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„Digital aufs Amt“ – Verbraucherinformation der ERGO Direkt Versicherungen

Was bietet die Online-Funktion des Personalausweises und wie sind die Daten geschützt

"Digital aufs Amt" - Verbraucherinformation der ERGO Direkt Versicherungen

Die Online-Ausweisfunktion bietet viele nützliche Vorteile.
Quelle: ERGO Group

Keine langen Wartezeiten mehr in Behörden und Ämtern: Die Online-Funktion des Personalausweises im Scheckkartenformat macht“s möglich. Doch die wenigsten wissen darüber Bescheid. Andere sind skeptisch, was mit den persönlichen Daten geschieht. Wie der elektronische Identitätsnachweis funktioniert und wie dabei die Daten geschützt sind, weiß Dieter Sprott, Experte der ERGO Direkt Versicherungen.

Was ist die eID und wie funktioniert sie?

Seit Mitte 2017 ist die Online-Funktion bei allen neuen Personalausweisen automatisch aktiviert und die elektronische ID (eID) nutzbar. Bürger können sich so gegenüber Behörden im Internet ausweisen. „Um die Funktionen nutzen zu können, ist zusätzlich zum Ausweis eine selbstgewählte sechsstellige PIN, das passende Kartenlesegerät sowie eine Software, meist in Form einer App, notwendig“, informiert Dieter Sprott. „Als Alternative zum Kartenlesegerät eignen sich Smartphones mit NFC-Technik, der sogenannten Near Field Communication.“ Die Software steht im Internet zum Herunterladen bereit. Kartenlesegeräte sind ebenfalls im Internet oder auch im Elektrofachhandel erhältlich. Wer die technischen Vorbereitungen getroffen hat, den führen die entsprechenden Behörden-Websites auf einen eID-Server, der die Echtheit und Gültigkeit des Ausweises überprüft. Die Software leitet den Nutzer durch die weiteren Schritte, von der Eingabe der PIN bis zur Datenübermittlung. Der Nutzer kann dabei entscheiden, welche Daten er übermitteln möchte und welche nicht.

Welche Dienste stehen online zur Verfügung?

Ein Behördengang ist meist mit langen Wartezeiten verbunden. Die eID kann helfen, Zeit und Nerven zu sparen. Überall, wo das offizielle Logo der Online-Funktion – zwei halbe Ringe in grün und blau – zu sehen ist, können Bürger online „aufs Amt“. „Dies ist zum Beispiel beim Kraftfahrtbundesamt der Fall: Hier können Autofahrer unter anderem ihren aktuellen Punktestand in Flensburg abrufen“, weiß der Experte. Beantragen Eltern Kindergeld, können sie den Antragsstatus oder die Berechnungsgrundlage einsehen. Auch das Abrufen der Rentenauskunft oder der Schufa-Daten ist mit der eID möglich. Darüber hinaus können Bürger ein Führungszeugnis online beantragen oder Versicherungen verwalten. Hinzu kommen weitere, regional unterschiedliche Angebote. In Bayern können Studenten beispielsweise BAföG online beantragen, während Berliner die Möglichkeit haben, ihre Feinstaubplakette mittels Online-Funktion zu erwerben. In Mecklenburg-Vorpommern ist es möglich, Geburts- oder Eheurkunden online zu beantragen. Die Websites der jeweiligen Landkreise informieren darüber, welche Funktionen verfügbar sind. Das Bundesministerium des Innern gibt auf seiner Website einen guten Überblick.

Datenschutz?

Eine zentrale Speicherung der Daten aus der Online-Nutzung von Personalausweisen findet nicht statt. Selbst die Ausweisbehörde speichert lediglich die Daten, die sie auch bereits vor Einführung des digitalen Personalausweises gesichert hat, beispielsweise Name und Geburtsdatum sowie das Bild. Zusätzlich sorgen digitale Sicherheitsmechanismen wie eine verschlüsselte Datenübertragung dafür, dass nur berechtigte Dienstanbieter die Daten auslesen können. Ämter oder Unternehmen benötigen für die Anwendung der Online-Identifizierung zusätzlich ein staatliches eID-Berechtigungszertifikat. So ist gesichert, dass nur seriöse Anbieter die sensiblen Daten der Verbraucher erhalten. Außerdem können die Nutzer vor jeder Übertragung festlegen, welche Daten sie übermitteln und wer diese erhält. Der ERGO Direkt Experte empfiehlt zudem, nur ein zertifiziertes Kartenlesegerät zu verwenden: Günstige Alternativen können Schwachstellen enthalten, über die Angreifer beispielsweise die PIN ausspähen können. Informationen dazu bietet die Internetseite des Bundesverwaltungsamtes.
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Der D.A.S. Leistungsservice informiert: Urteile in Kürze – Verkehrsrecht

Land haftet wegen rutschiger Straße

Ist der zuständigen Behörde bekannt, dass ein Straßenabschnitt wegen mangelhafter Griffigkeit des Belages besonders gefährlich ist, muss sie entsprechende Maßnahmen ergreifen. Handelt die Behörde nicht und stürzt ein Motorradfahrer bei Nässe, haftet das Land. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Detmold.
LG Detmold, Az. 9 O 86/15

