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Schüler auf dem Weg in den Vorstand

Beim bundesweiten Schülerwettbewerb CHEF für 1 TAG haben Eduard-Spranger-Schüler aus Freudenstadt in der ersten Etappe gesiegt.

Schüler auf dem Weg in den Vorstand

Eduard-Spranger-Schüler im Chefgespräch mit Norwin Graf Leutrum von der BW-Bank

Beim bundesweiten Schülerwettbewerb CHEF für 1 TAG haben 29 Schüler der Eduard-Spranger-Schule in Freudenstadt in der ersten Etappe gesiegt. In ihrer Bewerbungsarbeit nutzten sie die Möglichkeiten des Internets und überzeugten als zeitgemäße Kommunikatoren. Nun wollen sie herausfinden, wie viel Führungspotenzial in ihnen steckt und wie es an der Spitze einer traditionsreichen Bank im Zeitalter der Digitalisierung zugeht. Dazu haben sie einen Gesprächsvormittag mit einem Vorstand der BW-Bank verbracht. Für die weitere Aktion verfolgen die Schüler einen Plan: Einer von ihnen soll in die Vorstandsetage der Bank einziehen – für einen Tag.
Was gehört dazu, Verantwortung für eine regional bedeutende Bank zu übernehmen, für die Mitarbeiter, die Kunden und die Stakeholder? Und wie gelangt man auf eine solche Position? Die Schüler der Eduard-Spranger-Schule nutzten den Besuch von Norwin Graf Leutrum von Ertingen, Vorstandsmitglied der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank), um mehr über modernes Banking und das Führen eines großen Unternehmens zu erfahren. Und sie haben im Gespräch mit dem Top-Manager eine Idee davon bekommen, wie man den Grundstein für einen erfolgreichen Start in die Zeit nach dem Abitur legt.
Ende dieses Jahres wird Graf Leutrum symbolisch seinen Posten für einen Tag einem jungen Managementtalent aus dem Wirtschaftsgymnasium überlassen. „Diese Aktion ist toll“, erklärte Graf Leutrum. „Früher hat das Thema Wirtschaft in der Schule so gut wie gar nicht stattgefunden. Deshalb ist die Unterstützung der Aktion CHEF für 1 TAG für mich keine Frage gewesen. Ich halte es für wichtig, früh Brücken zwischen Schule und Ausbildung zu schlagen“, sagt der Vorstand, der selbst Vater von drei schulpflichtigen Kindern ist.
Möglich macht dies die Aktion CHEF für 1 TAG. In dem bundesweiten Wettbewerb können Schüler unternehmerisches Denken und Führungsqualitäten unter Beweis stellen. Sie erfahren, welche Herausforderungen auf Top-Manager warten, und können vor allem herausfinden, welche Fähigkeiten sie selbst haben. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren werden die Managementtalente ermittelt. Dazu unterzieht die Personalberatung Odgers Berndtson die 16- bis 19-Jährigen im September einem „Chef-Casting“. Es enthält Elemente eines professionellen Management Audits. Genau wie bei der Besetzung von Spitzenpositinen in Wirtschaft, Verbänden und Organisationen, ermitteln die Spezialisten heute schon vorhandene Managementpotenziale bei den Schülern.
Am Ende des Castings stehen sie fest: Fünf junge Sieger, die einen Tag lang in die Fußstapfen von fünf Spitzenmanagern treten. Neben Graf Leutrum (Vorstand der BW-Bank) sind dies in diesem Jahr: Andreas Mundt (Präsident des Bundekartellamts), Prof. Klaus-Dieter Scheurle (Sprecher der Geschäftsführung der DFS Deutsche Flugsicherung), Andreas Storm (Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit) und Wilfried Vyslozil (Vorstandsvorsitzender der SOS Kinderdörfer weltweit).

Die Initiative CHEF für 1 TAG© führt jährlich einen bundesweiten Schülerwettbewerb durch.
Wirtschaft, Unternehmen und Top-Manager in der Praxis kennenlernen, Neues über sich selbst erfahren, an einem professionellen Junior-Management-Audit teilnehmen und dann für einen Tag Top-Managern großer Unternehmen und Institutionen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Das erleben Schüler der Sekundarstufe II bei der Aktion CHEF für 1 TAG©. Sie wird unterstützt von Focus Money, dem Focus Magazin Verlag, Odgers Berndtson, der Stiftung Lesen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

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Warenbetrug beim Online-Einkauf vermeiden!

Manipulierte Bewertungen und Fake-Shops

Warenbetrug beim Online-Einkauf vermeiden!

