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Immobilien

Strenger Stiftung entwickelt zweites Heimstark Haus in Stuttgart-Zuffenhausen

Die Strenger Stiftung hat im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen eine Immobilie für das Projekt Heimstark gekauft. Heimstark Häuser dienen als modernes Wohnmodell für obdachlos gewordene Menschen. Das erste Haus mit sechs Appartements wurde im Jahr 2011 unter der Schirmherrschaft des Ludwigsburger Landrats Dr. Rainer Haas in Ludwigsburg-Eglosheim errichtet.

„Jedes erfolgreiche Unternehmen sollte sich auch Gedanken über seine soziale Verantwortung machen“, sagt Senator h. c. Karl Strenger, geschäftsführender Gesellschafter der Strenger Gruppe. „Wir haben uns deshalb vor über 15 Jahren dazu entschlossen eine Stiftung zu gründen, um Spenden und unser Engagement sinnvoll für eine gute Sache zu bündeln und einzusetzen.“ Das zweite Heimstark Haus hat ein Projektvolumen von 600.000 Euro und bietet sieben Apartments für wohnungslose Menschen. Die ersten Mieter ziehen voraussichtlich im Sommer 2018 ein. Derzeit laufen die Renovierungsarbeiten.

Das Heimstark Haus wird in Kooperation mit dem Caritasverband Stuttgart betrieben. „Angesichts des extrem angespannten Wohnungsmarktes in der Region Stuttgart ist es für obdachlos gewordene Menschen schlichtweg unmöglich wieder in die eigenen vier Wände zu finden“, sagt Manfred Blocher, der als Bereichsleiter Armut, Wohnungsnot und Schulden für den Caritasverband Stuttgart tätig ist. „Eine Adresse ist aber die Grundvoraussetzung für den Wiedereinstieg in ein selbstbestimmtes Leben.“ Die Möglichkeit, Projekte wie Heimstark umzusetzen, gäbe es für den Verband leider selten, führt Blocher fort. „Die Unterstützung durch einen Investor mit sozialem Engagement ist für uns deshalb wie ein Sechser im Lotto.“

Weitere Informationen zur Strenger Stiftung: www.heimstark-strenger.de

Als innovativer Marktführer im Südwesten kann das Familienunternehmen STRENGER auf eine erfolgreiche Firmengeschichte von über 30 Jahren zurückblicken. Die STRENGER Gruppe hat zwei Kernmarken: STRENGER Bauen und Wohnen steht für exklusive Eigentumswohnungen und durchdachte Siedlungskonzepte. In den Regionen Stuttgart, München und Frankfurt realisiert BAUSTOLZ seit über zehn Jahren clever geplante Reihenhäuser und Wohnungen mit einem Festpreis bis zu 20 Prozent unter dem regionalen Marktpreis. Umfassende Service-, Gebäudemanagement-, Makler- und Renovierungsleistungen komplettieren das Angebot der STRENGER Gruppe. Die STRENGER-Stiftung engagiert sich seit 2001 in den Bereichen Wohnungslosenhilfe, Naturschutz sowie Bildung und Erziehung.

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Kompetenzmanagement – ein Interview mit Schokolade

Kompetenzmanagement - ein Interview mit Schokolade

Kompetenzmanagement – ein Interview mit Schokolade
30 Fragen an Dietmar Gehring, Leiter Personalentwicklung und Projektmanagement, CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer, Speyer

