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20. September ist Weltkindertag!

ARAG Experten über staatliche Fördermaßnahmen für Familien mit Kindern

20. September ist Weltkindertag!

Jedes Jahr am 20. September feiern wir in Deutschland Weltkindertag. Dieser besondere Tag soll auf die speziellen Rechte der Kinder aufmerksam machen und Kinder mit ihren individuellen Be-dürfnissen in den Fokus rücken.Trotzdem sind viele Familien mit Kindern in Deutschland von Armut bedroht. Um sie zu unterstützen, wurden schon 2015 mit dem Familienpaket des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zahlreiche finanzielle Leistungen verbessert. Weitere Entlastungen ab dem kommenden Jahr hat die Bundesregierung vor kurzem beschlossen. Wie Eltern im Einzelnen unterstützt werden, sagen ARAG Experten.

Das Kindergeld
Eltern, die im Inland wohnen und unbeschränkt steuerpflichtig sind, erhalten nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) Kindergeld als Steuervergütung. Es wird einkommensunabhängig gezahlt, ist allerdings nach der Zahl der Kinder gestaffelt. Zum 1. Januar 2018 ist zuletzt eine Erhöhung des Kindergeldes erfolgt. Derzeit wird Kindergeld in Deutschland für rund 17 Millionen Kinder gezahlt.

Kindergeld gibt es grundsätzlich
-für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr,
-für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr,
-für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.

Es beträgt aktuell:
-für das erste und zweite Kind monatlich 194 Euro
-für das dritte Kind monatlich 200 Euro
-für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 225 Euro

Die nächste Erhöhung der Kindergeldes soll nach den Plänen der Bundesregierung ab Juli 2019 stattfinden und zwar um zehn Euro pro Monat. In einer zweiten Stufe soll das Kindergeld um weitere 15 Euro ab Januar 2021 angehoben werden.

Die Kinderfreibeträge
Das Existenzminimum von Kindern wird aus verfassungsrechtlichen Gründen von der Steuer freigestellt. Das sollen die Steuerfreibeträge für Kinder sicherstellen. Die Eltern erhalten sie bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres – danach unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 25. Lebensjahr des Kindes. Das Finanzamt rechnet im Rahmen der Steuererklärung automatisch aus, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag für die Eltern günstiger ist. Die Freibeträge für Kinder berücksichtigen das sächliche Existenzminimum für Kinder (Kinderfreibetrag) mit derzeit 4.788 Euro und den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (Erziehungsfreibetrag) mit 2.640 Euro. Für jedes Kind steht den Eltern also gemeinsam ein jährlicher Steuerfreibetrag von 7.428 Euro zu. Bei getrennter Veranlagung von Ehegatten wird bei jedem Elternteil der Betrag in Höhe von 3.714 Euro berücksichtigt. Ab 2019 soll der jährliche Steuerfreibetrag dann auf 7.620 Euro und ab 2020 auf 7.812 Euro steigen.

Kinderzuschlag und Leistungen für Bildung und Teilhabe
Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung, die Familien im Niedrigeinkommensbereich entlastet und mit der Kinderarmut bekämpft werden soll. Erwerbstätigen Eltern hilft der Kinderzuschlag als zusätzliche finanzielle Unterstützung, wenn ihr Einkommen nicht ausreicht, um auch den Unterhalt ihrer Kinder ausreichend zu sichern. Der Kinderzuschlag wurde zum 1. Januar 2017 angehoben und beträgt seitdem monatlich bis zu 170 Euro je Kind. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden. Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass
-die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
-das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
-mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
-durch das zur Verfügung stehende Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Den Empfängerinnen und Empfängern vom Kinderzuschlag stehen neben diesen Leistungen auch sieben Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu. Dazu zählen:
-eintägige Schul- und Kitaausflüge (tatsächliche Kosten)
-mehrtägige Klassen- und Kitafahrten (tatsächliche Kosten)
-der persönliche Schulbedarf (insgesamt 100 Euro jährlich)
-die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule (tatsächliche Kosten)
-Lernförderungen (tatsächliche Kosten)
-die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen (Zuschuss)
-die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule in Höhe von 10 Euro monatlich)

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Alleinerziehende machen einen wesentlichen Bestandteil der Familien in Deutschland aus: Von den rund 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland sind knapp 20 Prozent alleinerziehende Eltern. In neun von zehn Fällen ist der alleinerziehende Elternteil die Mutter. Um sie gezielt zu unterstützen, können alleinerziehende Steuerpflichtige den sogenannten Entlastungsbetrag steuerlich geltend machen. Der Entlastungsbetrag wurde zuletzt zum 1. Januar 2015 von 1.308 Euro auf 1.908 Euro angehoben. Zusätzlich wurde eine Staffelung von 240 Euro pro Kind ab dem zweiten Kind neu eingeführt.

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Baukindergeld kann ab sofort beantragt werden

ARAG Experten über die neue Förderung für Familien und Alleinerziehende

Baukindergeld kann ab sofort beantragt werden

Im Streit um das milliardenschwere Baukindergeld konnte sich die Große Koalition erst nach einigem Hin und Her einigen. Nun kann das Baukindergeld beantragt werden. Familien, die Wohneigentum erwerben, werden damit finanziell unterstützt. Damit soll die Idee der Eigenheimzulage wiederbelebt werden und laut ARAG Experten dafür gesorgt werden, dass sich junge Familien ein Eigenheim leisten können.

Ab wann gibt es das Baukindergeld?
Familien können das neue Baukindergeld ab dem 18. September dieses Jahres bei der KfW Bankengruppe beantragen. Das teilte das Bundesinnenministerium nun mit. Förderfähig ist der erstmalige Neubau oder Erwerb von Wohneigentum für Familien und Alleinerziehende, vorausgesetzt, es handelt sich dabei um die einzige Wohnimmobilie. Gewährt wird das Baukindergeld rückwirkend ab dem 1. Januar 2018, wenn danach der Kaufvertrag unterzeichnet oder die Baugenehmigung erteilt wurde.

Wer wird gefördert?
Voraussetzung ist, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt. Gewährt wird das Baukindergeld bis zu einer Grenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind – also bis 90.000 Haushaltseinkommen bei einem Kind und 105.000 Euro bei zwei Kindern.