Foto: Fotolia / kebox (No. 5724)

sup.- So viele zufriedene Kunden? Da kann man doch nichts falsch machen! Für rund drei Viertel aller Online-Shopper spielen die Produktbewertungen im Netz eine Rolle bei ihrer Kaufentscheidung. Laut einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitcom hält ein Drittel der Befragten die Urteile anderer User sogar für ebenso wertvoll wie die persönlichen Empfehlungen von Familienmitgliedern oder Freunden. Aber machen die Online-Rezensionen das Warenangebot im Internet wirklich transparenter? Netz-Experten warnen vor einer Vielzahl gefälschter Kommentare, hinter deren Lob oder Abwertung oftmals sogar professionelle Dienstleister stehen. Für den Kunden sind diese manipulierten Urteile nur schwer zu erkennen, weil ihnen nicht selten durch Grammatik- oder Rechtschreibfehler der Anschein von Authentizität verpasst wird. Grundsätzlich, so die Empfehlung von Verbraucherschützern, sollten identische Formulierungen in mehreren Bewertungen ein Warnsignal sein, ebenso allzu deutlich werbende oder abfällige Urteile.

Aber auch ein ehrlich gemeinter Nutzer-Kommentar ist nicht unbedingt hilfreich, wenn dem Verfasser jede Vergleichsmöglichkeit mit anderen Produkten fehlt. Eine gesunde Skepsis gegenüber unbedachten Klicks beim Online-Shopping ist deshalb stets angebracht. Erst recht, weil es in letzter Zeit immer häufiger vorkommt, dass sich ganze Verkaufsportale als Fake-Shops erweisen. Der Kunde glaubt, ein besonders günstiges Schnäppchen aufgespürt zu haben, bekommt dann aber mangelhafte, falsche oder auch gar keine Ware geliefert. Nach Angaben des Bundesjustizministeriums hat diese Form von Online-Betrug mittlerweile ein enormes Ausmaß erreicht. Die Strafverfolgung verläuft meist im Sande, weil sich die Server der Portale im Ausland befinden.

Um diesen Gefahren beim Internet-Einkauf zu entgehen, bevorzugen zahlreiche Verbraucher Shopping-Portale, auf denen beispielsweise der Hersteller selbst seine Produkte exklusiv, zu fairen Geschäftsbedingungen und mit abgesicherten Bestellmodalitäten anbietet. Leider wird auch diese Form von Transparenz in Deutschland zunehmend erschwert: Das Bundeskartellamt verbietet in vielen Fällen die Exklusivität des Online-Vertriebs durch den Hersteller oder durch speziell lizensierte Vertriebspartner, weil es darin eine Benachteiligung der anderen Online-Shops sieht. Die Folge: Hochwertige Qualitätsprodukte müssen zwischen Billigware, Privatverkäufen, Secondhand-Deals und nicht überprüfbaren Bewertungen angeboten werden, wo sie vom interessierten Verbraucher nur mit Mühe zu finden sind. Sicherheit und Lieferzuverlässigkeit bleiben auf der Strecke, weil sich die dafür angemessenen Preise in dem „Discountry“ der Schnäppchen-Portale nur schwer durchsetzen lassen. Kritiker dieser Behörden-Strategie wie der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel sehen darin eine Entmündigung der Kunden. In dem Fachbuch „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) plädiert Brendel dafür, beim Online-Shopping die Auswahl zwischen unterschiedlichen Qualitäts- und Preisstufen dem Käufer zu überlassen und nicht amtlicherseits einzuschränken.

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Markenprodukte erfüllen Qualitätsansprüche

Mehrzahl der Verbraucher setzt auf bewährte Namen

Markenprodukte erfüllen Qualitätsansprüche

Grafik: Supress (No. 5712)

sup.- Qualitätsansprüche und positive Erfahrungswerte sind die wesentlichen Motive, die einen Verbraucher zu bekannten Markennamen greifen lassen. Das hat eine repräsentative Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG (PwC) ergeben. Danach entscheiden sich 66 Prozent der Bundesbürger für ein Markenprodukt, weil sie von dessen Qualität überzeugt sind. Der wichtigste Grund für dieses Vertrauen wird gleich mitgeliefert: Ein ebenso großer Prozentanteil gibt an, dass die bisherigen guten Erfahrungen mit diesem Produkt den Ausschlag geben. Diese Markentreue hat häufig eine lange Tradition: 72 Prozent der Befragten bevorzugen bestimmte Markenprodukte, weil sie ihnen bereits seit der Kindheit vertraut sind. Auch ein höherer Preis der Produkte wird angesichts dieser Wertschätzung als gerechtfertigt angesehen: „Markenprodukte sind teurer, weil sie hochwertiger hergestellt und verarbeitet sind“, so lautet die Einschätzung der meisten Umfrageteilnehmer.