Herr Gehring, vielen Dank für dieses Gespräch. In welchem Bereich ist die CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer (kurz: CBS) tätig?
Die CBS wurde 2014 als gemeinnützige GmbH gegründet und ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft des Caritasverbandes für die Diözese Speyer e.V. Die CBS ist im Sozialbereich tätig und übernimmt mit ihren Einrichtungen gemäß dem Subsidiaritätsprinzip im Auftrag des Staates Aufgaben etwa in der Hilfe für alte Menschen, für Menschen mit Behinderung oder in der Kinder- und Jugendhilfe.
In den Einrichtungen der CBS arbeiten ca. 2.400 Mitarbeiter*innen, davon ca. 80% Mitarbeiterinnen. Die Gründung war für unsere Mitarbeiter*innen ein Novum, da er zu einem bewussteren Umgang mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen führte. oder anders ausgedrückt: Jeder Euro, der in einer Einrichtung ausgegeben wird, muss auch verdient werden.
Welche strategischen Überlegungen steckten dahinter?
Die Gründung war die logische Konsequenz einer zunehmenden strategischen Ausrichtung des gesamten Unternehmens, die 2011 begonnen hatte. Diese Ausrichtung gestaltete sich in Bezug auf unsere Einrichtungen – grob gesprochen – so, dass jede für sich eine strategische Analyse vornahm, also eine Selbstbewertung auf der Basis des EFQM-Modells. Letztlich steckte eine genaue Betrachtung des Umfeldes, also etwa der Zielgruppen, der gesetzlichen Änderungen, der Politik und der Mitbewerber, und der eigenen Einrichtung im Sinne von Stärken und Schwächen. Aus diesen beiden Perspektiven machte jede Einrichtung eine SWOT-Analyse. Diese strategische Analyse wird seitdem in den Einrichtungen regelmäßig vorgenommen.
Wie haben die Einrichtungen das umsetzen können? Eine SWOT-Analyse kann man doch nicht „mal so eben“ durchführen.
Da haben Sie Recht. Jede Einrichtungsleitung war gefordert, ein strategisches Team zu bilden. In einem solchen Team sitzen Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichen Hierarchieebenen, der Einrichtung die dann an diesen strategischen Analysen arbeiten.
Sie können sich vorstellen, dass der Beginn im Jahre 2011 – wie bei vielen Dingen im Leben – nicht so einfach war. Da die Beschäftigung mit der SWOT-Analyse und ihren Erkenntnissen seitdem jedoch stetig und regelmäßig erfolgt, war in der Folge der Reifungsprozess so schnell, dass bereits drei Jahre später die CBS-Gründung vorgenommen werden konnte.
Bedeutet das, dass es der Caritas innerhalb von drei Jahren gelungen war, das betriebswirtschaftliche Bewusstsein in den Einrichtungen ausreichend zu stärken?
Ja. Und das heißt zudem, dass nicht nur in jeder Einrichtung dieses Bewusstsein vorhanden war und ist, sondern dass wir auch als Caritas – und damit alle Einrichtungen zusammen – eine gemeinsame Ausrichtung fahren. Was bedeutet das konkret? Die Caritas bzw. der CBS bildet ein gemeinsames Dach – quasi als Klammer – unter der jede Einrichtung Spielräume in Bezug auf ihre strategische Ausrichtung und Ziele hat. Auf diese Weise gewährleisten wir Stabilität und Flexibilität.
Aber ein solches Team zu bilden ist doch nicht so einfach. Nicht jeder kann strategisch denken und/oder hat auch Lust dazu. Es sind doch entsprechende Kompetenzen erforderlich.
Ja, das haben Sie gut erkannt. Bei uns spielt der Umgang mit Kompetenz – ich umschreibe es mal mit dem Begriff „Kompetenzmanagement“ – eine wichtige Rolle.
Als sich das Unternehmen 2011 begonnen hat, strategisch aufzustellen, haben wir auf der Leitungskonferenz – das sind der Vorstand und die zweite Führungsebene – begonnen, gemeinsam zu überlegen, was wir unter diesem Begriff verstehen und warum er wichtig für uns ist. Ferner haben wir auf einer Einrichtungsleitertagung- das ist die dritte Führungsebene in unserem Haus – ebenfalls dieses Thema bearbeitet: Was ist Kompetenzmanagement und wieso ist es für jede Einrichtung wichtig. Und das Ergebnis dieser Tagung war nahezu deckungsgleich mit dem, was auf der Leitungskonferenz erarbeitet worden war.