Wie hoch ist der Zuschuss?
Der Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro je Kind und pro Jahr wird über 10 Jahre ausgezahlt, also insgesamt 12.000 pro Kind. Damit soll angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt für Familien eine Unterstützung beim Kauf oder Bau von Eigentum gewährt werden. Über den gesamten Förderzeitraum werden Kosten von bis zu zehn Milliarden Euro für die Maßnahme erwartet. Sie ähnelt der früheren Eigenheimzulage, die Ende 2005 ausgelaufen war und zeitweise über elf Milliarden Euro im Jahr kostete.

Sofort den Antrag stellen?
Beantragen können Berechtigte den Zuschuss erst nach dem Einzug. Dann haben sie drei Monate Zeit. Als Einzugsdatum gilt die amtliche Meldebescheinigung. Wer in diesem Jahr vor dem 18. September eingezogen ist, hat bis 31. Dezember Zeit für den Antrag. Das Kind oder die Kinder dürfen am Einzugsdatum nicht älter als 18 Jahre gewesen sein und müssen spätestens drei Monate nach dem Einzug geboren sein. Die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln wie Krediten, Zulagen und Zuschüssen ist grundsätzlich möglich, wie die KfW betont. Dabei darf die Förderung laut ARAG Experten insgesamt nicht höher sein als die Kosten für Neubau oder Kauf.

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Gleitsichtbrillen aus dem Netz

ARAG Experten über Gleitsichtbrillen aus dem Internet

Gleitsichtbrillen aus dem Netz

Gleitsichtbrillen vereinen unterschiedliche Sehzonen. Aufgrund ihres aufwändigen Herstellungsverfahrens sind sie jedoch deutlich teurer als Einstärkengläser und können beim Optiker schon einmal vierstellige Beträge kosten. Daher boomt das Geschäft mit günstigeren Gleitsichtbrillen aus dem Internet. Doch wie gut sind diese Modelle? Können sie in puncto Qualität mit der Gleitsichtbrille vom Optiker mithalten?

Was ist eine Gleitsichtbrille?
Eine Gleitsichtbrille kann sowohl Kurzsichtigkeit als auch Altersweitsichtigkeit ausgleichen. Sie kombiniert also Fern- und Lesebrille. Dabei ist im oberen Bereich des Gleitsichtglases der Fernbereich angesiedelt, der einen störungsfreien Blick in die Ferne erlaubt. Im mittleren Bereich werden alle Objekte, die sich in der Zwischenentfernung befinden, wie z. B. der Computerbildschirm, scharf abgebildet. Am unteren Ende des Brillenglases landet man dann im Nahbereich, so dass man beispielsweise wieder uneingeschränkt lesen kann, ohne das Buch am verräterisch lang ausgetreckten Arm zu halten.

Onlinekauf vs. Optiker
Online-Gleitsichtbrillen haben in der Regel nur ein Standard-Glasdesign, bei dem die unscharfen Randbereiche relativ groß sind, so dass man nicht mehr so gut aus den Augenwinkeln sehen kann. Individuell zugeschnittene Gläser sind auch im Randbereich deutlich schärfer. Wer komplizierte Sehprobleme hat oder andere besondere Merkmale wie etwa einen breiten Nasenrücken oder etwas weiter auseinanderstehende Augen, sollte nach Auskunft der ARAG Experten eher zum Optiker-Fachgeschäft gehen und sich von ausgebildetem Personal beraten lassen. Auch wer sich erstmals für eine Gleitsichtbrille entscheidet oder die Brille für besondere Anforderungen benötigt, ist beim Optiker besser aufgehoben. Ein weiterer Punkt, in dem Optiker meist besser abschneiden, ist der Umtausch. Optiker bieten ihren Kunden oft mehrere Monate, um sich an die Brille zu gewöhnen. Und ist man am Ende unzufrieden, kann man sie auch nach Monaten noch zurückgeben. Bei Brillen aus dem Netz hat man in der Regel nur 30 Tage Zeit für den Umtausch.

Online-Gleitsichtbrillen nur eingeschränkt nutzbar
Wer sich eine Gleitsichtbrille im Internet bestellt, sollte wissen, dass er sie im Straßenverkehr nur eingeschränkt nutzen darf, da sie auf einer zu schmalen Datenbasis angefertigt werden. So fehlen meist wichtige Angaben wie Pupillenabstand, Hornhautscheitelabstand, Fassungsvorneigung und die vertikale Zentrierung der Brillengläser. Seit 2015 müssen Online-Kunden sogar per Warnhinweis explizit darauf hingewiesen werden, dass die Benutzung von Online-Gleitsichtbrillen im Straßenverkehr eine Gefahr darstellen kann (BGH, AZ: I ZR 227/14).

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Die liebe Not mit dem Notruf – wann darf er gewählt werden?

ARAG Experten über die Entscheidung, wann ein Notruf wirklich nötig ist.

Die liebe Not mit dem Notruf - wann darf er gewählt werden?

Die 112 ist in der ganzen EU, in Israel, Norwegen, Russland, Schweiz und Türkei die Notrufnummer, die rund um die Uhr von Menschen in Not angerufen werden kann. Sie ist kostenlos, sowohl vom Festnetzanschluss als auch vom Handy zu erreichen und kann sogar angerufen werden, wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Wer die 112 wählt, bekommt innerhalb weniger Minuten Hilfe von der Feuerwehr, einem medizinischen Team oder der Polizei. Und obwohl es mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann, häufen sich die Fälle, in denen die Notrufnummer missbraucht wird. Wann ist es aber gerechtfertigt, die 112 zu wählen?

Wann liegt ein Notfall vor?
Einen Notfall klar zu definieren, ist unmöglich. Zu unterschiedlich ist das subjektive Empfinden, in Not zu sein. Generell gilt: Bei Unfällen, Bränden oder in akuten, eventuell lebensbedrohlichen Notfallsituationen muss die 112 gewählt werden. Auch wenn die Situation unklar oder der Verletzungsstand nicht ersichtlich ist, raten die ARAG Experten unbedingt dazu, den Notruf zu wählen.