Auf diese Kriterien wird besonders großer Wert gelegt, wenn es beispielsweise um besondere Anlässe bzw. um Geschenke geht. 71 Prozent der Konsumenten kaufen gezielt Markenprodukte, um mit ihren Weihnachts- oder Geburtstagspräsenten höchsten Qualitätsansprüchen zu genügen oder sich selbst einmal etwas wirklich Gutes zu gönnen. Typische Geschenkartikel führen entsprechend die Rangliste der Produktgattungen an, bei denen der Markenname eine entscheidende Rolle spielt. Bei den Bereichen Elektronik sowie Kosmetik und Körperpflege, bei Haushaltsgeräten, Werkzeugen und Wasch- bzw. Reinigungsmitteln, bei Lebensmitteln und Getränken ist es jeweils eine Mehrheit der Verbraucher, die ganz bewusst auf bewährte Marken achtet.

Leider wird das starke Qualitätsbewusstsein der Deutschen ausgerechnet vom Bundeskartellamt oftmals unterlaufen. Für diese Behörde zählen die höheren Produktionskosten oder umfangreichere Serviceleistungen bekannter Markenhersteller nämlich nicht als zulässiger Rahmen für die Preisgestaltung. Stattdessen wird jeweils nur der günstigste Vergleichsartikel im entsprechenden Discount-Angebot als Kalkulations-Limit akzeptiert. Hersteller, die sich diesem „Discountry“ verweigern und durch eine aufwändige Fertigung samt Qualitätssicherung, durch Produktinnovationen und exklusive Vertriebswege die Angebotsvielfalt für markenorientierte Verbraucher erweitern möchten, geraten schnell ins Visier der Wettbewerbshüter. Für sein Buch „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) ist der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel diesen Zusammenhängen nachgegangen. Sein alarmierendes Fazit: Die Markenqualität könnte bei dem behördlich verordneten Niedrigpreis-Niveau letztlich ebenso auf der Strecke bleiben wie die individuelle Entscheidungsfreiheit der Verbraucher.

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Wunsch nach Beratung beim Sportartikel-Kauf

Qualität ist wichtiger als der Preis

Wunsch nach Beratung beim Sportartikel-Kauf

Grafik: Supress (No. 5611)

sup.- Jung, aktiv und ständig online mit dem Rest der Welt verbunden: So muss man sich wohl einen typischen „Smart Native“ vorstellen, dem die Medien in jüngster Zeit viel Aufmerksamkeit schenken. Gemeint sind Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, die mit dem Internet aufgewachsen sind und ihre alltäglichen Aktivitäten vorwiegend per Smartphone bestreiten. Als Zielgruppe fürs Marketing ist dieser Typus besonders interessant, weshalb sich mittlerweile auch zahlreiche Studien mit seinem Einkaufsverhalten beschäftigen. Und das fällt manchmal anders aus als die hohe Nutzungsintensität von Online-Shopping und Social Media bei den jungen Verbrauchern vermuten lässt. So sind 82 Prozent der Smart Natives mindestens einmal wöchentlich sportlich aktiv und zeigen sich gerade für Trendsportarten und neue Accessoires wie Fitness-Apps aufgeschlossen. Und mehr als die Hälfte von ihnen trägt Sportbekleidung teilweise auch im Alltag. Aber die naheliegende Vermutung, dass die Internet-Generation den Einkauf von Sportartikeln bereits schwerpunktmäßig ins Netz verschoben hat, wird jetzt von einer repräsentativen Studie widerlegt. Nach dem aktuellen „Consumer Barometer“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und des Instituts für Handelsforschung (IFH) bevorzugen nur 32 Prozent aller deutschen Verbraucher den Online-Kauf von Sportausrüstungen wie Helmen, Snowboards, Fußbällen etc. Bei Sportbekleidung sind es nur 31 Prozent und bei Sportschuhen sogar nur 21 Prozent, die für diese Anschaffungen einen Internet-Shop nutzen. Die Mehrheit gibt also nach wie vor dem Einkauf im Sportfachhandel, bei einem auf Sport spezialisierten Filialisten bzw. anderen stationären Geschäften oder direkt beim Hersteller den Vorrang.