Hintergrundinformation:
Auch bei öffentlichen Straßen gibt es eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Diese besagt, dass derjenige, der eine mögliche Gefahrenquelle schafft, dafür sorgen muss, dass dadurch niemand zu Schaden kommt. Die Verkehrssicherungspflicht liegt beim jeweiligen Betreiber der Straße – zum Beispiel einer Gemeinde oder dem Bundesland. Natürlich ist es nicht möglich, den Ausschluss jeder nur denkbaren Gefahr zu verlangen – die Absicherung muss sich im Rahmen des Zumutbaren bewegen. Und natürlich müssen auf öffentlichen Straßen auch die Verkehrsteilnehmer selbst Straßenzustand und Wetterlage beachten und in ihr Fahrverhalten mit einbeziehen. Der Fall: Ein Motorradfahrer war mit einer Gruppe von Bikern auf einer Landstraße unterwegs, die in eine leichte Steigung überging. Die Straße war nass vom Regen, der Motorradfahrer fuhr dementsprechend nur 40 bis 45 km/h schnell. Plötzlich rutschte ihm seine Maschine weg – ohne ersichtlichen Grund, ohne Lenkbewegungen oder Bremsmanöver. Der Mann stürzte und erlitt eine Schulterprellung sowie einen Schaden von mehreren tausend Euro am Motorrad. Er machte den glatten Straßenbelag für den Unfall verantwortlich und verklagte das Land auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Dieses wies jede Verantwortung von sich und bestritt eine besondere Gefährlichkeit der Straße. Das Urteil: Das Landgericht Detmold entschied nach Informationen des D.A.S. Leistungsservice zugunsten des Motorradfahrers. Zwar könne niemand für die absolute Sicherheit und Gefahrlosigkeit einer Straße garantieren. Bereits vier Jahre vor dem Unfall habe aber ein Gutachten der Straße an dieser Stelle eine zu geringe Griffigkeit bescheinigt und den Straßenbelag mit „mangelhaft“ bewertet. Diese Ergebnisse seien bekannt gewesen und stimmten mit aktuellen Gutachten überein. Es seien bereits mehrere Motorradfahrer an der entsprechenden Stelle gestürzt. Das Land beziehungsweise die zuständigen Behörden hätten aufgrund der bekannten Informationen handeln müssen. Das Gericht gestand dem Motorradfahrer Schadenersatz und ein Schmerzensgeld von 800 Euro zu. Allerdings rechnete es ihm aufgrund der sogenannten Betriebsgefahr, die bei Benutzung eines Fahrzeugs im Straßenverkehr entsteht- hier ein Motorrad auf nasser Straße – ein Mitverschulden von 25 Prozent an.
Landgericht Detmold, Urteil vom 3. Februar 2016, Az. 9 O 86/15

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Seit 1928 steht die Marke D.A.S. für Kompetenz und Leistungsstärke im Rechtsschutz. Mit dem D.A.S. Rechtsschutz bieten wir mit vielfältigen Produktvarianten und Dienstleistungen weit mehr als nur Kostenerstattung. Er ist ein Angebot der ERGO Versicherung AG, die mit Beitragseinnahmen von 3,3 Mrd. Euro im Jahr 2015 zu den führenden Schaden-/Unfallversicherern am deutschen Markt zählt. Die Gesellschaft bietet ein umfangreiches Portfolio für den privaten, gewerblichen und industriellen Bedarf an und verfügt über mehr als 160 Jahre Erfahrung. Sie gehört zu ERGO und damit zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger. Mehr unter www.das.de

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5,6 Millionen Fingerabdrücke gehackt

Attacke auf US-Personalbehörde enthüllt Schwäche biometrischer Systeme

5,6 Millionen Fingerabdrücke gehackt

Fingerabdrücke allein bieten keine Sicherheit (Bildquelle: Bild: James Thew)

Düsseldorf, 25. September 2015 – In den USA wurden die Fingerabdrücke von rund 5,6 Millionen Behördenmitarbeitern gehackt. Das gab jetzt das US Office of Personnel Management in Washington bekannt. Damit nimmt der Cyber-Angriff auf die Personalverwaltung der Bundesbehörden inzwischen beängstigende Ausmaße an.

Damit wird ein für allemal klar: Biometrie ist kein Wundermittel zur Datensicherheit. Als solches wird sie momentan unter anderem von Microsoft angepriesen. Im Gegensatz zu „klassischen“ Log-in-Verfahren wie Passwörtern sind Fingerabdrücke ein unveränderliches Merkmal. Bei den zahlreichen Passwort-Hacks der vergangenen Jahre ließ sich die Sicherheit relativ einfach wiederherstellen. Die User mussten lediglich ihre Zugangscodes austauschen. Bei Fingerabdrücken geht das nicht. Sind sie einmal gehackt, können Kriminelle sie bis in alle Ewigkeit für zwielichtige Machenschaften nutzen – sogar über den Tod des Nutzers hinaus!

