Tag Archives: Asperger-Syndrom

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Gesundheitsforum Eningen: Wohl dem, der einen Schutzengel hat

Lesung der Eninger Autorin Inge Stauder über ihre Erfahrung mit amtlich verordneter Betreuung und Ihre erfolgreiche Arbeit als Betreuungsassistentin

Gesundheitsforum Eningen: Wohl dem, der einen Schutzengel hat

Lesung der Eninger Autorin zum Thema amtliche Betreuung versus persönlicher Betreuungsassistenz

„Grüß Gott, Inge.“ In der alltäglichen Kommunikation etwas völlig normales. Doch im Fall von Inge Stauder ein Erlebnis, das einem unvermittelt eine Gänsehaut verschafft. Diese banale Begrüßung war die erste verbale Kommunikation zwischen Inge Stauder und ihrem ‚Patienten‘ Eduard Bohn (so sein Name im Buch der Autorin „Vom Rollator zum Gipfelkreuz“ (erschienen im novum pro Verlag)) nach einem halben Jahr der Betreuungsassistenz. Man ist den Tränen – und der Wut – nah, wenn man die Geschichte der 74-jährigen liest. Sie berührt und macht nachdenklich. Und vor Allem schafft sie Hochachtung vor so großartig engagiertem, ehrlichem Tun. Das Gesundheitsforum Eningen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Gesunde Gemeinde und der Buchhandlung Litera lädt zur Lesung der Autorin und Heilerziehungspflegerin Inge Stauder ein. Die Eninger Autorin liest an der Veranstaltung am 27. September um 19.30 Uhr in der Gemeindebibliothek Eningen aus ihrem Buch „Vom Rollator zum Gipfelkreuz“ und gibt in Ihrem Vortrag Praxiseinblicke in das Thema Betreuungsassistenz.

Die Geschichte klingt beinahe wie ein Hollywood-Drehbuch, aber sie ist so passiert. Und zwar in unserer unmittelbaren Nähe. Inge Stauder, Heilerziehungspflegerin, 74 Jahre, aus Eningen hat sie erlebt – und diese Erlebnisse in einem berührenden Buch aufgeschrieben. Ursprünglich war das Buch gar nicht der Plan. Die Aufschriebe waren ihr Tagebuch zur Aufarbeitung des Erlebten oder die Protokolle für die amtliche Überwachung der Betreuung. Dass daraus ein Buch wurde kam erst viel später auf den Plan. Und dass es so berührend wurde ist den Umständen der Geschichte und dem ehrlichen menschlichen Engagement der Autorin zu verdanken.

Relativ schnell muss sie erkennen, dass der Betreuer, der Eduard Bohn von Amts wegen ‚verordnet‘ worden war, seinen Betreuungsauftrag wie viele andere vom Schreibtisch aus erledigt und so nicht zu Fürsorglichkeit und in persönlicher Art und Weise bereit und in der Lage ist. Den Ansprüchen der Realität kann das nicht gerecht werden und auch nicht dem, was sich in der offiziellen Bezeichnung „Amtlicher Betreuer“ ausdrückt. Die tatsächliche „Alltagsbegleiterin“ war die „Betreuungsassistentin“, Frau Stauder, der von amtlicher Seite die Erfüllung ihrer Aufgaben eher erschwert wurde.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit steht dazu: „[…] Es soll erreicht werden, dass den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern bzw. Pflegegästen durch zusätzliche Betreuung und Aktivierung mehr Zuwendung und eine höhere Wertschätzung entgegen gebracht, mehr Austausch mit anderen Menschen und mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden. […]“ Ein Gelingen dieses Anspruchs hat sich Inge Stauder mit Eduard Bohn zu eigen gemacht und hat den höher vergüteten amtlichen Betreuern wohl damit Sand ins „Routine-Getriebe“ gebracht. Allein der Kampf Inge Stauders gegen die Mühlen der Bürokratie wäre schon eine Geschichte für sich.