Damit werfen die Umfrageergebnisse erneut ein Licht auf die fragwürdige Praxis des deutschen Bundeskartellamtes, das seit Jahren die Vertriebswege von Sportartikel-Produzenten genau entgegengesetzt dieser Verbraucher-Vorlieben zu regulieren versucht. Hersteller, die wegen des hohen Beratungsbedarfs ihrer Produkte das persönliche Verkaufsgespräch im Fachgeschäft ebenfalls für unverzichtbar halten und den Online-Vertrieb deshalb vermeiden möchten, geraten immer öfter ins Visier der Wettbewerbshüter. Ihnen wird beispielsweise untersagt, bei der Preisgestaltung den hohen Mehraufwand echter Filialen für Personal, Verkaufsfläche, Testmöglichkeiten und weitere Serviceleistungen zu honorieren. Richtschnur für den Preis soll stattdessen ein „Discountry“ sein, in dem der jeweils billigste Vertriebsweg einer Branche den genehmigungsfähigen Rahmen vorgibt. Unter dem Vorwand, Chancengleichheit herstellen zu wollen, verhindert die Kartellbehörde damit letztlich jeden Markt für qualitätsorientierte Produkte und Vertriebskanäle. „Durch Missbrauchsverfahren versucht sie, in einer Vollkostenkalkulation relevante Serviceleistungen aus der Preisgestaltung herauszunehmen und damit Geschäftsmodelle zu kippen“, schreibt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel , Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5). Dabei belegen auch die Umfrageergebnisse des „Consumer Barometer“: Mit 80 Prozent ist die Qualität das wichtigste Kriterium beim Kauf von Sportartikeln. Der Preis kommt dagegen nur auf 62 Prozent der Nennungen.

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Beim Einkaufen wird der Service immer wichtiger

Studie bescheinigt Konsumenten Qualitätsbewusstsein

Beim Einkaufen wird der Service immer wichtiger

Grafik: Supress

sup.- Auch wenn manche Werbekampagnen noch immer etwas anderes vermuten lassen: Die deutschen Verbraucher sind mehrheitlich nicht mehr die Schnäppchenjäger, die beim Shoppen ausschließlich der günstigste Preis interessiert. Stattdessen spielen Beratung, das Einkaufserlebnis und weitere Serviceleistungen eine zunehmend wichtige Rolle. „Sie wissen, was sie wollen“, so fasst der Technologiedienstleister Cognizant die Ergebnisse seiner aktuellen Konsumentenstudie zusammen. Die bisher für ganz Europa ermittelten Umfrageergebnisse wurden jetzt erstmals gesondert für Deutschland ausgewertet und liefern interessante Erkenntnisse. Danach haben die deutschen Kunden heute klare Vorstellungen davon, „welchen Preis sie zu zahlen bereit sind und welche Dienstleistungen sie dafür erwarten. Sie sind geübt darin, Produkte zu recherchieren, Preise zu vergleichen und Lieferoptionen einander gegenüberzustellen.“

Dieses Qualitätsbewusstsein verdeutlichen unter anderem die vielfältigen Erwartungen, die nach Angaben der befragten Konsumenten jeweils gegen die Wahl des billigsten Anbieters sprechen: So sind 48 Prozent von ihnen bereit, für ein Produkt oder eine Dienstleistung mit echter Garantie mehr Geld auszugeben. Für immerhin 35 Prozent sind die Versand- und Lieferkosten einen Zuschlag wert und 33 Prozent akzeptieren dies bei kundenfreundlichen Rücknahmekonditionen. Rund ein Viertel aller Befragten nennen jeweils Treue- oder Kundenbindungsprogramme, eine einzigartige Produktvariante oder die Unterstützung nach dem Kauf als ausreichenden Grund für einen höheren Preis.

Die eigene Bequemlichkeit sowie der Service beim Kaufprozess, die ebenfalls angeführt werden, dürften sich in den Details wohl überschneiden. Aber deutlich wird: Beim Kaufen geht es längst nicht mehr um die pure Ware, sondern ebenso um die Rahmenbedingungen. Dass diese natürlich auch den Preis beeinflussen, ist für die deutschen Verbraucher kein Kaufhindernis. Damit sind sie allerdings in ihrem Marktverständnis mindestens einen Schritt weiter als die Verantwortlichen des Bundeskartellamtes, die den Wert der erwünschten Serviceleistungen regelmäßig in Frage stellen. Durch eine Reihe behördlicher Entscheidungen gegen Händler und Hersteller, von denen stets eine Orientierung am niedrigen Preisniveau eines „Discountry“ verlangt wird, soll den Verbrauchern das gerade wachsende Qualitätsbewusstsein offensichtlich wieder ausgetrieben werden. „Wer eine derart auf den Preis fokussierte Sicht vertritt, der kann unmöglich verstehen, dass beispielsweise die Preise eines serviceorientierten Anbieters, also der Preis für ein Produkt plus Dienstleistungen, nicht mit dem reinen Produktpreis eines anderen Anbieters, der keine Zusatzleistungen erbringt, verglichen werden können“, schreibt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel . In seinem Fachbuch „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) schildert er die fatalen Folgen der Eingriffe in unternehmerische Geschäftsmodelle.