Auf Basis dieses gemeinsamen Verständnisses des Kompetenzmanagements haben wir uns dann überlegt, auf welche Weise Kompetenzen zielorientiert analysiert und weiterentwickelt werden können. So sind wir auf die DNLA-Verfahren gestoßen.
Die DNLA-Verfahren sind ein Potenzialmessverfahren, welche sich u.a. auf soziale und Managementkompetenzen konzentriert. Welche Rolle übernimmt es bei Ihnen innerhalb des Kompetenzmanagements?
Natürlich sollen die DNLA-Verfahren entsprechende Kompetenzen messen. Doch für uns war eine andere Facette mindestens genauso wichtig: Bei uns stellen die DNLA-Verfahren einen guten Baustein dar, um in einen Dialog zu kommen und zu bleiben.
Bedeutet das, dass in Ihrem Unternehmen gerade auch die sozialen und Managementkompetenzen entwickelt werden sollen? Dass also jeder, der an DNLA teilnimmt, auch die Chance erhält, seine persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln?
Ja. Doch das gelingt selbstverständlich nicht automatisch – dazu benötigen Sie Vertrauen, das von den Führungskräften kommt. Für uns bedeutete das, dass zunächst alle Mitglieder der Leitungskonferenz ein DNLA-Verfahren absolviert haben. Alle 14 Mitglieder waren ob der Ergebnisse positiv erstaunt. Aber nicht nur das: Gerade auch die Auswertungsgespräche verliefen richtig gut und waren aus heutiger Sicht fundierte individuelle Entwicklungsgespräche. Insofern bestand schnell ein breiter Konsens dahingehend, dass wir das auch unseren Einrichtungsleitern anbieten wollten. Ich sage bewusst „anbieten“, da jeder Einrichtungsleiter für sich entscheiden konnte, einen solchen Test durchzuführen.
Sie sagten eben, dass es sich um „richtig gute Gespräche“ gehandelt hätte. Was war an ihnen denn so gut?
Die Ergebnisse zeigen klar auf, wo meine Stärken und wo meine Entwicklungsthemen liegen. Wo bin ich gut aufgestellt und wo habe ich Luft nach oben? Das finde ich persönlich auch das Schöne an dem Verfahren und an den Feedback-Gesprächen, dass nicht nur über die Entwicklungsthemen gesprochen wird, sondern auch über die eigenen Stärken, die erkennbar sind. So nach dem Motto: Was kann ich zum einen tun, um die Stärken zu erhalten und zu stabilisieren? An welcher Stelle helfen mir meine Stärken im Führungsalltag ganz konkret? Und was kann ich für mich auf den Weg bringen, um an den Entwicklungsthemen zu arbeiten? Das ist das Gute an dem Test und dem anschließenden Auswertungsgespräch. Und das haben alle Teilnehmenden bisher so erlebt.
Das klingt zwar schön, doch komme ich damit doch auch in eine Kontrolle rein, um zu prüfen, ob sich Veränderungen einstellen. Da kann ich mir vorstellen, dass nicht jeder gerne mitmachen möchte.
Bis heute ist bei uns die Teilnahme freiwillig. Bevor wir mit der Durchführung der DNLA-Verfahren auf der Einrichtungsleiterebene begannen, haben wir eine genaue Prozessbeschreibung dokumentiert und beschlossen, um die Rollen der jeweiligen Akteure detailliert und transparent darzulegen. Da sind natürlich auch die sensiblen Schnittstellen berücksichtigt worden, etwa die Frage, welche Informationen an den unmittelbaren Vorgesetzten geht oder welche Aufgaben der Personalentwickler übernimmt. So ist zudem festgelegt, dass im Rahmen eines Auswertungsgespräches die jeweilige Person auf die vorhandenen Stärken schaut und drei von ihnen priorisiert, um diese bewusster im Führungsalltag einzusetzen, und ge-nauso auf ein bis drei Entwicklungsthemen fokussiert, um an ihnen zu arbeiten. Dies wird in einem Kurzprotokoll festgehalten, das auch an den Vorgesetzten geht.
Sehen Sie, im ersten Durchlauf 2013 haben sich nur vier Einrichtungsleiter von insgesamt 33 gegen die Teilnahme entschieden, im zweiten Durchlauf waren es noch zwei und im dritten Durchlauf, den wir 2016 hatten, haben alle teilgenommen. Das war schon eine tolle Erfahrung und eine gute Rückmeldung an den Bereich Personalentwicklung, die ich als Schritt in die richtige Richtung ansehe.
