind sogar gänzlich heilbar. „Vor 1980 starben mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Erkrankung. Heute kann mehr als die Hälfte auf eine dauerhafte Heilung hoffen“, sagt Dr. Angela Smith, die Leiterin des Medizinischen Kompetenz-Centers der AOK Hessen.

Neue Diagnose- und Therapieverfahren in der Krebsmedizin geben den Anlass zur Hoffnung. Ein Schlagwort, das in letzter Zeit häufig zu hören ist, lautet „Präzisionsmedizin“. Dabei sollen die Krebsmedikamente nicht auf das gesunde Gewebe, sondern tatsächlich nur auf die bösartige Neubildung einwirken. „Krebsforschern fiel es lange Zeit schwer, den Stoffwechsel von Tumorzellen zu verstehen und den Krebs gezielt zu bekämpfen. Deshalb kamen und kommen Therapieverfahren zum Einsatz, die zwar das Krebsgewebe zerstören, aber eben auch Schaden an gesundem Gewebe anrichten“, erklärt Dr. Smith. Das gilt für Operationen und Bestrahlungen ebenso wie für Chemotherapien, unter deren Nebenwirkungen Patientinnen und Patienten häufig über die Therapiedauer hinaus leiden. Krebsforschern gelingt es aber in zunehmendem Maße, die molekularen Eigenschaften der unterschiedlichen Tumoren besser zu diagnostizieren und entsprechend individuelle Therapieformen zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist die exakte Diagnose auf Grundlage von Gen-Tests.

Das Wachstum des Tumors behindern
Beispiele für die neuen, zielgerichteten Medikamente sind etwa Tyrosinkinasehemmer, die über eine Enzymhemmung in der Tumorzelle deren Wachstum behindern sollen. „Diese Medikamente wirken aber nur bei ganz bestimmten genetischen Tumor-Eigenschaften, wie etwa manchmal beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom oder beim Schilddrüsen- oder Nierenzellkrebs, um nur einige Beispiele zu nennen. Leider funktionieren viele der Mittel mitunter nur vorübergehend, weil sich der Stoffwechsel der Krebszellen durch Mutation immer wieder verändern kann“, sagt Angela Smith. Sie rät Betroffenen, das Gespräch mit dem behandelnden Onkologen darüber zu suchen, ob eine solche Behandlung in Frage kommt. Bei der Entscheidung für oder gegen eine zielgerichtete Krebstherapie geht es auch immer um eine Abwägung des möglichen Nutzens gegen eventuelle Nebenwirkungen. Das gilt insbesondere dann, wenn das Medikament für eine bestimmte Krebsart noch keine Zulassung hat. In diesem Fall ist nämlich über die medizinische Entscheidung hinaus auch die Kostenfrage zu klären.

Immuntherapie: Die eigenen Ressourcen nutzen
Eine zweite große Gruppe neuer Arzneimittel mobilisiert die körpereigene Abwehr des Krebspatienten. Denn eigentlich wäre es ja so einfach: Das Immunsystem erkennt, wie bei einer Virusinfektion, die unerwünschten Zellen als gefährlich und schaltet sie aus. Das Problem dabei ist, dass Krebszellen sehr trickreich sind und es schaffen, die Immunabwehr des Körpers zu umgehen. So genannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren führen dazu, dass das körpereigene Immunsystem den Krebs wieder erkennen und zerstören kann. Bei vielen Patienten mit einem metastasierten schwarzen Hautkrebs konnte diese Medikamentengruppe zumindest vorübergehend gute Erfolge zeigen. Die neueste wissenschaftliche Errungenschaft sind so genannte CAR-T-Zellen: Bei Kindern und Jugendlichen, die unter einer akuten lymphatischen Leukämie leiden und denen die bisherigen Therapien – inklusive Stammzelltherapie – nicht helfen konnten, scheint diese Behandlungsoption mit einer Heilungsquote von bis zu 50 Prozent außerordentlich wirksam zu sein. „Forschungen in Bezug auf die Effektivität bei anderen Tumorerkrankungen laufen derzeit, stehen aber noch am Anfang“, sagt Angela Smith.