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Luxusmarken mit individueller Online-Präsenz

Kunden erwarten Exklusivität auch im Internet

Luxusmarken mit individueller Online-Präsenz

Foto: Fotolia / Peter Atkins

sup.-Nahezu alles, was es zu kaufen gibt, kann heute auch über das Internet erworben werden. Selbst exklusive, hochwertige Markenprodukte, die vom Kunden größere Investitionen erfordern, lassen sich per Mausklick am heimischen PC bestellen. Aber könnte diese Digitalisierung des Handels nicht gerade bei den angesehenen Luxusmarken zu einer Abwertung in der Wahrnehmung der Verbraucher führen? Das war die Fragestellung bei einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Prophet zum Online-Shopping auf gehobenem Niveau. Das eindeutige Ergebnis: Die Wertschätzung edler Produkte ist nicht gefährdet, wenn es dem Hersteller gelingt, die Individualität seiner Marke im Internet ebenso zu schützen wie im Offline-Handel. „Luxusmarken wollen das Kundenerlebnis selber bestimmen – etwa in eigenen Geschäften in guter Lage“, sagt der Markenexperte Tobias Bärschneider: „Diese Konzepte funktionieren auch im Netz. Auch dort ist der eigene Shop immer die beste Lösung.“ Für 84 Prozent der befragten Studienteilnehmer in Deutschland ist eine attraktive, auch mobil erreichbare Online-Präsenz hochwertiger Produkte längst ein Muss. Und 86 Prozent sind sogar der Meinung, dass das Internet gerade bei Luxusmarken eine gute Plattform für Kundenerlebnisse bietet.

Um diese Erlebnisse dauerhaft zu gewährleisten, empfehlen die Markenstrategen durchdacht inszenierte, selektive Aktivitäten im Netz und Distanz zu den Auftritten anderer Anbieter. Genau diese wichtigen Weichenstellungen für eine exklusive Online-Präsenz werden allerdings zunehmend vom Bundeskartellamt torpediert. Die Wettbewerbshüter betrachten es als kartellrechtlichen Verstoß, wenn ein Markenhersteller sich durch eigene und exklusiv genutzte Vertriebskanäle vom Discount-Niveau anderer Online-Shops abgrenzen möchte. Selbst der Verweis auf große Differenzen bei Fertigungsaufwand, Qualitätskontrolle und Serviceleistungen sowie auf eine entsprechend abweichende Preisgestaltung gilt bei der Kartellbehörde nicht als Argument. „Deutschen Herstellern wird es immer schwerer gemacht, über die jeweils passenden Vertriebswege ihrer Produkte selbst zu entscheiden“, kommentiert der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel , Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5): „Sie müssen einem Verkauf im Niedrigpreis-Umfeld zustimmen, selbst wenn sie ihre hochwertigen und beratungsbedürftigen Markenartikel dort gar nicht sehen möchten.“ Das Bundeskartellamt verspricht sich von diesen Vorgaben „preissenkende Tendenzen“. Die wahrscheinlichere Folge dieser Behördenpolitik ist aber ein austauschbares „Discountry“ auf unterstem Preisniveau und ohne echte Auswahlmöglichkeiten. Die Freiheit zur individuellen Kaufentscheidung wird dem Kunden nämlich genommen, wenn die spezifischen Vorzüge exklusiver Luxusmarken bei deren Vertrieb nicht mehr angemessen berücksichtigt und geschützt werden dürfen.

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Sportartikel erfordern individuelle Beratung

Gesundheitsrisiko durch Fehlkäufe im Internet

Sportartikel erfordern individuelle Beratung

Foto: Fotolia / ARochau

sup.- Wozu brauche ich persönliche Fachberatung? Kann man doch alles im Netz nachlesen! Diese Haltung bestimmt heute das Einkaufsverhalten zahlreicher Online-Shopper. Sie sparen sich bei einer immer größeren Bandbreite von Produkten den Weg zum lokalen Ladengeschäft und suchen stattdessen alle Informationen, Preisvergleiche, Kundenbewertungen und Bestellmöglichkeiten direkt im Internet. Lediglich 13 Prozent aller Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch nie per Mausklick eingekauft. Der große Rest schätzt die Annehmlichkeiten der unzähligen Schaufenster am heimischen Monitor und ordert heute mit Vorliebe Kleidung bzw. Sportartikel: 66 Prozent aller Online-Kunden bestellen gelegentlich oder regelmäßig Produkte aus dieser Kategorie, die damit die Rangliste der Internet-Handelswaren deutlich dominiert. Die Umtausch-Optionen der meisten Online-Shops forcieren den Trend: Was nicht passt oder gefällt, wird eben zurückgeschickt.