„Für die IT-Sicherheitsbranche ist das ein Weckruf“, sagt Bill Carey von Siber Systems, dem Hersteller des Passwortmanagers RoboForm. „Sich vollständig auf biometrische Zugangssysteme zu verlassen, ist ein Fehler.“ Für den privaten Alltag sind Passwörter seiner Meinung nach weiterhin die beste Lösung. In sensiblen Sicherheitsbereichen empfiehlt er eine Kombination aus mehreren Log-in-Verfahren, die auf verschiedenen Grundlagen basieren. Das kann persönliches Wissen sein wie bei Passwörtern, eine spezielle Hardware wie zum Beispiel ein Dongle oder eben biometrische Daten wie Fingerabdrücke oder Netzhautscans.

„Alle drei Verfahren sind schon heute technisch möglich.“, erklärt Bill Carey. „Durch eine Kombination lassen sich ihre Vorteile vereinen und gleichzeitig die Gefahren der einzelnen Verfahren eindämmen. Eines ist daher sicher: Passwörter werden auf absehbare Zeit nicht überflüssig werden.“

Siber Systems wurde 1995 im US-Bundesstaat Virgina gegründet. 1999 stellte das Unternehmen mit dem RoboForm Passwortmanager und Formularausfüller das erste Produkt für Privatanwender vor. Seitdem wurde RoboForm in mehr als 30 Sprachen übersetzt und weltweit von mehren Millionen Anwendern genutzt. Seit 2006 bietet Siber Systems mit GoodSync eine leicht verständliche und verlässliche Dateisynchronisations- und Backupsoftware an. Software von Siber Systems und wurde in zahlreichen Tests positiv bewertet. Unter anderem wurde sie vom US-Fachmagazin CNET zur \\\“Besten Software des Jahres\\\“ gekürt.

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„Knöllchen wegen eingeschneiter Windschutzscheibe“ – Verbraucherfrage der Woche der D.A.S.

Gut beraten von den Experten der ERGO Versicherungsgruppe

Bernhard S. aus Stuttgart:
Auf unseren Parkscheinen steht immer, dass man sie gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen soll. Aber wie ist es eigentlich bei Schneefall? Bekomme ich einen Strafzettel, wenn man den Schein wegen der Schneeschicht nicht sieht?

Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung:
Unabhängig davon, was auf dem Parkschein steht: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, dass dieser von außen gut lesbar am oder im Fahrzeug angebracht werden muss. Aber: Dies gilt nur unter normalen Umständen. Sie sind nicht verpflichtet, bei jedem Schneefall zurück zum Auto zu laufen und die Scheibe zu säubern. Wenn Sie den Parkschein also bei freier Windschutzscheibe gut sichtbar aufs Armaturenbrett gelegt haben, haben Sie Ihre Pflicht erfüllt. Dies gilt auch für Anwohner-Parkausweise. Bekommen Sie trotzdem einen Strafzettel, legen Sie der Behörde den Parkschein vor – am besten mit einem Foto des eingeschneiten Autos. Aber: Ein Freibrief für „kostenloses Parken“ ist Schneefall nicht.
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Die D.A.S. ist Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, ist die D.A.S. heute in beinahe 20 Ländern in Europa und darüber hinaus vertreten. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. 2013 erzielte die Gesellschaft im In- und Ausland Beitragseinnahmen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe und gehört damit zu Munich Re, einem der weltweit führenden Rückversicherer und Risikoträger. Mehr unter www.das.de

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Christlicher Juristenkongress: Wahrheit ist mehr als ein Wort

Christlicher Juristenkongress: Wahrheit ist mehr als ein Wort

Prominente Kongress-Gäste, v.l.: Dr. Winfried Bausback, Johannes Singhammer und Dr. Johannes Friedrich

Die Wahrheit hat viele Facetten – das verdeutlichte der Wahrheitskongress der Initiative Christ und Jurist, der dieses Wochenende in München stattfand. Rund 200 Tagungsteilnehmer juristischer sowie nahestehender Berufsgruppen diskutierten das Thema aus philosophischer, theologischer und juristischer Sicht.

„Wahrscheinlich nehmen wir das Wort ,wahr‘ viel öfter in den Mund, als uns gewahr ist“, stellte Dr. Patrick Menges, Rechtsanwalt und Vorsitzender von Christ und Jurist gleich zu Beginn des Kongresses fest. Er beobachte aber auch, dass unsere Gesellschaft in vielen Fällen gleichgültig geworden sei im Umgang mit der Wahrheit.

Der Bayerische Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback, sagte in seinem Grußwort am Eröffnungsabend, er sei dankbar für die Initiative Christ und Jurist, denn Juristen hätten im Staat an unterschiedlichsten Stellen eine große Verantwortung. Da sei eine feste Wertebasis wichtig. Zugleich wies der Minister auf die Mehrschichtigkeit von Wahrheit hin: „Die subjektive Wahrheit, also das, wovon wir überzeugt sind, stimmt nicht immer mit der objektiven Wahrheit überein.“ Manchmal, weil man keine Übereinstimmung herstellen könne; manchmal, weil man keine herstellen wolle. Umso wichtiger sei es, dass Richter in der Lage seien, einen ersten Eindruck im Laufe des Verfahrens auch wieder zu revidieren. Weiter gab er zu bedenken, dass die Auslegung von Gesetzen dem Zeitgeist unterworfen sei. „Der Mensch wird wohl immer auf der Suche nach Wahrheit sein“, so Bausback.