Bedeutet das auch, dass ich mich als Führungsperson in Ihrem Unternehmen entwickeln darf? Oder anders gefragt: Was passiert, wenn eine Person ganz viele Schwächen aufweist? Hat der nicht Sanktionen zu befürchten?
Sie sprechen ein ganz wichtiges Thema an! Es ist meine Überzeugung, dass ein solches Verfahren im Speziellen und auch das Kompetenzmanagement im Allgemeinen an sich nur funktionieren kann, wenn die Basis von Vertrauen geprägt ist. Und dahinter steckt auch ein positives Menschenbild, nämlich jenes, dass sich jeder Mensch entwickeln darf und soll – weil er es möchte. Für einen Arbeitgeber bedeutet das, dass er dem Arbeitnehmer einen Vertrauens-vorschuss zu geben hat. Denn der Arbeitgeber kennt ja in aller Regel nicht die persönlichen Hintergründe, die zu einem Testergebnis führen. Wenn er jedoch darauf vertraut, dass sich der jeweilige Mitarbeiter entwickeln möchte, und dieser sich auch entwickeln kann, dann führt das dazu, dass dieser Mitarbeiter sich für sein Unternehmen engagiert – und etwa jene Kompetenzen entwickelt, die erforderlich sind, um in einem strategischen Team mitzuarbeiten.
Es geht also aus Arbeitsgebersicht nicht darum, sich von sogenannten schwachen Mitarbeitern zu trennen oder sie herabzustufen, sondern es geht um eine zielgerichtete Unterstützung der jeweiligen Person, um mehr Führungsstabilität zu erreichen. Wenn ein solches Potenzialmessverfahren anders genutzt wird, denke ich, dass es unter Umständen mehr Schaden anrichtet als Nutzen zu stiften.
Und wie wird bei Ihnen der Entwicklungsprozess begleitet?
Da es sich um eine persönliche, also individuelle Entwicklung handelt, können wir an dieser Stelle nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgehen, Insofern haben wir uns schwerpunktmäßig für die Form des Einzelcoachings entschieden und arbeiten mit drei Coaches zusammen, die die DNLA-Verfahren genau kennen.
Ich fasse zusammen: Sie verändern die Strukturen der Caritas, bilden das betriebswirtschaftliche Bewusstsein im Unternehmen immer mehr aus und unterstützen die Führungskräfte der ersten drei Ebenen in ihrer Persönlichkeitsent-wicklung, so dass sie im Alltag auch stabiler und besser führen können. Welche Auswirkungen hat das denn dann auf die Organisation als lebendes System?
Es hat natürlich Auswirkungen auf die Organisation und seine Kultur. Es ist im Bewusstsein aller Führungskräfte angekommen, dass die Themen Unternehmensentwicklung und Personalentwicklung zwei Seiten einer Medaille sind. Wenn ich das Unternehmen in die Zukunft führen möchte, muss es gelingen, dass bestimmte Aspekte von den Mitarbeitern*innen antizipiert werden, etwa das Engagement und das proaktive Denken für das Unternehmen. Das gelingt nur, wenn ich die Mitarbeiter*innen mitnehme, sie unterstütze und weiterbilde, damit beide Seiten entsprechend profitieren. Das eine geht nicht ohne das andere.
Das klingt ganz danach, dass in Ihrem Unternehmen der Vertrauensaspekt sehr wichtig ist.
Ja, das ist so. Ganz klar! Wir versuchen – und ich behaupte, dass uns das immer besser gelingt – eine Vertrauenskultur aufzubauen.
Und wie zeigt sich das in der Kommunikation?
Die Kommunikation in unserem Unternehmen wird immer offener. Ich kenne kein anderes Unternehmen, bei dem ein direkter Vorgesetzter sein DNLA-Profil offen auf den Tisch legt und mit mir bereit ist, darüber zu sprechen. Und damit auch über seine Schwächen.
Mich hat das bei meinem Vorgesetzten übrigens auch nicht verwundert, es war vielmehr sehr stimmig, gerade auch, weil es darum geht, eine solche offene Kultur zu fördern. Solche Impulse müssen immer von der Führungskraft ausgehen.
Aber dann sehen Sie Ihren Vorgesetzten ja plötzlich als Mensch und nicht mehr nur in seiner Rolle als Führungsperson…
Aber gerade wenn ich meinen Vorgesetzten als Mensch erleben kann – mit seinen dokumentierten Stärken und Schwächen – wird doch erst Vertrauen gebildet! Gerade weil er darauf vertraut, dass die Profilinhalte von mir nicht an Dritte weitergegeben werden, kann er sich zeigen. Das ist doch ein Ausdruck von Kollegialität und Menschlichkeit.