Gerade bei Sportbekleidung und anderen Ausrüstungsgegenständen für die körperliche Fitness könnte sich allerdings der Verzicht auf die Beratung im Fachgeschäft als folgenreicher Fehler erweisen. Denn es besteht längst nicht nur das Risiko, dass der Käufer etwa in ungeeigneter Funktionsbekleidung zu schnell schwitzt, friert oder in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Unerkannte Fehlkäufe bei Schuhen, Protektoren oder Helmen, bei Kletter-Ausrüstungen sowie weiterem Sicherheitszubehör können auch ernsthafte Verletzungen zur Folge haben. Es ist deshalb stets empfehlenswert, vor einem Kauf solcher Artikel den kompetenten Beratungs-Service eines Sportfachgeschäfts in Anspruch zu nehmen. Jeder Einkauf im stationären Handel setzt auch ein Zeichen gegen die aktuellen Bestrebungen des Bundeskartellamtes, diese kundenorientierten Offline-Serviceleistungen einzuschränken. Die Behörde möchte nämlich alle Hersteller zum Online-Handel verpflichten, selbst die, die ihre beratungsbedürftigen Sportartikel gar nicht im Netz zwischen Privatverkäufern, Secondhand-Ware und Discount-Angeboten sehen möchten. „Markenlieferanten, die ausdrücklich den Fachhandel bevorzugen oder den Mehraufwand der Händler angemessen honorieren, werden von der Kartellbehörde ausgebremst“, so Detlef Brendel , Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5).

Der Wirtschaftspublizist erläutert auch den Hintergrund dieser Markteingriffe: „Es sei ein selektives und deshalb unzulässiges Vertriebssystem, so die Rechtsauffassung des Kartellamts, wenn Hersteller beispielsweise ihre Produkte gar nicht oder nur zu gestaffelten Konditionen über das Internet verkaufen lassen.“ Aber nur durch diese Staffelung, davon sind viele Hersteller überzeugt, können Serviceleistungen wie individuelle Betreuung durch geschulte Mitarbeiter sowie Produktpräsentationen und Testmöglichkeiten dauerhaft aufrechterhalten werden. Die Alternative wäre ein allgemeines „Discountry“ mit lauter Billig-Produkten, deren Preisniveau die notwendige Fachberatung für Freizeit-Sportler künftig gar nicht mehr erlaubt.

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Online-Shops verursachen Geschäftsaufgaben

Düstere Aussichten für stationären Einzelhandel

Online-Shops verursachen Geschäftsaufgaben

Grafik: Supress

sup.- Bis zum Jahr 2020 droht rund 45.000 Ladengeschäften die Schließung. Das sind mehr als zehn Prozent der stationären Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland. Nach Angaben des Instituts für Handelsforschung (IFH Köln), das diese düstere Prognose erstellte, liegt die Hauptursache für das Geschäftssterben im unaufhaltsamen Trend zum Online-Shopping. Laut einer aktuellen IFH-Studie wandert in den nächsten Jahren ein Anteil von bis zu 15 Prozent des Einzelhandelsumsatzes zu den Internet-Plattformen. Nimmt man die Güter des täglichen Bedarfs aus dieser Rechnung heraus, kann der Online-Anteil bis 2020 sogar ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen. Und da es vor allem die Jüngeren sind, die mit Vorliebe online auf Shopping-Tour gehen, ist mit einer Umkehrung dieses Trends auch nicht zu rechnen.

Fatal ist dieser Strukturwandel nicht nur für die örtlichen Händler sowie für die Attraktivität unserer Innenstädte, sondern auch für die Verbraucher. Denn mit der Aufgabe eines Ladenlokals gehen stets auch persönliche Kundenbindungen, Beratungskompetenz und eine Vielzahl direkter Serviceleistungen verloren, die das Internet in dieser Form nicht bieten kann. Das IFH empfiehlt den Geschäftsinhabern deshalb, ganz bewusst auf Standortvorteile in den Innenstädten wie z. B. Gestaltung, Ambiente, Erlebnischarakter und Angebots- bzw. Sortimentsvielfalt zu setzen. Hilfreich wäre auch ein Umdenken beim Bundeskartellamt, das gerade diese Standortvorteile durch seine Entscheidungen immer wieder entwertet. Denn Hersteller, die den Verkauf ihrer Produkte über den stationären Fachhandel bevorzugen und den höheren Aufwand dieser Geschäfte durch eine Preisstaffelung honorieren und erhalten möchten, begehen nach Ansicht des Kartellamtes eine Wettbewerbswidrigkeit.