Die AOK Hessen informiert auch über Krebsprävention, so zum Beispiel über die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge.

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Ferienzeit: Gilt meine Krankenversicherung auch bei Arztbesuchen im Ausland?

Bei akuten gesundheitlichen Beschwerden sollte auch im Urlaub umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Das kann im Ausland schon aufgrund der Sprachbarriere zu Hindernissen führen. Da in vielen Ländern das Gesundheitssystem anders geregelt ist als in Deutschland, können außerdem hohe Behandlungskosten entstehen. Deshalb ist es wichtig, sich im Zuge der Vorbereitung über die Versorgungssituation im Urlaubsland zu informieren.

Versicherungsschutz vor Reiseantritt prüfen
Der Versicherungsschutz der Krankenkassen unterscheidet sich je nach Urlaubsland. In allen Ländern der europäischen Union sowie in der Schweiz, in Island, Liechtenstein und Norwegen gilt der Versicherungsschutz über die eigene Krankenkasse. Hierfür gibt es die European Health Insurance Card (EHIC), mit welcher die Versicherung nachgewiesen werden kann. Sie befindet sich auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte.

Es gibt abweichende Regelungen für Mazedonien, Montenegro und Serbien. Für Bosnien-Herzegowina, Tunesien und die Türkei wird eine Anspruchsbescheinigung benötigt.
Liegt das Urlaubsland außerhalb von Europa, lohnt es sich, eine zusätzliche Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.

Generell sollten immer die Rechnungen für Behandlungen im Urlaub aufgehoben werden, um sie später der Krankenkasse vorzulegen.

Kommunikation mit dem Arzt
Nicht alle Ärzte sprechen fließend Englisch und medizinische Fachbegriffe übersteigen die alltägliche Kommunikation. Für diesen Fall hat die AOK Hessen den „Sprachführer Gesundheit“ erstellt, der die wichtigsten Begriffe enthält. Außerdem gibt es eine Liste mit Beispielfragen, die der Arzt stellen könnte sowie hilfreichen Sätzen für verschiedene Situationen, wie zum Beispiel in der Apotheke. Der Sprachführer ist in 24 Sprachen erhältlich und kann auf der Webseite heruntergeladen werden.

Ebenso wichtig ist eine vollständige Reiseapotheke. Die Checkliste der AOK Hessen kann helfen, an alles zu denken.

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Nichtschwimmerland: Immer weniger Deutsche können schwimmen

Laut einer Umfrage des DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.) können 59 Prozent aller zehnjährigen Kinder nicht sicher schwimmen.(1) Das obligatorische Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ reicht hier nicht aus. Als sicherer Schwimmer gilt erst, wer mindestens das Bronze-Abzeichen erworben hat. Dieses besitzen nur etwa 25 Prozent der sechs- bis zehnjährigen. Die AOK Hessen ist dem Grund dafür nachgegangen.

Dass immer weniger Kinder und Jugendliche schwimmen können, liegt unter anderem an der schlechten Bädersituation in Deutschland. Vielen Schwimmbädern fehlen die finanziellen Mittel, um ihre Anlagen in Stand zu halten. Als Folge müssen sie schließen.
Obwohl der Schwimmunterricht in der Grundschule gesetzlich vorgeschrieben ist, haben rund 25 Prozent der Schulen keinen Zugang zu Schwimmbädern, da es nicht genug Bäder in der Umgebung gibt. Hinzu kommt, dass der vorgesehene Schwimmunterricht aufgrund von Krankheit oder Lehrermangel oft nicht stattfinden kann.

Besorgniserregend ist auch die Situation unter den Erwachsenen: 52 Prozent der Befragten bezeichnen sich als durchschnittlichen, schlechten oder sogar Nichtschwimmer. Damit sind mehr als die Hälfte der Erwachsenen unsicher im Wasser.

Während im Hallen- oder Freibad ein Bademeister das Geschehen überwacht und im Notfall einspringen kann, gibt es an Seen oft Bereiche ohne Rettungsdienst.
Vor allem für Eltern ist es deshalb wichtig, sicher schwimmen zu können, um das Kind in der Nähe von unbewachten Binnengewässern oder an Stränden selbst zu betreuen.