Bedeutet das aus Ihrer Sicht, dass mit diesen Maßnahmen eine Vertrauenskultur zwischen den ersten beiden Führungsebenen entwickelt wurde und dass sich durch diese Kultur das tägliche Miteinander veränderte? Hatte das in der Folge dann auch eine positiv-ausstrahlende Wirkung auf die dritte Ebene?
Absolut.
Und bedeutet das dann ferner, dass sich die Führungskultur ändert? Dahingehend, dass ich mich als Führungsperson auch als Mensch zeigen darf und soll? Dass ich mich auf meiner hierarchischen Ebene mit Kollegen*innen austauschen darf und möchte, gerade auch über solche Aspekte, die in meiner Einrichtung gerade nicht so gut laufen?
Sie stellen gleich mehrere interessante Frage. Und Sie gehen mit diesen Fragen in die richtige Richtung. Aus meiner Sicht hat sich unsere Führungskultur grundlegend geändert – hin zu einem offeneren Austausch, gerade auch, um konstruktive Impulse von meinen Kollegen*innen zu erhalten, wenn ich Probleme habe in meinem Bereich. Und darin sehe ich auch die große Chance, die in den DNLA-Verfahren liegt: Dass man an schwierige Themen relativ schnell rankommt und sie besprechbar machen kann – sowohl in Bezug auf die einzelne Person als auch in Bezug auf das Unternehmen.
Hat DNLA als Personalentwicklungsinstrument also Auswirkungen auf die Organisationsentwicklung?
Ja, und das ist eigentlich eine logische Folge. Wenn ich etwa den Umgang mit Konflikten teste und an dieser Stelle einen persönlichen Entwicklungsprozess anstoße, wird die Führungsperson in der Folge anders mit diesem Thema umgehen. Sie wird stabiler in Konfliktsituationen werden und latente Konflikte aktiv ansprechen können. Das wirkt sich auf das Miteinander im Team aus und somit letztlich auf die Unternehmenskultur.
Ihre Ausführungen hören sich so an, als ob es ein bewusster Schritt war, die Entwicklung top-down anzustoßen.
So war es auch. Der Schritt war bewusst so gewählt, um in eine Vorbildfunktion zu gehen. Eine Veränderung der Unternehmenskultur im Allgemeinen und ein solches Potenzialverfahren im Speziellen bedeuten ja auch eine Zumutung für die Akteure. Für eine solche Entwicklung von Organisation und Individuum bedarf er also immer wieder der Ermutigung.
Wie beschreiben Sie denn die aktuelle Führungskultur in Ihrem Unternehmen?
Deutlich offener und transparenter als es noch vor 5-6 Jahren der Fall war.
Das hat auch mit unserem Geschäftsführer zu tun, der sehr offen die Themen in unserem Unternehmen anspricht und sich mit einem offenen Visier den Dingen stellt. Das möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen: Bei uns gibt es seit über drei Jahren das „Forum“. Das ist ein Treffen der Einrichtungsleiter mit unserem Geschäftsführer, das einmal pro Quartal stattfindet und über einen ganzen Tag gehen. Das Besondere an diesem Format sind zwei Aspekte: Zum einen werden die Themen ausschließlich durch die Vertreter der Einrichtungsleiter ca. 2-3 Tage vor dem Forum gesetzt. Diese Themen werden dann im Rahmen des Forums in einem Diskurs mit dem Vorstand bearbeitet. Zum anderen erfährt der Geschäftsführer erst 24 Stunden vor dem Treffen von diesen Themen, so dass er vergleichsweise unvorbereitet in diese Treffen gehen muss. Diese offene Form des Austausches hat mittlerweile eine Qualität erreicht, die unglaublich ist. Und Sie können sich vorstellen, dass sie sehr viel zur Entwicklung der Kommunikationskultur beigetragen hat, die konstruktiv, lebendig, offen, engagiert und tabulos geworden ist.
Und was machen die Forumsteilnehmer dann mit den Ergebnissen?
Auch das ist sehr interessant zu beobachten: Die Teilnehmer sind bereit, Arbeitspakete mit nach Hause zu nehmen und zu bearbeiten. Sie sind verantwortungsvoller gegenüber der Organisation geworden. Bis hin zur Verbesserung unseres Controllingsystems, das von den Einrichtungsleitern eingefordert wird. Aus meiner Sicht zeigt das deutlich, wie sehr die entwi-ckelte Vertrauenskultur Gestalt angenommen und sich zu einer offenen Fehlerkultur in unserem Unternehmen entwickelt.