In der weiteren Betreuung von Eduard Bohn tat sich die zweite ‚Baustelle‘ auf. Eduard Bohn leidet am Asperger-Syndrom, einer milden Form des Autismus, die eine weitere intensive vertrauensvolle Betreuung erfordert. Menschen, die an dem Asperger-Syndrom leiden sind nur eingeschränkt fähig, sozial zu interagieren. Zu non-verbaler Kommunikation sind sie kaum fähig. Sie erkennen Signale ihrer Gegenüber nicht und können selbst auch keine aussenden.

Inge Stauder, als ausgebildete Heilerziehungspflegerin nimmt die Herausforderung als Betreuungsassistent für sich und Eduard Bohn an. Das, was am Ende steht, scheint filmreif. Eduard Bohn kann und darf wieder ein selbstbestimmtes Leben führen – dank der intensiven und persönlichen Betreuung von Inge Stauder. Der Titel des Buches „Vom Rollator zum Gipfelkreuz“ mit seinem Untertitel „Ein Weg aus völliger Abhängigkeit in ein freies Leben“ ist Realität. Sonntägliche Spaziergänge und sogar Wanderungen in den Voralpen sind heute mit dem einst beinahe bewegungsunfähigen Mann möglich. Aber zu viel sei hier nicht vorausgenommen. Das soll Inge Stauder den interessierten Zuhörern in der Gemeindebibliothek selbst erzählen.

Äußerst spannend für alle, die dieses Buch in den Händen hatten und haben. Grund genug für das Gesundheitsforum, diese Lesung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Gesunde Gemeinde Eningen und der Buchhandlung Litera in der Gemeindebücherei zu veranstalten – zumal die Autorin doch eine Eningerin ist. Die Lesung wird vermutlich eher ein Erfahrungsbericht mit dem Fokus auf die Aufgaben, Möglichkeiten und Schwierigkeiten als Betreuungsassistenz als ein medizinischer Fachvortrag zu den Thema Asperger-Syndrom werden, aber gerade deshalb umso eindrücklicher. Interessierte sollten sich den Termin am 27. September um 19.30 Uhr in der Gemeindebibliothek in Eningen fest in den Kalender schreiben. Es lohnt sich!

Weitere Informationen: http://www.gesundheitsforum-eningen.de

Gesundheitsforum Eningen e.V. – Wer wir sind und was wir wollen:

Zum Verein: Gegründet im November 1997 hat der Verein ungefähr 50 Mitglieder des Gesundheitswesens aus, in und um Eningen unter Achalm.

Zweck des Vereins ist die Förderung des Gesundheitswesens, indem das Gesundheitsbewusstsein der Menschen gestärkt, der Umgang mit bestehenden Krankheiten erleichtert und erkrankten Menschen mit fachlicher Unterstützung geholfen werden soll.

Aktivitäten des Vereins: Regelmäßige Vorträge und Informationsveranstaltungen, kompetente Beratung in der Geschäftsstelle und durch die Mitglieder.

Mit-Organisation der Eninger Gesundheitstage, Patenschaft Sturzpräventionsgarten Calner Platz. Kooperation, gegenseitige Anerkennung und intensive Zusammenarbeit im Sinne der Patienten.

Wir wünschen uns weiterhin viel Interesse und Anregungen aus der Bevölkerung
zu allen Gesundheits-Themen! Gerne ihre Mitgliedschaft, Mitarbeit oder finanzielle Unterstützung!

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Weiterbildung „Menschen mit Autismus begleiten“

Umfangreicher Kurs aktuell mit 30 % Ermäßigung

Weiterbildung "Menschen mit Autismus begleiten"

(Bildquelle: @bigstock)