Anruf mit Augenmaß
Ein kleiner Schnitt in den Finger oder ein brennender Abfallbehälter abseits von weiteren brennbaren Objekten ist kein Notfall, der berechtigt, die 112 zu wählen. Auch der Test, ob die Notrufnummer wirklich funktioniert, ist nicht angebracht. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass die Fahrt mit dem Rettungswagen weder Garant ist, in das Krankhaus seiner Wahl gefahren zu werden, noch, um vor Ort schneller an die Reihe zu kommen. Auch Patienten, die mit dem Rettungswagen eingeliefert werden, werden im Krankenhaus nach tatsächlichem Gesundheitszustand eingestuft.

Beispiele für lebensbedrohliche Situationen
Die 112 sollte gewählt werden, wenn schwere Verletzungen vorliegen, evtl. mit hohem Blutverlust, bei Schockzustand oder Ohnmacht. Auch bei plötzlichen Schmerzen in der Brust, spontanen Sprach- oder Sehstörungen sollte der Rettungsdienst unter 112 gewählt werden, weil diese Symptome auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hindeuten können.

Wann wählt man die 110?
Der Notruf der Polizei sollte immer dann gerufen werden, wenn man sich bedroht fühlt, man sich in einer gefährlichen Situation befindet oder sich eine Notsituation anbahnt. Auch als Zeuge einer Straftat oder Gefahrenlage, die die Hilfe der Polizei erfordert, ist die 110 zu wählen. Nach Auskunft der ARAG Experten genügt bereits der Verdacht einer Straftat, um die Polizei zu rufen.

Dringend, aber nicht lebensbedrohlich
Es gibt zahlreiche Situationen, in denen ärztliche Hilfe zwar dringend erforderlich ist, die aber nicht lebensbedrohlich sind. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei heftigem Brechdurchfall, grippalen Infekten oder Infektionskrankheiten wie etwa Masern. Falls außerhalb der Sprechzeiten ärztliche Hilfe benötigt wird, kann man bundesweit die 116 117 wählen. Unter dieser Notrufnummer erreicht man den ärztlichen Bereitschaftsdienst und erfährt dort den Standort der nächsten Bereitschaftsdienstpraxis, die man selbst aufsuchen kann. Bei Bedarf kommt auch ein Arzt nach Hause.

Was passiert bei Missbrauch?
Wer absichtlich oder wissentlich eine Notrufnummer missbraucht und einen Notruf nur vortäuscht, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen (Strafgesetzbuch, § 145). Im schlimmsten Fall werden Rettungskräfte sinnlos gebunden und können Hilfe dort nicht leisten, wo sie wirklich benötigt wird. Die ARAG Experten warnen neben strafrechtlichen Konsequenzen auch vor zivilrechtlichen Folgen: Wer den Notruf missbraucht, trägt die Kosten des Einsatzes und eventuelle Folgeschäden, wenn also jemand zu Schaden kam, weil Hilfe nicht rechtzeitig da war.

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Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen

ARAG Experten über die Ausweitung des gebührenpflichtigen Straßennetzes

Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen

Die Lkw-Maut in Deutschland wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt. Sie galt zunächst nur auf Bundesautobahnen und einigen stark frequentierten Bundesstraßen. Seit dem 1.Juli dieses Jahres müssen Lkw auch auf Bundesstraßen Maut zahlen. Die Regeln dazu erklären ARAG Experten.

Wer muss wie viel zahlen?
Die Maut gilt für Kraftfahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen, die entweder ausschließlich für den gewerblichen Güterkraftverkehr bestimmt sind oder für den gewerblichen Güterkraftverkehr eingesetzt werden und deren zulässiges Gesamtgewicht (zGG) mindestens 7,5 Tonnen beträgt. Bis zum 1. Oktober 2015 lag die Tonnagegrenze für Lkw bei 12 Tonnen, sie wurde dann abgesenkt. Die Mautpflicht gilt laut ARAG Experten aber nicht für Busse. Die Höhe der Maut bestimmt die auf den mautpflichtigen Straßen zurückgelegte Wegstrecke sowie die Anzahl der Achsen des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination (Lkw mit oder ohne Anhänger, Sattelschlepper mit oder ohne Sattelauflieger oder Liftachsen im abgesenkten oder angehobenen Zustand) und die Emissionsklasse des Fahrzeugs. Das zugehörige technische System wird vom Konsortium Toll Collect betrieben. Die für die Lkw-Maut auf Autobahnen betriebenen Kontrollbrücken (Gitterbrücken) kontrollieren die korrekte Bezahlung der Maut.

Die neuen Kontrollsäulen
Auf den Bundesstraßen gibt es keine Kontrollbrücken – und die wird es laut ARAG Experten auch nicht geben. Für die Überprüfung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen kommen blau-grüne Kontrollsäulen zum Einsatz. Sie ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen. Der Datenschutz nimmt – wie überall – auch im Mautsystem einen hohen Stellenwert ein. Die Daten aus den Kontrollsäulen werden ausschließlich dann an ein Kontrollzentrum weitergeleitet, wenn bei einem Lkw ab 7,5 Tonnen zGG der Verdacht besteht, dass nicht oder falsch gezahlt wurde. Alle anderen Daten werden sofort gelöscht. Optisch unterscheiden sich die Kontrollsäulen deutlich von Blitzersäulen für die Geschwindigkeitskontrolle. Sie sind höher und zudem farblich gekennzeichnet – blau mit einem leuchtend grünen Streifen. Das gebührenpflichtige Netz wuchs mit den neuen Kontrollsäulen am 1. Juli auf einen Schlag von rund 15.000 auf 52.000 Kilometer an.

Was bringt das?
Der Bund erwartet aus der Lkw-Maut künftig Einnahmen von im Schnitt 7,2 Milliarden Euro pro Jahr, wenn zum 1. Januar 2019 auch neue Tarifsätze gelten. Das sind rund 2,5 Milliarden Euro mehr als bisher. Abzüglich der Kosten für den Systembetrieb ist das Geld für Investitionen in die Straßen reserviert. Da etwa acht Prozent der Bundesstraßen in der Regie der jeweiligen Länder liegen, bekommen sie den entsprechenden Einnahme-Anteil. Darüber hinaus spüren die Anwohner viel befahrener Bundesstraßen deutliche Entlastungen. Die Bürger zum Beispiel in Sinzenich bei Euskirchen freuen sich: Rund 300 Lkw fuhren jeden Tag durch den kleinen Ort mit rund 1.200 Einwohnern. Seit Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen drängen sehr viel weniger Laster durch ihren Ort. Die Anwohner waren seit Jahren vom Krach, von den Straßenschäden und den Gefahren genervt. Sie begrüßen die neue Lkw-Maut auf Bundesstraßen uneingeschränkt.