Das klingt ganz danach, dass es ausdrücklich erwünscht ist, mich als Mensch in das Unternehmen einzubringen.
Absolut! Das drückt sich auch in unserem Leitbild aus, in dem es letztlich um Sinnorientierung geht, ausgedrückt mit den Begriffen „Menschlichkeit“, „Fachlichkeit“ und „Wirtschaftlichkeit“. Denn bei allem Mensch-Sein darf nicht vergessen werden, dass es um die Erbringung von Leistungen geht, die das Unternehmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten umsetzen möchte. Und das kann wiederum ohne das Individuum, also seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht existieren.
Sie können es auch so formulieren: Es ist das Ziel sinnorientiert zu denken – sowohl für das Unternehmen als auch für den einzelnen. Das gehört zusammen.
Aus Ihrer Erfahrung lohnt es sich aus Unternehmenssicht also, eine Kultur zu etablieren, die Mensch-orientiert ist. Und das aus dem Grund, da das Individuum dann auch bereit ist, viel von sich einzubringen und zu leisten. Und dieses „Mehr“ an Leistung übersteigen aus Unternehmenssicht die Mehrkosten in Form von Löhnen, Boni etc. Ist das zutreffend?
Ja, diese These würde ich so unterschreiben. Allerdings ist es nicht so, dass bei uns eine Basisdemokratie herrschen würde. Darum geht es auch nicht, sondern um eine Beteiligungskultur, in die sich jeder als Mensch über effiziente Formen einbringen darf und soll. Und das wird inzwischen auf vielfältige Weise gemacht.
Anders formuliert: Während früher das Bewusstsein vorherrschte, dass es die Kirche immer geben wird, ist unsere Kultur heute davon geprägt, ein kirchliches Unternehmen zu sein, in das ich mich einbringen kann. Change- und Veränderungsmanagement ist in den letzten Jahren zum Alltag geworden.
Das klingt nach einer lernenden Organisation.
Ja. Das wollen wir, genau dort sind wir auf dem Weg.
Nun noch einige Fragen zu Ihnen als Privatperson mit der Bitte, spontan zu ant-worten. Ich nenne Ihnen nachfolgend drei Begriffspaare, die Pole zueinander dar-stellen. Welche Bedeutung haben diese Pole für Ihr Leben? Sie können jeweils 100% verteilen:
Planung 60%, Spontaneität 40%, Rationalität 50%, Intuition 50%, Sicherheit 40%, Mut 60%.
Erlauben Sie mir eine Anmerkung: Gerade bei zweifelhaften Entscheidungen kann ich junge Leute nur dazu ermutigen, auf ihre Intuition zu hören.
Wenn Sie zur Ruhe kommen möchten – wie sieht Ihr Ruheraum aus und wo befin-det er sich?
Der Ruheraum befindet sich in der Natur. Das kann allein per Rad sein, am liebsten jedoch zusammen mit meiner Frau.
Wenn Sie in Ihrem Leben etwas verändern könnten und die Garantie hätten, da-mit Erfolg zu haben – was würden Sie dann anders machen?
Ich möchte zur Zeit nichts ändern – höchstens das eine oder andere intensiviere, etwa spontane Reisen mit meiner Frau oder Erlebnisse mit meiner Familie.
Welche Geschichte über sich möchten Sie in 20 Jahren Ihren Enkeln erzählen können?
Ich möchte meinen Enkeln gerne zum einen aus meiner glücklichen Kindheit erzählen. Und zum anderen, wie wichtig es ist, in einer Ehe gemeinsam Dinge auf den Weg zu bringen und über die Freude, es dann auch geschafft zu haben. Und zum Dritten, dass es im Leben so etwas wie Fügung gibt.
Welche Farbe hat für Sie persönlich das aktuelle Jahr?
Das aktuelle Jahr hat die Farbe Rot. Ich bin noch voller Energie und habe noch einige Projekte, die ich zu einem guten Abschluss bringen möchte.
Und ich füge gerne noch an, dass das kommende Jahre die Farbe Grün.
Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie fanden Sie die Schokolade?
Verkostet wurde eine Schokolade von Dr. A.: Herbe Vollmilch mit Kokos und salzigem Karamelcrunch.Wert 9
Herr Gehring, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Prof.Dr. Bernd Ahrendt. Kontakt: www.berndahrendt.de