In allen sozialen Einrichtungen, in der Schule und auch im Arbeitsleben treffen Menschen auf Menschen mit Autismus. Es handelt sich hierbei nicht um eine Erkrankung. Aber was ist Autismus eigentlich? Was unterscheidet Autisten von Menschen mit Asperger Syndrom? Hier gibt es beispielsweise keine Unterscheidung mehr. „Man spricht nur noch von der Autismusspektrumstörung.“ erläutert Melanie Euler, Autorin und Dozentin des Kursangebotes. „Denn so vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind auch auch autistische Menschen. Sie benötigen vor allem Verständnis.“ Melanie Euler ist Bildungswissenschaftlerin und Integrative Lerntherapeutin. In Schlüchtern führt sie eine eigene Praxis für Lerntherapie und Pädagogik. Hier stellt sie häufig fest, dass es viele Fragen zum Thema Autismus gibt. Was verbirgt sich hinter „Autismus“ und wie kann ich mit den Menschen umgehen? Lehrer möchten sie in die Klasse integrieren, helfen im Schulalltag zurecht zu kommen. Erzieher in der Kita benötigen Unterstützung im Umgang damit, ebenso wie betroffene Eltern, Geschwister oder der Freundeskreis. Nicht selten wird die Diagnose erst im Erwachsenenalter gestellt. Dadurch entstehen häufig Fragen und Unsicherheiten im Umfeld. „Daraus ist die Idee für den Kurs entstanden.“ Melanie Euler entwickelte ein Kurskonzept, das gut neben Studium, Beruf und Familie funktionieren kann. „Menschen mit Autismus begleiten“ – der Kurs ist in vier Module gegliedert, die intensiv in die Thematik einführen und in erster Linie ein Ziel haben: Verständnis. „Denn nur, wer Autismus versteht, kann bedürfnis- und ressourcenorientiert mit autistischen Menschen umgehen“, betont Melanie Euler. Das Angebot kann ab sofort mit 30 % Ermäßigung gebucht werden. Genaue Informationen gibt es auf der Homepage www.weiterbildung-autismus.de

Die PAIDEIA Lernwerkstatt ist eine Bildungseinrichtung in Schlüchtern. Das liegt zwischen Frankfurt am Main und Fulda. Hier dreht sich alles um das Lernen und Lehren. Unser Schwerpunkt liegt im Bereich der Lerntherapie, Lernstörungen und Entwicklungsstörungen. Wir bieten Integrative Lerntherapie, sowie Individuelle Förderung für Klienten jeden Alters. Verschiedene Kurse & Workshops, Lerntraining, sowie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte sollen Lernende unterstützen. Dabei achten wir besonders darauf die Freude am Lernen zu wecken und Potenziale zu entfalten. Wir möchten, dass viele Menschen das passende Angebot finden können und die eigenen Fähigkeiten entdecken.

Kontakt
PAIDEIA Lernwerkstatt
Melanie Euler
Höbäckerweg 3
36381 Schlüchtern
06661-6088435
melanie.euler@lernwerkstatt-schluechtern.de
http://www.lernwerkstatt-schluechtern.de

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Erklärung von Aspies e.V. zum Welt-Autismustag am 2. April 2013

Gegen diskriminierende Darstellungen von Autisten in den Medien

Erklärung von Aspies e.V. zum Welt-Autismustag am 2. April 2013

Aspies e.V. versteht sich als Interessenvertretung autistischer Menschen in Deutschland und möchte den diesjährigen Welt-Autismustag am 2. April dazu nutzen, auf die vielfach auch heute noch verbreitete diskriminierende Darstellung des Themas Autismus in den Medien hinzuweisen und hiergegen zu protestieren. Wir von Aspies e.V. stehen dabei auch nicht alleine da, sondern sind Teil einer größeren Bewegung aus autistischen Menschen, Angehörigen und an Autismus interessierten Menschen, die sich gemeinsam dem Ziel verschrieben haben, für eine sachgerechte und aufklärende und gegen eine klischeebeladene, Autisten abwertende Darstellung von Autisten zu kämpfen. So hat Autismus Deutschland eine Pressemitteilung herausgegeben, in der diese Ziele unterstützt werden und viele Hundert Autisten haben sich auf Facebook unter der URL http://www.facebook.com/events/595019423849552/ zur Initiative „Protestaktion zum Weltautismustag gegen die Verwendung des Wortes „Autismus“ im Zusammenhang mit Politik, Wirtschaft und Amokläufen“ zusammengeschlossen. Aspies e.V. unterstützt diese und andere Initiativen ausdrücklich.