Der ehemalige Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, zugleich gemeinsam mit dem Bundestagsvizepräsidenten Johannes Singhammer, Schirmherr des Kongresses, verwies auf die Zusage von Jesus Christus „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Friedrich weiter: „Immer die Wahrheit sagen, scheint auf den ersten Blick ganz einfach.“ Und doch stelle genau dies Juristen häufig vor Fragen. Darf ich als christlicher Jurist Wissen verschweigen? Darf ich zugunsten meines Mandanten einen Anspruch behaupten, obwohl ich weiß, dass die Rechtslage eigentlich eine andere ist?

Dass sich andere Berufsgruppen wie Politiker ebenfalls der Wahrheit stellen müssen, hob Bundestagsvizepräsident Singhammer hervor. Die Suche nach wahren, guten und gerechten Entscheidungen sei eine Herausforderung auch an die Politik. Dies zeige sich vor allem bei Fragen im Umgang mit dem menschlichen Leben, insbesondere zu Beginn und – wie in der gegenwärtigen Diskussion – am Ende des Lebens. Demokratie zeichne sich dadurch aus, dass sie offen sei für die Wahrheit und nicht behaupte, schon alles zu wissen, so der Politiker. Es gebe kaum ein anspruchsvolleres und ambitionierteres Thema.

Das zeigte sich dann auch in den Fachvorträgen. Der Liechtensteiner Philosoph Prof. Dres. Daniel von Wachter rief dazu auf, staatliche Gesetze zu hinterfragen und den Glauben an objektive Werte zu stärken. Der Glaube an objektives Recht sei erforderlich, um ungerechte Gesetze erkennen und dadurch Unrechtsregime verhindern zu können.

Der Zivilrechtler Prof. Dr. Hanns Prütting stellte dagegen in Frage, ob und wieweit der Mensch überhaupt objektive Wahrheit erkennen könne. Die juristische Wahrheit sei immer eine subjektive Wahrheit, nämlich die der Überzeugung des Richters, ob er etwas für wahr hält. Hinzu kämen weitere Schranken der Wahrheitsaufklärung, wie Beweisverwertungsverbote und die Regelung, dass im Zivilprozess nur die Umstände behandelt würden, die die Parteien innerhalb bestimmter Fristen einbrächten.

Auch der Staat kenne die Wahrheit nicht, betonte die Hochschullehrerin für öffentliches Recht, Prof. Dr. Anna Leisner-Egensperger. Der Staat könne nur die Suche danach fördern, etwa durch Finanzierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Für den Theologen Prof. Dr. Bertram Stubenrauch liegt die Wahrheit dagegen in der Person Jesus Christus. Die Wahrheit komme von sich aus auf die Menschen zu. Die Herausforderung sei, diese Beziehung zu leben. „Sie ist eine Tat. Sie geschieht. Sie passiert“, so der Theologe.

Für internationales Flair während des Kongresses sorgte die Teilnahme von Mitgliedern von Advocates International (AI), einer internationalen Vereinigung christlicher Juristen. Deren Vorstandsvorsitzender Brent M. McBurny ermutigte die Tagungsteilnehmer zur weltweiten Vernetzung. „Ganz gleich aus welchem Land wir kommen“, sagte er, „uns verbindet der christliche Glauben, und wir sprechen eine Sprache. Wir sprechen anwältisch.“

Auf der Tagung gab Christ und Jurist auch die Gründung eines Kuratoriums bekannt. Mitglieder sind Kongress-Schirmherr Dr. Johannes Friedrich, Dr. Hubertus Dessloch, ehemaliger Leiter der Bayerischen Vertretung bei der Europäischen Union, sowie Prof. Dres. Lutz Simon, ehemaliger Präsident der Europäischen Rechtsanwaltskammern und der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main.

Mehr über die Initiative Christ und Jurist finden Sie unter www.christundjurist.de . Bildquelle:kein externes Copyright

Christ & Jurist ist eine Initiative von Christen verschiedener Konfessionen, die einen juristischen Beruf erlernen, ausüben oder ausgeübt haben und die ihr Christsein und Juristsein enger miteinander verbinden möchten. In bundesweiten Wochenendtagungen sowie bei Regionaltreffen diskutieren die Teilnehmer von Christ & Jurist über juristische, theologische, philosophische, soziologische Hintergründe und Bezüge des Berufslebens. Getragen wird die Initiative von dem gemeinnützigen Verein Christ und Jurist e.V. mit Sitz in Frankfurt.

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Mobile Sicherheit und Anwendungen für Behörden

LOGIC INSTRUMENT und FOG kündigen Technologiepartnerschaft an

Für die Bereiche Behörden und öffentliche Sicherheit hat LOGIC INSTRUMENT jetzt eine Kooperation mit der FOG GmbH geschlossen. Damit ist der Spezialist für Mobile Computing in B2B-Märkten in der Lage, sichere Lösungen für einen weltweiten Datenaustausch zu entwickeln.