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Friedhöfe – mehr als Ruhestätten und Orte der Trauer

ARAG Experten zu den Tagen des Friedhofes

Friedhöfe - mehr als Ruhestätten und Orte der Trauer

Ins Leben gerufen vom Bund deutscher Friedhofsgärtner, tragen die diesjährigen Tage des Friedhofes am 15. und 16. September das Motto ‚Der Friedhof: Leben – Lachen – Freude‘. Ziel der beiden Aktionstage ist es, den Friedhof mehr als grüne Oase der Gartenkultur und Ort der Erholung ins Bewusstsein zu rücken und damit den Umgang mit Tod und Trauer aus der Tabuzone zu holen. Ein Anlass für die ARAG Experten, einen ganz praktischen Blick auf das Thema zu werfen und einige interessante Sachverhalte zu klären.

Gehört Asche auf den Friedhof?
Wahrscheinlich hat jeder einen Lieblingsplatz. Und so romantisch die Vorstellung auch ist, nach dem Tod für immer an diesem Ort zu bleiben, indem man seine Asche dort verstreuen lässt: Das ist fast überall in Deutschland tabu. Die Asche eines Verstorbenen darf nicht auf einem privaten Grundstück verstreut werden. In einem konkreten Fall wollte ein Mann die Asche seiner sterblichen Überreste auf einem Waldgrundstück verstreuen lassen, das ihm gehörte. Doch der Landkreis lehnte dies unter Hinweis auf den bestehenden Friedhofszwang ab. Dieser schreibt laut ARAG Experten vor, dass Verstorbene in Deutschland ihre letzte Ruhe nur auf einer offiziell als Friedhof ausgewiesenen Fläche finden dürfen. Ursprünglich diente die über 200 Jahre alte Vorschrift dem Schutz vor Seuchen. Ein Problem, was sich heute zwar nicht mehr stellt, aber die Richter in diesem Fall blieben hart und verweigerten dem Mann seinen Wunsch (Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Az.: 7 A 10005/12.OVG). Es gibt nach Auskunft der ARAG Experten allerdings ein Bundesland, das den Friedhofszwang 2015 abgeschafft hat. So dürfen die Bremer ihre Asche auch im eigenen Garten verstreuen – vorausgesetzt, es gibt eine schriftliche Verfügung des Verstorbenen.

Werbung auf Friedhöfen meist tabu
Schriftzüge auf Arbeitskleidung sind eigentlich die normalste Werbung der Welt. Könnte man meinen. Doch auf Friedhöfen kann es, je nach Friedhofssatzung, tabu sein, gebrandete Arbeitskleidung zu tragen. In einem konkreten Fall trugen der Geschäftsführer und ein Kreuzträger eines Beerdigungsinstituts bei einer Beisetzung weiße Oberhemden, die am Kragen mit dem schwarzen Schriftzug des Unternehmens versehen waren. Die Konkurrenz klagte dagegen, und pochte auf die Friedhofssatzung, in der unter anderem stand, dass es verboten sei, „Reklame irgendwelcher Art zu treiben“. Und da es sich bei dem Schriftzug am Hemdkragen eindeutig um Werbung handelt, die der Förderung des Unternehmens dient, musste der Bestatter auf die gebrandeten Hemden verzichten.

Wer zahlt für eine Beerdigung?
Die Kosten für die Beerdigung tragen in erster Linie die Erben – und zwar als Gegenleistung für das erhaltene Erbe. Es kann sein, dass ein einzelner Erbe den gesamten Betrag für das Begräbnis übernehmen muss. Er hat dann allerdings die Möglichkeit, die übrigen Erben anteilig in die Pflicht zu nehmen. Aber wie teuer darf eine Beerdigung eigentlich sein? In der Regel umfassen die zu tragenden Kosten den Betrag, der aufgrund der Lebensstellung des Verstorbenen angemessen ist. Dies sind laut ARAG Experten grundsätzlich die Kosten für den Bestatter und das Grab, eine übliche Feier, den Grabstein und die Anlage der Grabstätte sowie Todesanzeigen, Danksagungen und eventuell die Trauerkleidung. Nicht dazu gehören in der Regel die Reisekosten der Angehörigen sowie Kosten für eine Umbettung und endgültige Bestattung. Falls die Kosten von den Erben nicht eingefordert werden können oder kein Vermögen vorhanden ist, zahlt der Unterhaltsverpflichtete. Es ist möglich, dass die Unterhaltsverpflichteten auch dann für die Beerdigungskosten aufkommen müssen, wenn sie und auch alle anderen Erben das Erbe ausgeschlagen haben. Gibt es keine unterhaltspflichtigen Personen, sind wiederum die Angehörigen in der Pflicht. Eine Verpflichtung zur Übernahme der Beerdigungskosten kann auch aufgrund eines Vertrags oder eines Schadensersatzanspruchs bei Tötung bestehen. Und das Seemannsgesetz schreibt die Pflicht des Kapitäns zur Regelung der Beerdigung beim Tod eines Besatzungsmitglieds fest.