„Wenn Stadtzentren verkümmern und Arbeitsplätze verloren gehen, ist das ein Grund zu handeln“, kritisiert der Bundestagsabgeordnete Matthias Heider diese behördliche Rechtsauffassung: „Das Vorgehen des Bundeskartellamtes darf nicht dazu führen, nur dem Onlinehandel Tür und Tor zu öffnen. Den Herstellern darf nicht die Entscheidung genommen werden, die Vertriebswege zu bestimmen.“ Der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel warnt in dem Buch „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) vor der Entwicklung der deutschen Handelslandschaft zu einem „Discountry“ mit einer Standard-Verpflichtung auf das niedrigste Preisniveau: „Der durch Präsentationsfläche, Vorführgeräte, Beratungsaufwand und Mitarbeiterschulungen entstehende Kostendruck hat in dieser irrigen Betrachtung von Wettbewerb keine Relevanz.“ Wenn jedoch diese Kosten der Fachhändler in den Vertriebskonditionen der Hersteller nicht mehr berücksichtigt werden dürfen, kann die Schließungswelle nicht gestoppt werden.

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Strukturwandel im Einzelhandel

Keine Chance für Fachgeschäfte?

Strukturwandel im Einzelhandel

Grafik: Supress

sup.- Der Online-Handel boomt: Für 2015 erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) bei den so genannten E-Commerce-Umsätzen mit Endverbrauchern ein Volumen von rund 43,6 Mrd. Euro, ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 waren es lediglich 13,8 Mrd. Euro, die beim Verkauf über das Netz umgesetzt wurden. Die Kehrseite dieses Aufwärtstrends zeigt sich in den Innenstädten: Viele stationäre Fachgeschäfte kämpfen ums Überleben oder haben bereits aufgegeben. In der Umklammerung von Internet-Kaufportalen und überregionalen Filialketten gehen gerade dem mittelständischen Einzelhandel immer mehr Marktanteile verloren. Die schrumpfende Angebotsvielfalt trägt zusätzlich dazu bei, die Kunden vom City-Shopping abzuhalten. Der Attraktivitätsverlust der Innenstädte ist nach einer aktuellen Konjunkturumfrage des HDE bereits für 45 Prozent der Einzelhändler eines der zentralen Themen, die Herausforderung Online-Handel wird sogar von 48 Prozent genannt.

Als wichtigsten Rettungsanker in der Krise sehen viele Fachgeschäfte deshalb genau die Qualitäten, die sie nach wie vor von den Online-Shops unterscheiden. Individuell auf den einzelnen Kunden abgestimmte Warenpräsentationen mit kompetenter Information durch geschulte Fachverkäufer sowie ein echtes Begutachten, Antesten und Anfassen der Produkte – das alles ist vor dem heimischen PC nicht möglich. Auch manche Hersteller unterstützten bisher tatkräftig das Überleben des stationären Handels, indem sie zum Beispiel den höheren Aufwand für Präsentationsfläche, Personal, Mitarbeiterschulungen und Vor-Ort-Service durch Rabatte honorierten. Bei beratungsintensiven Warengruppen legten einige Hersteller sogar Wert darauf, dass ihre Produkte überhaupt nicht per Mausklick, sondern ausschließlich im Fachgeschäft gekauft werden können.

Dieser Hilfestellung wird jetzt vom Bundeskartellamt die wirtschaftliche und rechtliche Grundlage entzogen. Vertriebsbeschränkungen beim Online-Handel seien kartellrechtswidrig, so die Behörde, weil sie den Wettbewerb behindern. Kritiker dieser Behörden-Perspektive sehen allerdings gerade in der Tendenz, auf diese Weise schrittweise die Qualitätsstandards beim Vertrieb auszuhöhlen, eine Bedrohung der Angebotsvielfalt. „Die behördliche Anordnung ist Sterbehilfe für den Fachhandel“, urteilt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel , Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5): „Lokale Fachgeschäfte, die sich durch Kundenorientierung, persönliche Beratung und umfangreiche Service-Leistungen gegenüber den überregionalen Filialketten und Online-Händlern behaupten, sind in ihrer Existenz gefährdet, weil sie gerade diese Stärken nicht mehr zu wirtschaftlichen Bedingungen ausspielen können.“ Die Folgen sind bereits überall dort spürbar, wo Discounter-Filialen alteingesessene Fachhändler für Markenartikel verdrängen. Wenn Hersteller ihre Artikel jetzt auch im Internet unfreiwillig im Umfeld diverser Schnäppchenportale anbieten müssen, dann, so die Befürchtung Brendels, bleibt den Kunden nur noch ein allgemeines „Discountry“ statt abwechslungsreicher Warenlandschaften.