Schwimmen als Gesundheitssport
Schwimmen ist nicht nur überlebenswichtig, sondern auch gesundheitsfördernd. Durch die Gewichtsverteilung im Wasser ist es auch für ältere Menschen, die unter Gelenkschmerzen leiden, geeignet. Selbst stark übergewichtige Menschen können durch den schonenden Sport den Einstieg in einen aktiveren Alltag finden, ohne ihre Gelenke zu sehr zu belasten.

Schwimmen ist für jedes Alter und fast jeden körperlichen Zustand empfehlenswert. Die AOK Hessen bietet ihren Versicherten unter anderem kostenfreie Aquafitness-Kurse an. Auch Nicht-AOK-Mitglieder können teilnehmen, jedoch gegen eine geringe Gebühr.

Wer sich unsicher im Wasser fühlt oder noch nicht schwimmen kann, muss sich damit nicht abfinden. Es gibt zahlreiche Schwimmkurse in Deutschland, auch solche, die sich gezielt an Erwachsene richten, zum Beispiel beim DLRG.
Auch bei der Wahl eines Schwimmkurses von anderen Verbänden sollte die Qualifikation des Kursleiters beachtet werden.

(1) https://www.dlrg.de/presse/pm-forsa-umfrage-2017.html

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Munddusche: Sinnvolle Alternative zu Zahnseide

Die Dusche für den Mund soll die Zahnhygiene erleichtern: Mithilfe des Apparats ist es möglich, auch kleinste Zahnzwischenräume zu reinigen, die mit der Zahnbürste oder Zahnseide nicht zu erreichen sind. Das Anwenden der Munddusche kann allerdings nicht die herkömmliche Zahnreinigung ersetzen. Die AOK Hessen informiert über die Vor- und Nachteile des Geräts.

Eine Munddusche ist ein Wasserstrahlgerät, das entweder an den Wasserhahn angeschlossen wird oder über einen eigenen Wassertank verfügt.
Der Druck des Wasserstrahls entfernt losen Zahnbelag und Speisereste von Zähnen und aus Zahnzwischenräumen. Bei vielen Geräten lässt sich die Stärke des Wasserstrahls regulieren. Zu Beginn sollte eine niedrige Stufe gewählt werden, um die Handhabung zu erlernen.
In der Regel wird die Munddusche ein- bis zweimal am Tag nach dem Reinigen mit der Zahnbürste verwendet.

Wann ist die Verwendung von Mundduschen sinnvoll?
Mundduschen eignen sich vor allem als zusätzliches Hilfsmittel, um schwierige Stellen zu erreichen, etwa bei der Benutzung von Zahnspangen, Brücken oder Implantaten.
Sie reduzieren außerdem das Risiko von Karies und Zahnfleischentzündungen und helfen bei der Minimierung oder sogar Beseitigung der Ursachen von Mundgeruch.

Wer an einer akuten Zahnfleischentzündung oder kleinen Verletzungen im Mundraum leidet, für den ist die Verwendung einer Munddusche nicht geeignet. Durch die Druckbehandlung können Bakterien noch tiefer in das Zahnfleisch gelangen, was zu einem erhöhten Infektionsrisiko führt.
Besonders gefährlich für das Zahnfleisch ist die Nutzung der Munddusche unter zu hoher Druckeinstellung.

Für Menschen, die an empfindlichem Zahnfleisch leiden, ist die Munddusche eine geeignete Alternative zur Zahnseide. Wer seine Zähne regelmäßig mit Zahnbürste und Zahnseide reinigt, der ist allerdings nicht darauf angewiesen.

Wichtig ist, auf die richtige Pflege zu achten: Das Gerät sollte regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Keime in der Düse oder im Schlauch ablagern können.

Auf ihrer Internetseite aok-erleben.de informiert die AOK Hessen über weitere Angebote zur Zahnpflege.

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Zweitmeinung für besondere Fälle: BetterDoc

Kooperation mit AOK Hessen

Seit Beginn der Kooperation zwischen der AOK Hessen und BetterDoc am 1. August 2017 haben bereits über 500 AOK-Versicherte diesen besonderen Service genutzt. BetterDoc sorgt für den persönlichen Kontakt von Patienten zu überregional anerkannten Spezialisten. Bei einem siebenjährigen Patienten aus Hessen hat sich das als Segen erwiesen.