Wann zahlt das Sozialamt?
Können die Kosten für die Beerdigung dem Verpflichteten nicht zugemutet werden, springt nach Auskunft der ARAG Experten das örtliche Sozialamt ein. Es übernimmt die notwendigen Bestattungskosten, wenn nicht vorrangig Sterbegelder berücksichtigt werden müssen. Die Übernahme der Kosten kann nicht nur aufgrund der finanziellen Situation des Verpflichteten unzumutbar sein, sondern beispielsweise auch dann, wenn der Verpflichtete von dem Verstorbenen misshandelt wurde. Als notwendig gelten beispielsweise die Kosten für die Leichenschau und -beförderung, öffentliche Gebühren, das Vorbereiten und Herrichten der Leiche, ein einfacher Sarg und Blumenschmuck, die Trauerfeier im Beerdigungsinstitut, die Sargträger und die Überführung auf den Friedhof, das erstmalige Herrichten des Grabes sowie ausnahmsweise die Kosten für die Überführung in eine Familiengrabstätte. Die Kosten für die Anreise der Trauergäste und die Trauerfeier, die Todesanzeige, die Trauerbekleidung und regelmäßige Mehrkosten für eine Wahlgrabstätte können allerdings nicht beansprucht werden. Grabpflege und eine Bestattung im Ausland werden ebenfalls nicht übernommen. Das Sozialamt übernimmt die Bestattungskosten auch dann nicht, wenn es sich um eine Feuerbestattung oder eine anonyme Bestattung handelt oder jemand anderes dazu in der Lage ist, die Kosten zu übernehmen.

Grabstein und Einfassung: Wer ist für die Standsicherheit zuständig?
Der Nutzungsberechtigte eines Grabes ist für die Standsicherheit eines Grabmals und der Grabeinfassung allein verantwortlich. In einem konkreten Fall hatte sich die Steinumrandung eines Grabes an der hinteren Seite abgesenkt. Die Stadt forderte den Nutzer des Grabes auf, die Grabeinfassung ordnungsgemäß herzurichten und die Standsicherheit des Grabsteins zu gewährleisten. Doch dieser weigerte sich mit der Begründung, dass eine benachbarte Grabstätte ein niedrigeres Erdniveau habe und nur daher die eigene Grabumrandung abgesackt war. Doch ein Blick in die Friedhofssatzung verriet, dass Nutzungsberechtigte dafür Sorge tragen, dass Grabmale und sonstige bauliche Anlagen (zum Beispiel Umrandungen) dauerhaft standsicher seien und auch beim Öffnen benachbarter Gräber nicht umstürzten oder sich senkten (Verwaltungsgericht Mainz, Az.: 3 K 782/14.MZ).

Gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier
Explizit verboten war die Mensch-Tier-Bestattung in Deutschland bislang nicht. Aber eben auch nicht ausdrücklich erlaubt. Nun ist es dank eines juristischen Winkelzuges zumindest in zwei deutschen Städten so weit: Hund, Katze, Maus und Co. dürfen ganz offiziell gemeinsam mit ihrem Herrchen begraben werden. In Koblenz und Essen darf das verstorbene Haustier ganz offiziell mit ins Grab. Nach Auskunft der ARAG Experten erlaubt das deutsche Bestattungsrecht die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier allerdings nur, wenn die jeweilige Friedhofssatzung kein entsprechendes Verbot enthält. Zwar darf die Urne des Hautieres mit seinem Besitzer gemeinsam ins Grab, doch sowohl die Überführung als auch die Einäscherung müssen weiterhin streng getrennt nach Mensch und Tier erfolgen. Untersagt bleibt nach Angaben der ARAG Experten auch die Beisetzung tierischer Kadaver. Selbst wenn es etwas gruselig klingt: Tote Tiere müssen nach wie vor in der so genannten Tierkörperbeseitigungsanstalt verbrannt werden. Und es gilt natürlich, die Pietät zu wahren und zu respektieren, wenn es Menschen gibt, die sich keinen gemeinsamen Friedhof vorstellen können. In Essen geht der Betreiber es diesbezüglich ganz pragmatisch an: Er pflanzt eine Hecke zwischen „herkömmlichem“ Menschenfriedhof und „innovativem“ Mensch-Tier-Friedhof.

Skurrile Bestattungsformen
In vielen deutschen Haushalten stehen bereits Tier-Urnen, für deren letzte Ruhestätte es nun einen geeigneten Ort gibt. Vergleichsweise normal mutet die Mensch-Tierbestattung allerdings an, wenn man einen Blick nach Gelsenkirchen wirft. Dort können sich echte Schalke-Fans seit 2012 auf dem Schalke Fan Feld ab 2.800 Euro mit Blick auf das Stadion begraben lassen. Der Friedhof ist natürlich in Stadion-Form angelegt und mit blau-weißer Blütenpracht bepflanzt. In England dürfen Fans ihre Asche sogar über dem Heiligen Rasen von Wembley verstreuen oder ihre Urne hinter der Torlinie bestatten lassen. Amerikaner können sich per Rakete ins Weltall befördern lassen. Dieser „Memorial Spaceflight“ kostet zwischen 8.000 und 25.000 Euro. Angesichts dieser schrägen Praktiken dürften Tier-Mensch-Bestattungen recht normal erscheinen.

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Elterngeld – drei Varianten im Überblick

ARAG Experten erklären die wichtigsten Punkte des Elterngeldes

Elterngeld - drei Varianten im Überblick

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung für Eltern oder Alleinerziehende von Säuglingen und Kleinkindern. Vor mehr als einem Jahrzehnt eingeführt, wird das Elterngeld inbesondere von Vätern immer mehr genutzt. Es soll einerseits die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung stärken, andererseits Einkommenseinbußen zugunsten der Kindererziehung abmildern. Die ARAG Experten erläutern im Folgenden die drei Varianten Basiselterngeld, Eltergeldplus sowie den Partnerschaftsbonus, die beliebig kombinierbar in verschiedenen Bezugsvarianten bis zu 36 Monate genutzt werden können.

Wer bekommt Elterngeld?
In den Genuss des Elterngeldes kommt, wer in Deutschland lebt oder hier einen gemeldeten Wohnsitz hat und das Kind, das im gleichen Haushalt wohnt, selbst betreut. Das gemeinsam zu versteuernde Einkommen im Jahr vor der Geburt darf 500.000 Euro nicht überschreiten. Bei Alleinerziehenden liegt die Einkommensgrenze bei 250.000 Euro. Auch Adoptiv- oder Großeltern haben ein Recht auf Elterngeld, wenn sie durch die Betreuung eines Kindes nicht oder vermindert erwerbstätig sind.