Die FOG GmbH als Solution-Partner ist Spezialist in der Entwicklung und Herstellung von Kommunikations-, Videoübertragungs-, Ortungs- und Funksystemen. Durch die Bündelung von Kompetenzen streben die beiden Unternehmen die Entwicklung neuer Produkte und Komplettlösungen für sensible Daten an.

Hier wird besonders der Fokus auf Softwarelösungen gelegt, die eine intuitive Bedienung auf der Grundlage vorhandener Gewohnheiten ermöglicht. Beide Unternehmen verfolgen das Ziel, mit den Smartphones von LOGIC INSTRUMENT und auf Basis der neuen Software einen kostengünstigen, stabilen, qualitativ hochwertigen und weltweit nutzbaren Datenaustausch sicherzustellen. Die Lösung soll keinerlei Einschränkungen durch eine schlechte Netzabdeckung aufweisen und ist bestens geeignet, auch in Schwellenländern wie Brasilien eine sichere Kommunikation zu ermöglichen.

Behörden haben spezielle Anforderungen

Mit seinen profunden Marktkenntnissen in Industrie und Verteidigung nutzt LOGIC INSTRUMENT solche Technologiepartnerschaften, um seine Qualitätsprodukte noch sicherer zu machen. Dank der Expertise von FOG kann der Spezialist für professionelle Mobile-IT-Lösungen besser auf die speziellen Bedürfnisse seiner Kunden aus dem Bereich Behörden und Sicherheit eingehen.

Über FOG GmbH
Seit 1998 im Bereich der Entwicklung funktechnischer Systeme und Softwarelösungen basierend auf Android, Windows und Linux. Viele unserer Entwicklungen resultieren aus Problemstellungen, die von Behörden und Unternehmen an uns herangetragen wurden. Bei unseren Lösungen stehen die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden im Mittelpunkt und werden Europaweit genutzt. Webseite: www.fog-gmbh.com

Bildquelle: 

Gegründet 1987, entwickelt und vertreibt LOGIC INSTRUMENT Tablets, Smartphones und Laptops, basierend auf Android und Windows Betriebssystemen, für den Einsatz unter widrigen Bedingungen und in der Business-Welt, LOGIC INSTRUMENT betreibt mehrere Niederlassungen und Tochtergesellschaften und ist auf allen Kontinenten vertreten. Zu den Kunden zählen viele große Konzerne und internationale Unternehmen. LOGIC INSTRUMENT ist an der Pariser Börse NYSE Alternext gelistet (ALLOG). Website : www.logic-instrument.com

Logic Instrument
Daniel Schröder
Taunusstr. 51
80807 München
+33 1 39 35 61 98
daniel.schroeder@logic-instrument.com
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Alpha & Omega PR
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SecurEnvoy erleichtert Remote-Arbeit in Städten und Gemeinden

Tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung für öffentliche Verwaltungen

Frankfurt/London, 17. März 2014 – Vom Ordnungsbeamten bis zum Straßen-meister – Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen arbeiten oft von unterwegs aus. Sie sind darauf angewiesen, remote auf Netzwerke von Städten oder Gemeinden zuzugreifen und dort ihre Aufträge zu dokumentieren. Im System identifizieren sich die Angestellten vielerorts per Zwei-Faktor-Authentifizierung und nutzen dafür ein Hardware-Token. Bei dieser Methode schnellen jedoch häufig die Anschaffungs- und Wartungskosten in die Höhe. Alternativ bietet Hersteller SecurEnvoy eine tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Dabei melden sich Remote-Mitarbeiter mittels Smartphone & Co sicher, schnell und komfortabel im Netzwerk an.

Traditionelle Token wie z.B. Smartcards werden in vielen Firmen neben den Login-Daten zur Legitimierung genutzt. Das Implementieren ist oft langwierig und der Austausch defekter Token gestaltet sich kostspielig. SecurEnvoy ermöglicht es Unternehmen, Smartphones, Laptops oder Tablets als Authentifizierungsgeräte zu nutzen. Eine Methode der Lösung SecurAccess ist es, dynamisch SecurAccess generierte Passwörter per SMS oder E-Mail an die Mobilgeräte der Mitarbeiter zu senden. Die Passwörter bilden zusammen mit den Login-Daten die tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dadurch greifen z.B. Angestellte öffentlicher Verwaltungen schnell und komfortabel auf das Netzwerk zu. Praxisbeispiele wie der Londoner Stadtbezirk „Royal Borough of Kensington and Chelsea“ verdeutlichen die Vorteile der tokenlosen Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Betriebskosten reduzieren
Der Bezirk am westlichen Rand der englischen Hauptstadt beschäftigt Tausende öffentliche Angestellte, die sich um die Belange der rund 150.000 Einwohner kümmern. Dabei greifen immer mehr Mitarbeiter remote auf das Hauptnetzwerk der Verwaltung zu. Die Außendienstler trugen jahrelang ein physisches Token mit sich, das Zugangscodes für die Authentifizierung im Netzwerk erzeugte. Diese Methode stellte sich jedoch als zeitraubend und unsicher heraus. Token gingen z.B. verloren oder wurden in Laptops steckengelassen. Durch ständige Neuanschaffungen stiegen die Betriebskosten an. Die Verantwortlichen fanden einen besseren, tokenlosen Weg und implementierten eine tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung mittels SecurAccess.