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Kartellamts-Entscheidung gefährdet Premium-Produkte

Eingriff in die Vertriebsgestaltung der Markenhersteller

Kartellamts-Entscheidung gefährdet Premium-Produkte

Foto: Fotolia / kasto

sup.- „Gute Nachrichten für die Verbraucher“, jubelt die Presse nahezu einstimmig. Gemeint ist die aktuelle Entscheidung des Bundeskartellamtes, die Vertriebspolitik von Markenherstellern an entscheidender Stelle zu reglementieren. Einem Laufschuh-Produzenten wurde in einem Pilot-Verfahren auferlegt, bestimmte, bisher bewusst vermiedene Online-Vertriebswege zu nutzen. Der Hersteller hatte seine Vertragshändler nach strengen Qualitätskriterien ausgewählt und mit ihnen stets vereinbart, die hochwertigen Schuhe nicht über beliebige Internet-Plattformen oder Preissuchmaschinen zu vermarkten. Damit folgte man der gängigen Praxis zahlreicher Premium-Hersteller, die im Sinne der Markenpflege großen Wert auf Ausrichtung und Niveau ihrer jeweiligen Vertriebskanäle legen. Ebenso wie zum Beispiel manche Marken ausdrücklich nicht im Rahmen einschlägiger Trash-TV-Formate beworben werden, wird oft auch bei der Wahl der Distributionswege auf ein angemessenes Umfeld geachtet.

Diese Form eines so genannten selektiven Vertriebssystems hat die Kartellbehörde nun rigoros untersagt, weil sie die Beschränkungen als wettbewerbswidrig einstuft. Die Handlungsspielräume bei der Sicherung von Qualitätsstandards, so die Begründung, dürften nicht dazu genutzt werden, „die Angebotsbreite im Internet und die mit ihr verbundenen preissenkenden Tendenzen zu beseitigen“. Die Entscheidung des Bundeskartellamtes bildet den Abschluss eines mehrjährigen Prüfverfahrens, in dem die verschiedenen Positionen von Kartellamt und Herstellern rechtlich bewertet wurden. Allerdings wurde diese Bewertung nicht etwa von einem Gericht oder einer anderen neutralen Institution vorgenommen, sondern – vom Kartellamt selbst. Damit wirft der Fall auch ein Licht auf die nach Ansicht von Kritikern äußerst fragwürdige Rechtskonstruktion dieser Behörde. „Die auf unserer Verfassung beruhende Gewaltenteilung ist ein Prinzip des Rechtsstaats, dem sich das Bundeskartellamt unmerklich entzogen hat“, warnt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel , Autor des Fachbuchs „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5): „Es ist Fahnder, Ankläger und Richter in Personalunion. Und es nimmt zudem für sich in Anspruch, auch noch das Opfer des angeblichen Kartellverstoßes, den Verbraucher, zu repräsentieren.“

Brendel weist vor allem auf ernsthafte Beschädigungen von Marke und Image durch die behördlichen Markteingriffe hin: „Deutschen Herstellern wird es immer schwerer gemacht, über die jeweils passenden Vertriebswege ihrer Produkte selbst zu entscheiden. Sie müssen einem Verkauf im Niedrigpreis-Umfeld zustimmen, selbst wenn sie ihre hochwertigen und beratungsbedürftigen Markenartikel dort gar nicht sehen möchten.“ Und das sind letztlich überhaupt keine guten Nachrichten für die Verbraucher. Denn die vom Bundeskartellamt begrüßten „preissenkenden Tendenzen“ werden nach Einschätzung von Marktbeobachtern auf Dauer zu einem „Discountry“ führen, einer Warenlandschaft, die zwischen austauschbaren Discount-Angeboten kaum noch Platz für kunden- und service-orientierte Markenprodukte lässt. Solche Sortimente haben für die Hersteller nämlich nur so lange eine Chance auf Wirtschaftlichkeit, wie angemessene Vertriebswege sowohl Markencharakter und Unverwechselbarkeit als auch hohe Qualitätsstandards absichern.

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