Die drei Varianten

1) Das Basiselterngeld erhalten Eltern, die komplett auf eine Erwerbstätigkeit verzichten. Es wird höchstens bis 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Dabei kann ein Elternteil mindestens zwei, maximal aber 12 Monate Basiselterngeld beziehen. Wenn der zweite Elternteil ebenfalls Elternzeit nimmt, verlängert sich der Anspruch auf 14 Lebendmonate des Kindes. Wie die Monate dabei aufgeteilt werden, ist den Eltern überlassen, so lange mindestens zwei Monate beansprucht werden. Das Geld wird dementsprechend parallel, nacheinander oder abwechselnd überwiesen. Alleinerziehende haben Anspruch auf 14 Monate Basiselterngeld. Vorausgesetzt, sie besitzen das Sorgerecht, wohnen mit dem Kind unter einem Dach und leben vom Partner getrennt.

2) Das Elterngeld Plus ist für Eltern gedacht, die neben der Kindererziehung einer Teilzeitarbeit bis maximal 30 Wochenstunden nachgehen. Das Elterngeld Plus wird für 24 Monate gewährt. Auch hier können sich beide Elternteile die Monate aufteilen. Alleinerziehenden stehen ebenfalls 28 Monate zu. Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass sich der Anspruch auf Elterngeldplus verringert, wenn zunächst Basiselterngeld beantragt wurde. Für jeden Monat, den Basiselterngeld gezahlt wurde, reduziert sich der Anspruch auf Elterngeldplus um zwei Monate

3) Der Partnerschaftsbonus wird Eltern gezahlt, die gleichzeitig für mindestens vier aufeinanderfolgende Monate 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten. Er wird jedem Elternteil für weitere vier Monate zum Elterngeldplus gezahlt, so dass Eltern insgesamt bis zu 28 Monate von der staatlichen Förderung profitieren können. Auch Alleinerziehende erhalten den Partnerschaftsbonus, wenn sie neben der Kinderbetreuung vier Monate am Stück zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Wie hoch ist das Elterngeld?
Das Elterngeld wird individuell berechnet. Der Mindestsatz des Basiselterngeldes liegt bei 300 Euro, der Höchstsatz bei 1.800 Euro monatlich. Das Elterngeldplus beträgt mit wenigstens 150 Euro und höchstens 900 Euro die Hälfte des Basiselterngeldes. Die Höhe des Elterngeldes sind mindestens 65 Prozent des ermittelten Nettoeinkommens des antragstellenden Elternteils. Als Bemessungsgrundlage gelten die letzten zwölf Monate vor der Geburt bzw. vor dem Mutterschutz. Bei Selbständigen wird der Gewinn des letzten Jahres für die Berechnung herangezogen. Zusätzliche Leistungen wie z.B. Urlaubs-, Weihnachtsgeld oder Provisionen werden nicht berücksichtigt. Bei Geringverdienern steigt das Elterngeld je nach Einkommenshöhe bis auf 100 Prozent. Die Staffelung ist dabei wie folgt:

-1.240 Euro und mehr: 65 Prozent des monatlichen Nettolohns
-1.201 – 1.240 Euro: 65 bis 67% vom Elterngeldnetto (Siehe stufenweise Absenkung)
-1.000 – 1.200 Euro: 67 Prozent des monatlichen Nettolohns
-unter 1.000 Euro: bis zu 100 Prozent des monatlichen Nettolohns

Wann wird ein Geschwisterbonus gezahlt?
Leben in der Familie zwei Kinder unter drei Jahren, drei oder mehr Kinder unter sechs Jahren oder ein behindertes Kind unter 14 Jahren, kommt der Geschwisterbonus hinzu. Dieser liegt bei zehn Prozent des berechneten Elterngeldes, mindestens jedoch 75 Euro und maximal 180 Euro bzw. 37,50 und 90 Euro bei Elterngeldplus.
Wer sich das Rechnen ersparen will, findet auf dem Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Elterngeldrechner.

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Im Aufzug steckengeblieben – kein Grund zur Panik

ARAG Experten über die wichtigsten Verhaltensregeln, wenn der Lift stehen bleibt

Im Aufzug steckengeblieben - kein Grund zur Panik

Ruhig bleiben, wenn der Fahrstuhl stecken bleibt? Auch für Nicht-Klaustrophibiker wahrscheinlich eine echte Herausforderung. Dabei gehören Aufzüge laut Statistik zu den sichersten Transportmitteln der Welt. Gleichzeitig hat der TÜV Rheinland erst letztes Jahr 2.000 Fahrstühle stillgelegt, weil sie gravierende Mängel aufgewiesen. Also doch ein Grund für Schnappatmung, wenn der Lift streikt?

Das sagen die Zahlen
In Deutschland gibt es rund 700.000 Aufzüge und jährlich kommen etwa 18.000 neue Fahrstühle hinzu. Angesichts dieser Zahl scheinen 26 Aufzugunfälle mit Todesfolge im Zeitraum 2008 bis 2015 (Mängelliste 2016, Verband der TÜV e.V. [VdTÜV]) verhältnismäßig wenig. Die Prognose sieht allerdings anders aus: In 2017 hat der TÜV Rheinland bei einer bundesweiten Überprüfung festgestellt, dass fast jeder siebte Fahrstuhl technisch erheblich bedenklich ist. Und obwohl hierzulande jeder Aufzug einmal jährlich unabhängig begutachtet werden muss, geht der VdTÜV davon aus, dass sich 20 Prozent aller Betreiber dieser gesetzlichen Vorschrift entziehen.

Aufzüge können nicht abstürzen
Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er in einen geprüften Fahrstuhl steigt, sollte auf die seit 2015 vorgeschriebene Plakette achten, die im Fahrstuhl angebracht wird, wenn er regelmäßig begutachtet wird. Und auch wenn der Lift wider Erwarten dann doch mal stecken bleibt, kann nicht viel passieren. Horrorszenarien à la Hollywood, in denen Aufzüge in die Tiefe rauschen, sind quasi unmöglich. Denn die Kabine wird durch drei bis zehn parallel laufende Tragseile gehalten, von denen jedes einzelne Seil laut Aufzugsverordnung das Zwölffache des zulässigen Gewichtes der Kabine halten können muss. Und selbst wenn buchstäblich alle Stricke reißen, gibt es Bremsbacken an den Führungsschienen des Fahrkorbes, die automatisch ausgelöst werden, wenn die zugelassene Höchstgeschwindigkeit überschritten wird.