„Der Stadtbezirk hatte bereits über 1.000 Mitarbeiter mit Mobiltelefonen ausgestattet. Diese Investition wollten wir nutzen und die Kosten für physische Token einsparen“, erklärt Russell Hookway, Network & Telecommunications Manager des Royal Borough of Kensington and Chelsea. „Das gute Preis-Leistungsverhältnis war ein weiterer Grund, warum wir die Technologie von SecurEnvoy unbedingt einsetzen wollten.“

Sicherheitsbedenken ausräumen
Das Stadtparlament der schottischen 140.000 Einwohner-Stadt Dundee nutzt die tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung ebenfalls erfolgreich. Ziel des City Councils war es, die Sicherheitsbedenken bezüglich des ortsunabhängigen Netzwerkzugriffs der Mitarbeiter auszuräumen. Das Stadtparlament unterliegt dabei den Anforderungen des Scottish Government“s Code of Conduct and Compliance (CoCo) für Kommunalbehörden.

„Wir wollten die Sicherheit unserer Virtual Private Networks verbessern und mochten den einfachen und sicheren Zugangsprozess zum Netzwerk via SMS“, erläutert Graeme Quinn, IT Team Leader des Dundee City Council. „Fast jeder hat heutzutage ein Handy. Dadurch lassen sich die Gesamtkosten eingrenzen. SecurAccess ist für uns eine schnelle und einfache Lösung ist, um die Sicherheitsprobleme beim Remote-Zugriff zu beheben.“

Aufträge schneller erledigen
In der niederländischen Provinz Gelderland löste die tokenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung die Smartcards ab. Die Karten funktionierten häufig nicht. Daraus resultierten viele Helpdesk-Anrufe der Remote-Mitarbeiter sowie Verspätungen bei den Aufträgen. Card Reader stellen auch ein Problem dar, wenn Angestellte von zu Hause aus oder mittels persönlichem Device arbeiten. Dazu gibt es oft Schwierigkeiten, die korrekten Zertifikate für die Smartcards auszustellen. Die oft eingeschränkte Nutzung der Karten brachte die Provinz Gelderland dazu, einen schnelleren, einfacheren und kosteneffektiveren Weg zu wählen und die tokenlose Alternative zu nutzen. Über einen niederländischen IT-Provider nahm die öffentliche Verwaltung Kontakt zu SecurEnvoy auf und entschied sich für die Lösung SecurAccess. Der Effekt war schnell in der Praxis zu spüren: Die Bearbeitungszeiten einzelner Remote-Aufträge verkürzten sich von knapp 50 Minuten auf ca. 30 Sekunden.

Wer die SecurEnvoy-Methode kennenlernen möchte, kann sich unter http://securenvoy.de/demo/ für eine kostenfreie Live-Demonstration anmelden.

Über SecurEnvoy:
SecurEnvoy ist der Erfinder patentierter tokenloser Lösungen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Millionen Anwender weltweit profitieren bereits vom schnellsten mobilen Authentifizierungsprozess, der kein Token benötigt. Die Methode setzt auf Endgeräte wie Mobiltelefone, Smartphones, Tablets und Laptops, um den Passcode für die Identifizierung bereitzustellen. Sogar ohne Mobilfunk- oder Internetverbindung kann der User den Code mittels Voice Call empfangen oder sich über die One Swipe-Technologie ausweisen, die auf einem QR-Code-Scan basiert. Teil der Produktpalette des Unternehmens mit Sitz in London (UK), Frankfurt (D) und San Diego (USA) ist die Lösung SecurAccess. Die Administrations-Tools lassen sich unkompliziert in bestehende IT-Infrastrukturen integrieren und ermöglichen die Einbindung von bis zu 100.000 Usern pro Stunde. Neben der Auszeichnung von SecurAccess als „Best Buy“ durch das SC Magazine wurde SecurEnvoy im Gartner Magic Quadrant als „Visionary“ eingestuft. SecurEnvoy hat sich einen Kundenstamm in vertikalen Märkten aufgebaut, darunter Banken, Finanzen, Versicherungen, Behörden, Produktion, Marketing, Einzelhandel, Telekommunikation, Charity, Justiz und Baugewerbe aufgebaut. Dabei arbeitet der Authentifizierungsexperte mit Partnern wie AEP, Astaro, Cisco, Checkpoint, Citrix, Juniper, F5, Palo Alto, Sophos etc. zusammen. Weitere Information unter www.securenvoy.de.