Versicherte der AOK Hessen können sich an BetterDoc wenden, um innerhalb von 48 Stunden einen renommierten Spezialisten für eine Zweitmeinung, Behandlung oder Operation zu finden. Jeder Patient wird durch einen festen Ansprechpartner betreut. Die Informationen zu geeigneten Spezialisten werden dem Patienten schriftlich zugestellt und im Anschluss durch seinen persönlichen Betreuer telefonisch erläutert. Auf Wunsch übernimmt BetterDoc auch die Terminvereinbarung. Einzigartig ist die ehrenamtliche Unterstützung durch über 2.500 hochspezialisierte Ärzte aus 32 Fachgebieten mit über 400 Spezialisierungen, die dem Expertenbeirat von BetterDoc angehören. Diese Ärzte unterstützen bei Fällen seltener und komplexer Erkrankungen, indem sie – in einem onlinebasierten Verfahren – die Frage beantworten, wo sie sich oder einen Angehörigen in dieser Situation behandeln lassen würden. So hat das Unternehmen die Möglichkeit, über alle Indikationen hinweg das kollektive Wissen führender Experten an die Patienten weiterzugeben.

Zweitmeinung des Fachexperten bringt entscheidende Hilfe
Dieser neue Service trägt nicht nur dazu bei, dass unnötige Operationen verhindert werden können. Auch werden im Einzelfall wirksamere Therapien gefunden. So war es auch beim siebenjährigen Julian*. Seit vier Jahren litt er unter chronischer Bronchitis mit Husten und Nasennebenhöhlenentzündung. Hinzu kamen immer wieder Kopfschmerzen und massive Schlafstörungen. Seine Medikation und sogar eine mehrwöchige Kur konnten zu keiner spürbaren Besserung beitragen. Durch die Vermittlung von BetterDoc erhielt die Familie innerhalb weniger Wochen einen Termin bei einem renommierten Kinderpneumologen. Dieser empfahl eine achtwöchige Behandlung mit einem anderen Wirkstoff. Diese Therapie schlug an. Seitdem kann der Junge wieder ruhig schlafen, die Kopfschmerzen sind verschwunden.

Erst Analyse, dann Empfehlung
„Für den medizinischen Laien ist es nahezu unmöglich, eine vorgeschlagene Operation oder Therapie medizinisch zu beurteilen, zumal sich diese Menschen gerade in einer belastenden Lebenssituation befinden“, sagt Dr. med. Roland Strasheim, verantwortlich für stationäre Versorgung bei der AOK Hessen. In diesen Fällen kann BetterDoc die entscheidende Hilfe sein. Dabei setzt das Unternehmen diagnosespezifisch auf die Auswertung verschiedener Qualitätskriterien, um für die Erkrankungen und die individuelle Situation der Patienten geeignete Spezialisten zu identifizieren. Das können beispielsweise Fallzahlen, Zertifizierungen oder Routinedatenanalysen sein. „Wir prüfen auch, ob sich ein Arzt regelmäßig bei Fachkongressen, Arbeitsgruppen, Qualitätszirkeln und Fortbildungen engagiert. Darüber hinaus betreuen wir jeden Patienten auch nach Therapiebeginn zwei Jahre lang weiter und messen den Behandlungserfolg direkt am Patienten“, erklärt Dr. med. Donata von Dellingshausen, medizinische Direktorin bei BetterDoc.

Kollektives Fachwissen zum Wohl der Patienten
Der entscheidende Vorteil des Verfahrens ist das Wissen von vielen medizinischen Experten in Verbindung mit einer unabhängigen Zweitmeinung. „So gelingt es uns, medizinische Sachverhalte für den Versicherten transparent zu machen und mit ihm und für ihn die beste Behandlung zu sichern“, so Dr. Roland Strasheim. „Damit sind wir auf dem richtigen Weg, den wir auch konsequent für eine qualitativ hochwertige Versorgung unserer Versicherten weitergehen werden.“

*Name geändert

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