Ersticken unmöglich
Ist der Fahrstuhl voll, kommt man seinen Mitmenschen schon einmal ungewollt näher. Auch wenn die Luft dabei etwas dicker werden kann: Ersticken im Fahrstuhl ist unmöglich. Denn sowohl in den Türen und an der Decke der Kabine gibt es Lüftungsöffnungen, die zum Aufzugsschacht führen, der immer eine Öffnung ins Freie hat.

Was tun im Notfall?
Jeder Aufzug in Deutschland muss über einen Notrufknopf in der Kabine verfügen. Wenn man diesen betätigt, wird eine Notrufzentrale angerufen, die rund um die Uhr erreichbar ist. Geht der Notruf ein, wissen diese Stellen bereits, um welchen Aufzug es sich handelt. Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass es wichtig ist, den Knopf etwa drei bis fünf Sekunden gedrückt zu halten. Die Missbrauchskennung ignoriert zu kurzes Drücken. Laut gesetzlicher Vorschrift muss innerhalb von 30 Minuten ein Rettungsteam vor Ort sein. Das kann der Betreiber der Aufzugsanlage sein, ein beauftragter Hausmeister oder aber in seltenen Fällen die Feuerwehr. Sie bringen den Fahrkorb in eine Position, in der sich die Türen der Kabine von außen öffnen lassen. Die ARAG Experten raten unbedingt von Befreiungsversuchen in Eigenregie ab. Denn gerade wenn Fahrstühle zwischen Etagen stecken bleiben, kann es bei eigenmächtigen Ausstiegsversuchen zu schweren Unfällen kommen.

Wer trägt die Kosten für den Einsatz?
Ist das Dilemma nicht selbstverschuldet, beispielsweise durch Vandalismus, muss in der Regel der Eigentümer des Gebäudes die Kosten für den Befreiungseinsatz zahlen, da er für die Sicherheit des Aufzuges verantwortlich ist. Allerdings kann er diese Pflicht auf einen Hausmeister, Verwalter oder auch den Vermieter übertragen.

Welche Rechte haben Betroffene?
Wenn der Fahrgast mehrere Stunden im steckengebliebenen Aufzug ausharren muss, kann er nach Auskunft der ARAG Experten Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Vorausgesetzt, es kann nachgewiesen werden, dass Betreiber oder Eigentümer des Aufzugs die Störung verschuldet haben.

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Die Zigarette am Steuer kann teuer werden

ARAG Experten zum Rauchen im Auto

Die Zigarette am Steuer kann teuer werden

Neugeborene Mädchen leben laut den neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 83 Jahre und zwei Monate. Jungen haben im Schnitt eine Lebenserwartung von 78 Jahren und vier Monaten. Laut wissenschaftlichen Studien verlieren Männer, die mehr als zehn Zigaretten pro Tag rauchen dadurch etwa neun Jahre kostbare Lebenszeit. Bei Frauen mit demselben Rauchverhalten sind es etwa sieben Jahre. Darüber hinaus ist das Hantieren mit Zigarette und Feuerzeug am Steuer oft der Auslöser für Autounfälle. Anders als im Ausland ist das Rauchen am Steuer in Deutschland aber weiterhin erlaubt, so ARAG Experten.

Wenn Kinder an Bord sind
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fand im Zuge diverser Untersuchungen heraus, dass sich selbst bei einer Fahrt mit geöffnetem Fenster im Auto so viel Tabakrauch ansammelt, wie in einer Kneipe, in der das Rauchen erlaubt ist. Aus diesem Grund trat in Österreich zum 1. Mai ein neues Rauchverbot in Pkw in Kraft. Das Rauchverbot greift dann, wenn sich mindestens eine Person unter 18 Jahren im Fahrzeug befindet. Für Verstöße ist laut österreichischem Gesundheitsministerium eine Strafe von 50 Euro vorgesehen, der österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) spricht von bis zu 1.000 Euro Strafe im Wiederholungsfall. Und auch in anderen EU-Ländern ist das Rauchen im Auto reglementiert.

-In England und Wales ist das Rauchen im Pkw verboten, wenn Personen unter 18 Jahren im Fahrzeug sind. Verstöße kosten 50 Pfund Strafe (umgerechnet etwa 56 Euro). Eine Ausnahme gilt für Cabrios mit offenem Verdeck.
-In Frankreich ist das Rauchen in Kraftfahrzeugen in Gegenwart von Kindern unter 18 Jahren verboten und wird mit 68 Euro Strafe geahndet.
-In Griechenland gilt ein Rauchverbot, wenn Kinder unter 12 Jahren mitfahren. Die Regelung gilt in privaten Pkws, in Taxen sowie in öffentlichen Bussen. Es droht eine Strafe von bis zu 1.500 Euro. Wird in einem öffentlichen Verkehrsmittel geraucht (Fahrer oder Passagier), droht dem Fahrer eine Strafe in Höhe von bis zu 3.000 Euro sowie ein Fahrverbot von einem Monat, wenn Kinder unter 12 Jahren im Fahrzeug anwesend sind.
-In Irland ist das Rauchen im Fahrzeug untersagt, wenn Kinder unter 18 Jahren mitfahren. Verstöße werden mit einer Strafe ab 100 Euro geahndet. Missachtet der Fahrer ein entsprechendes Haltesignal der Polizei, kann die Strafe auf bis zu 1.000 Euro angehoben werden.
-In Italien gilt das Rauchverbot im Pkw dann, wenn Schwangere oder Minderjährige mitfahren. Die Höhe der Strafe ist vom Alter des Kindes abhängig: 500 bis 5.000 Euro, wenn Kinder unter 12 Jahren und Schwangere an Bord sind, 250 bis 2.500 Euro bei Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren.
-In Schottland darf in Autos nicht mehr geraucht werden, wenn Personen unter 18 Jahren an Bord sind. Das Rauchverbot gilt sowohl für den Fahrer als auch für sämtliche Mitreisende, unabhängig davon, ob Fenster oder ein Schiebedach geöffnet sind. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe von 100 Pfund (ca. 114 Euro) rechnen. E-Zigaretten sind nicht betroffen.
-In Zypern gilt das Rauchverbot, wenn Minderjährige unter 16 Jahren mitfahren. Bei einem Verstoß werden Strafen bis 85 Euro fällig.
(Alle Angaben ohne Gewähr)

Außerhalb der EU ist das Rauchen im Auto auch in einigen Bundesstaaten der USA, in Australien, in Kanada und Südafrika verboten.