SecurEnvoy Ldt.
Steve Watts
Mainzer Landstrasse 27 – 31
60329 Frankfurt am Main
02661-912600
swatts@securenvoy.com
http://www.SecurEnvoy.com

Sprengel & Partner GmbH
Olaf Heckmann
Nisterstrasse 3
56472 Nisterau
02661-912600
bo@sprengel-pr.com
http://www.sprengel-pr.com

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Denkmalschutz: Vernichtung von historischer Bausubstanz

Baupolizeiliche Vorschriften decken sich nicht immer mit den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes

Eric Mozanowski führte in Berlin / Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vertragsreihe zum Thema Denkmalschutz in Deutschland fort. Aus dem Kreis der Teilnehmer kam der Wunsch, wichtige Wissensmodule auch im Internet zu veröffentlichen. Dies ist Teil 40, welcher sich mit den Bauvorschriften und der Gestaltungsfreiheit betrug.

Bauvorschriften

Die Gestaltungsfreiheit der Investoren wird jedoch nicht allein von den Denkmalbehörden eingeschränkt. Zu den Bestimmungen der Denkmalschutzgesetze und -richtlinien kommen noch baupolizeiliche Vorschriften, die in der Regel aus den Landesbauordnungen abgeleitet werden. Sie tragen oft in erheblichem Maße zur Vernichtung historischer Bausubstanz bei. Die Reglungen schränken außerdem die ästhetische Wirkung der Baudenkmale stark ein und führen zu vermeidbaren Mehrkosten.

Treppen geben Grund zu Streitigkeiten

Ein ständiger Streitpunkt mit der Bauaufsicht sind beispielsweise Treppen. Ihr Steigungsverhältnis ist heute genau vorgeschrieben. Weicht die alte Treppe davon ab, wird oft eine Korrektur verlangt, obwohl diese nur durch Zerstörung der alten Treppe möglich ist. Man kann schließlich einen Treppenlauf nicht einfach absenken, weil dann Stufen und Geländer schräg stehen würden. Auch die Stufenhöhe wird oft vorgeschrieben. Sie soll stets gleich sein, was beispielsweise bei alten, ausgetretenen Steintreppen oft nicht der Fall ist. Außerdem sollen Treppengeländer mindestens 100 Zentimeter (in Wohnhäusern 90 Zentimeter) hoch sein und aus senkrechten Stäben von maximal 12 cm Abstand bestehen. Aus diesen Vorschriften resultieren oft anspruchslose Einheitstreppengeländer, die historische Räume verschandeln. Daher sollten sich Bauherren nach Möglichkeit immer bemühen, die vorhandenen Treppengeländer zu retten oder für die Gestaltung der neuen eine Ausnahme beim Bauamt zu erwirken.

Kopf einziehen bitte!

Problematisch sind die baupolizeilichen Vorschriften auch hinsichtlich der Deckenhöhen. Bei historischen Bürger- und Bauernhäusern haben die einzelnen Geschosse nicht immer die geforderte Höhe von 2,50 Meter. Im Erdgeschoss kann das geforderte Maß meist noch dadurch erreicht werden, dass der Fußboden etwas abgesenkt wird. Das funktioniert jedoch nur, wenn das Haus keinen Keller hat. Bei geschäftlicher Nutzung bietet sich oft an, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zu vereinen und Teile des entstandenen Raumes mit Galerien zu überbauen. Darüber hinaus kann manches Obergeschoss durch den Ausbau der Deckenfelder zum Dachgeschoss hin geöffnet werden. Die Deckenbalken verlaufen dann frei im Raum. Das ist oft von hohem ästhetischem Reiz.

Besonders problematisch ist die Frage der Geschosshöhe bei Gaststätten oder Geschäften, weil hier außer der Baupolizei auch noch die Gewerbeaufsicht mitwirkt. Bei Schaffung eines hohen durchgehenden Mittelteils dürfen die sich zu diesem öffnenden Seitenräumen jedoch niedriger sein als bei Neubauten vorgeschrieben. Das wird jedoch oft nur genehmigt, wenn man das Glück hat, verständnisvolle Beamte bei den Genehmigungsbehörden anzutreffen.

Darüber hinaus referierte Eric Mozanowski in Stuttgart noch über weitere Besonderheiten in besonderen Gebäuden, die eine gute Sanierung auch in Bezug der ästhetisch überstanden haben.

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

Eric Mozanowski führte in Berlin / Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Themengebiet Denkmalschutz in Deutschland fort. Wichtige Wissensmodule werden auf Wunsch auch im Internet veröffentlicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Geschichte von Denkmalimmobilien und der Wandel in die heutige Zeit mit den gegebenen Veränderungen und Ansprüchen, die Modernisierung und Sanierung von Denkmalimmobilien mit sich bringen. Weitere Informationen unter: www.immobilien-news-24.org

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Allgemein

Denkmalschutzbehörde Mitspracherecht bei Sanierung und Umbauten

Eric Mozanowski führte in Berlin / Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Thema Denkmalschutz in Deutschland fort. Aus dem Kreis der Teilnehmer kam der Wunsch wichtige Wissensmodule auch im Internet zu veröffentlichen. Dies ist Teil 21, welcher sich mit der Frage welche Voraussetzungen für die Gewährung von Steuervorteilen bei Denkmalsanierungen und Umbauten betrug.

Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde

Voraussetzungen für die Gewährung der Steuervorteile durch die Finanzverwaltung sind das Fortbestehen der Denkmaleigenschaft im Absetzungszeitraum und eine entsprechende Bescheinigung der zuständigen Denkmalbehörde. Das bedeutet: Sanierung und Umbauten müssen in Abstimmung mit der Denkmalbehörde durchgeführt werden. Sie muss bereits vor Beginn der Planung eingeschaltet werden, und die Festlegungen der Behörde sind bei der Durchführung der Sanierung in vollem Umfang zu berücksichtigten. Eine nachträgliche Genehmigung von baulichen Veränderungen ist nicht zulässig. Die Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde ist gesondert neben der in jedem Fall notwendigen Baugenehmigung oder Erlaubnis erforderlich. Letztere können die für die Steuervergünstigungen notwendige Abstimmung nicht ersetzen, weil sie in einigen Bundesländern letztlich abweichend von der Stellungnahme der Denkmalbehörde erstellt werden können.
Aufgrund der großen finanziellen Tragweite betrug der besondere Wert auf einen einwandfreien Nachweis für die Bescheinigungsbehörden, sowohl in der Bescheinigung zu beziffernden Kosten als auch der Abstimmung. In den Akten wird daher in der Regel genau festgehalten, was zwischen Eigentümer und Behörde besprochen, welche Veränderungen erlaubt, welche Beseitigungen gestattet, welche Untersuchungen und Arbeitsschritte festgelegt wurden.

Bereits vor Beginn der Maßnahme kann auf Wunsch des Eigentümers in einem Vorbescheid die Denkmaleigenschaft des Gebäudes und die Übereinstimmung der geprüften Planung mit den denkmalpflegerischen Forderungen bestätigt werden. Möglich sind auch verbindliche Auskünfte, wenn daran ein begründetes Interesse besteht. Bei Auftreten neuer Fragestellungen während der Ausführung muss sich der Denkmaleigentümer erneut mit der zuständigen Behörde abstimmen. Nach Abschluss der gesamten Arbeiten oder auch für einzelne abgeschlossene Jahresabschnitte wird die Bescheinigung erteilt, sobald die Rechnungen vorliegen. Dabei muss der Steuerpflichtige alle Originalrechnungen einschließlich der Einzelbelege vollständig und nach Gewerken geordnet auflisten und dem Antrag beifügen.

Die Bescheinigung ist nicht kostenfrei, vielmehr werden Gebühren nach den Kostengesetzen erhoben. Eine Rücknahme der Bescheinigung ist möglich, wenn beispielsweise die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, die Maßnahmen nicht vorher abgestimmt waren oder wenn Verfahrensfehler vorliegen. Gegen die Entscheidung der Bescheinigungsstelle kann der Steuerpflichtige im Verwaltungsverfahren vorgehen und gegebenenfalls bei den Verwaltungsgerichten klagen.

Zudem ist zu beachten, dass sich die Bescheinigungen auf die Tatbestände des Denkmalrechts beschränken. Die steuerrechtlichen Voraussetzungen der Begünstigung werden von den für die Bescheinigungen zuständigen Denkmalschutzbehörden nicht geprüft.

Die Bescheinigung dokumentiert somit,
– ob das Gebäude oder der Gebäudeteil nach den landesrechtlichen Vorschriften ein Baudenkmal ist,
– ob die Baumaßnahmen nach Art und Umfang
– zur Erhaltung des Gebäudes oder Gebäudeteils als Baudenkmal oder
– zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich waren,
– ob die Arbeiten vor Beginn und bei Planungsänderung vor Beginn der geänderten Vorhaben mit der Bescheinigungsbehörde abgestimmt waren,
– in welcher Höhe die Aufwendungen diese Voraussetzungen erfüllen,
– ob und gegebenenfalls in welcher Höhe öffentliche Zuschüsse durch eine der für Denkmalschutz oder Denkmalpflege zuständigen Behörden gezahlt worden sind und
– ob nach dem Ausstellen einer Bescheinigung solche Zuschüsse gezahlt worden sind.

In einigen Gegenden Deutschlands muss sich der Investor allerdings darauf einstellen, dass eine Bescheinigung zwei bis drei Jahre Wartezeit der Denkmalbehörden betrug und damit auf mögliche Steuervergünstigungen warten muss. Eric Mozanowski erklärt den Teilnehmern in Stuttgart: „Dies liegt daran, dass die Denkmalschutzbehörden manchmal sehr lange brauchen, um anhand der Rechnungen des Bauträgers zu ermitteln, welche Baukosten als begünstigt anzuerkennen sind.“ Darüber hinaus referierte Eric Mozanowski in Stuttgart über die weiteren Möglichkeiten der Gebühren und Kostensätze für die Bescheinigung und den lohnenden Aufwand, der zum Steuervorteil führt.

V.i.S.d.P.:
Eric Mozanowski
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Eric Mozanowski, ehemaliger Vorstand der ESTAVIS AG, führte in Berlin / Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Themengebiet Denkmalschutz in Deutschland fort. Aus den Kreisen der Teilnehmer kam der Wunsch, wichtige Wissensmodule auch im Internet zu veröffentlichen. Weitere Informationen unter: www.estavis.de

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