Am 14. Dezember 2012 ereignete sich in Newtown, Connecticut, ein furchtbarer Amoklauf, der 28 Menschen das Leben kostete. In der Folge wurde in den Medien nicht nur spekuliert, dass der Täter Autist gewesen sein könnte (obwohl er nie entsprechend diagnostiziert worden war), sondern es wurde, u.a. auch in der Online-Version des SPIEGEL, von Journalisten spekuliert, dass hier der Autismus eines Menschen die Ursache für eine solche Gewalttat gewesen sein könnte oder dies doch dem Leser nahegelegt, in dem auf angebliche autistische Gewalttäter in der Vergangenheit hingewiesen wurde. Eine solche Darstellung ist geeignet, Vorurteile gegen eine ohnehin von Ausgrenzung und Diskriminierung gefährdete Minderheit zu schüren. Viele Autisten, die zum Teil wegen ihres Andersseins bereits jetzt Mobbing ausgesetzt sind, erklären nunmehr, sie seien angesichts einer solchen Berichterstattung noch vorsichtiger mit dem Outing geworden. Jeder Journalist und jede Journalistin, der oder die in irgendeiner Weise mit dem Thema Autismus in Berührung kommt, muss sich also auch der journalistischen Verantwortung und der Folgen bewusst sein, die seine oder ihre Worte für autistische Menschen haben.

Die langwierige und mühsame Arbeit, die mit der differenzierten Aufklärung über die Besonderheiten autistischer Menschen verbunden ist, kann durch gedankenlose, effekthascherische oder klischeebeladene Berichte schnell wieder konterkariert werden. Die Darstellung mancher Medien zum Newtown-Amoklauf steht dabei leider in einer traurigen Tradition des diskriminierenden Umgangs mit dem Thema Autismus in Funk und Fernsehen und Zeitungen. Autistische Menschen und ihre Angehörige haben viele Hunderte Einzelfälle dokumentiert, in denen Personen, die in der Öffentlichkeit als Meinungsbildner und Multiplikatoren wirken, die Begriffe „autistisch“ oder „Autist“ im Sinne von Schimpfwörtern zur Abqualifizierung anderer Menschen verwendet haben. Wer einen Politiker, der nicht auf die Ratschläge anderer hört, als „Autist“ bezeichnet, wer eine Gesellschaft, die fehlendes Einfühlungsvermögen gegenüber sozial Benachteiligten zeigt, „autistisch“ nennt, wer skrupellosen Unternehmern „autistisches Verhalten“ attestiert, der mag sich einreden, dass er mit der Verwendung eines schicken Fremdwortes seinen Beitrag intellektuell aufwertet, tatsächlich aber beweist derjenige damit nur, dass er den Begriff gedankenlos verwendet und auf Kosten der wirklich autistischen Menschen eine Pointe sucht. Dass man es in Wahrheit gar nicht so gemeint und den Begriff in einer ganz anderen Bedeutung gebraucht habe, ist dann im Grunde nur ein weiteres Zeugnis für eben diese Gedankenlosigkeit. Weist man die Autoren darauf hin, wie ein derart missbräuchlicher Umgang mit diesen Begriffen auf autistische Menschen wirkt und wie diese durch die derart geförderte verzerrte Wahrnehmung des Themas Autismus in der Öffentlichkeit zu leiden haben, so erlebt man mitunter, das muss man fairerweise sagen, auch Entschuldigungen seitens solcher Autoren.

Es ist aber eine konsequente Ächtung, ein fortwährender Kampf gegen diese Gedankenlosigkeit nötig, damit wir künftig solche Kränkungen und Demütigungen von Autisten nicht mehr erleben müssen. Es ist traurig, wenn sich autistische Menschen nunmehr genötigt sehen, öffentlich zu erklären: „Wir sind keine Monster“, „wir sind keine Freaks“, „behandelt uns als Menschen wie andere auch“. Autisten wollen nicht länger duldsame Opfer solcher Diskriminierung sein, sondern erheben ihre Stimme und wehren sich. Sie fordern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Dass man sie anhört, dass man ihre Sicht der Dinge akzeptiert, dass man sie als Individuen betrachtet, die die Gesellschaft bereichern und bunter machen, dass sie sich keine Beleidigungen gefallen lassen müssen und sich nicht auf Klischees reduzieren lassen müssen, kurz: dass man ihnen Respekt entgegen bringt.

bundesweite Selbsthilfeorganisation von Menschen im Autismus-Spektrum

Kontakt:
Aspies e.V. – Menschen im Autismusspektrum
Andreas Danielyan
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
01796605734
andreas@aspies.de
http://aspies.de/