Sicherheit im Straßenverkehr
Eingeschränkte Reaktion und Ablenkung sind die Gründe, die auch zum Handyverbot am Steuer geführt haben. Doch auch das Rauchen ist eine große Ablenkung. Zigarette aus der Packung holen, anzünden, abaschen. Da wird der Verkehr schnell zur Nebensache. E-Zigaretten sind hier keine Ausnahme. Die große Dampfwolke, die beim Rauchen der E-Zigaretten entweicht, kann sogar die Sicht des Fahrers erheblich einschränken. Wenn dann ein Unfall passiert, kann dem rauchenden Fahrer unter Umständen grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Die Höhe der Strafe richtet sich dann nach dem Ausmaß des Schadens und die Versicherung verweigert höchstwahrscheinlich die Zahlung.

Zigarette aus dem Auto werfen – besser nicht
Ein herausgeworfener Zigarettenstummel kann brandgefährlich werden. Im Sommer können auf trockenen Wiesen und Feldern schnell Brände entstehen. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer, wie Motorrad- und Fahrradfahrer können behindert und gefährdet werden. Darum ist das Entsorgen des Zigarettenstummels via Autofenster laut ARAG Experten verboten. Die unzulässige Abfallentsorgung kann ein Bußgeld von 20 bis 30 Euro nach sich ziehen.

Noch ein Grund…
… auf die Zigarette im Auto zu verzichten, ist der damit verbundene Wertverlust des Fahrzeugs. Der Verlust liegt im Schnitt bei 1.500 Euro, so Fachleute. Mit dem oberflächlichen Reinigen der Glas- und Kunststoffteile lässt sich der Rauchgeruch nicht beseitigen. Die gründliche Komplettreinigung eines Raucherautos liegt bei etwa 300 bis 400 Euro.

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So können Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung sparen

ARAG Experten geben Tipps, wie man als Führerscheinneuling Beiträge sparen kann

So können Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung sparen

Weit über 1.000 Euro kann eine Kfz-Versicherung kosten, wenn Fahranfänger das erste eigene Auto versichern müssen. Grund ist die Einstufung in niedrige Schadenfreiheitsklassen 0, M oder S, in denen hohe Beitragssätze gelten. Um in günstigere SFK zu gelangen, dauert es mindestens drei Jahre, in denen kein selbstverschuldeter Unfall gebaut worden sein darf. Neben einem günstigen Versicherungstarif kommt es also darauf an, eine möglichst gute SFK für den Tarif zu bekommen.

Zweitwagenregelung
Bei dieser Regelung wird das Fahrzeug eines Fahranfängers als Zweitwagen über einen erfahrenen Autofahrer in dessen günstigeren Schadenfreiheitklasse mitversichert. Die ARAG Experten raten allerdings zu einem genauen Blick in den Vertrag: Manche Versicherer stufen bei einem Unfall mit dem Zweitwagen auch den Schadenfreiheitsrabatt des Erstwagens zurück, so dass der Beitrag auch für dieses Fahrzeug erhöht wird. Eine andere Hürde für Zweitwagen kann das Alter des Fahrers sein. Bei manchen Versicherungen muss der Fahrer mindestens 24 Jahre alt sein. Zudem sollten Fahrneulinge darauf achten, dass sie als Zweitwagenfahrer einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt aufbauen, der später auf eine eigene Versicherung übertragen werden kann. Übrigens: Das Erstfahrzeug muss kein Pkw sein. Auch ein Wohnmobil oder ein Zweirad gelten als Erstfahrzeug.

Anzahl der Fahrer entscheidend
Echtes Sparpotenzial liegt auch in der Anzahl der Fahrer. Viele Anbieter bieten besonders günstige Tarife an, wenn der Fahrerkreis möglichst klein gehalten wird. Vom Schummeln raten die ARAG Experten unbedingt ab: Bewegt eine andere, nicht eingetragene Person den Wagen und verschuldet einen Unfall, kann die Versicherung die Beträge nachträglich zurückfordern und zusätzlich eine Vertragsstrafe erheben, die so hoch sein kann wie ein ganzer Jahresbeitrag. Die Anzahl der Fahrer ist auch für den Erstwagen relevant: Sobald der Nachwuchs ein eigenes Fahrzeug fährt, sollte er aus dem Fahrerkreis für den Erstwagen ausgeschlossen werden, denn viele Tarife sind günstiger, wenn nur Fahrer über 25 Jahren eingetragen sind.

Opas SFK übernehmen
Fahranfänger können sparen, in dem sie alte Schadenfreiheitsklassen von Familienmitgliedern übernehmen. Dabei können so viele Jahre übertragen werden, wie der Fahranfänger einen Führerschein hat. Besitzt er beispielsweise drei Jahre seine Fahrerlaubnis, wird maximal die SF-Klasse 3 übertragen. Das entspricht einem Beitragssatz von 51 – 58 Prozent. Restliche Schadenfreiheitsrabatte darüber hinaus verfallen. Und die ARAG Experten weisen darauf hin, dass die Rabatt-Spender ihre SF-Klasse endgültig verlieren. Sollte Opa also später überlegen, doch wieder hinters Lenkrad zu steigen, fängt er mit einer niedrigen SF-Klasse an.

Hände weg vom Traumauto
Mercedes AMG, Audi Q7, VW Polo – Fahrzeuge werden je nach Schadens- und Unfallbilanz in so genannte Typklassen eingeteilt. Je höher diese Klasse, desto höher der Versicherungsbeitrag. Grundsätzlich gilt: Kleinwagen mit weniger PS unter der Motorhaube sind in der Regel günstiger in der Versicherung als Fahrzeuge mit großen Motoren. Daher raten die ARAG Experten Fahranfängern, zunächst einmal auf ihren Traumwagen zu verzichten. Zumindest solange, bis sie eine günstigere SF-Klasse erreicht haben.

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