Die BBZGmbH / DNLA GmbH fertigt Analysen in Unternehmen, Institutionen, Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen an. Es vertreibt und fertigt Gutachten zur Feststellung von Sozial- und Managementkompetenzen. Gleiches gilt für Team und personalwirtschaftliche Auswertungen. Es führt Beratung und Coaching in personellen Angelegenheiten durch und übernimmt die Organisation und Durchführung von Personalauswahl- und Entwicklungsverfahren für Unternehmen branchenübergreifend.

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SEHNSUCHT NACH AFRIKA IM IBIS KÖLN FRECHEN – Förderprojekt #ibis4isa unterstützt eine Freiwillige aus dem Rhein-Erft-Kreis in Tansania

Afrika ruft und sie startet in Kürze zu einem wirklich großen Abenteuer: Die Abiturientin Isabella Schrader geht als Freiwillige nach Tansania, um im Tosamaganga Orphanage and Childrens‘ Home zu arbeiten. Zur Unterstützung dieses sozialen Engagements

SEHNSUCHT NACH AFRIKA IM IBIS KÖLN FRECHEN - Förderprojekt #ibis4isa unterstützt eine Freiwillige aus dem Rhein-Erft-Kreis in Tansania

Claudia Wingens

Afrika ruft und sie startet in Kürze zu einem wirklich großen Abenteuer: Die Abiturientin Isabella Schrader geht als Freiwillige nach Tansania, um im Tosamaganga Orphanage and Childrens‘ Home zu arbeiten. Zur Unterstützung dieses sozialen Engagements gründete das ibis Köln Frechen nun das Förderprojekt #ibis4isa.

Zehn Monate wird Isabella Schrader als Freiwillige von der Caritas in den Distrikt Iringa ins ostafrikanische Tansania geschickt. Dort wird sie rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Dodoma im Tosamaganga Orphanage and Childrens‘ Home tätig sein. Zu der Einsatzstelle gehören ein Waisen- und Kinderheim, eine Schneiderschule sowie ein Kindergarten und eine Vorschule. Darüber hinaus befinden sich eine kleine Öl- und Maismühle und ein Bauernhof mit Nutztieren auf dem Gelände. Meist unterrichten die Freiwilligen im Kindergarten oder in der Schneiderschule und betreuen die Kinder im Heim. „Die Aufgaben sind wohl breit gefächert“, hat Isabella Schrader erfahren. „So dürfen wir die Kinder füttern und ins Bett bringen, aber wir werden auch Wäsche waschen, putzen und auf dem Feld arbeiten – einfach überall mit anpacken, wo wir gebraucht werden.“

Das gesamte Vorhaben ist nur durch die Förderung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ möglich, einem Gemeinschaftswerk des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Zivilgesellschaft. Die Freiwilligen sind dazu angehalten, einen Teil der Kosten für Unterbringung und Verpflegung über Spenden zu finanzieren und somit persönlich auf die Notwendigkeit von Entwicklungshilfe aufmerksam zu machen. Diese Förderung ermöglicht es diesen jungen Erwachsenen, sich direkt vor Ort in der Entwicklungshilfe zu engagieren.

„Da wir von so viel sozialem Engagement total begeistert sind, sehen wir uns geradezu in der Pflicht, Isabella bei dieser großen Herausforderung zu unterstützen“, betont Hoteldirektor Andreas Breitkopf. Daher möchte das Team vom ibis Köln Frechen auf dem diesjährigen Frechener Martinsmarkt am 4./5. November 2017 eine große Tombola mit zahlreichen attraktiven Preisen veranstalten. Ob ein Wochenend-Gutschein im Pullman Aachen Quellenhof, eine Übernachtung im Mercure Parkhotel Krefelder Hof, Cocktails in der angesagten Bar LAB12 im Pullman Cologne oder Gutscheine für das Agrippabad im Herzen Kölns – viele Unterstützer haben sich für die gute Sache zusammengefunden. „Mich überwältigt die Begeisterung für mein Projekt und ich werde alle an meinen Erlebnissen teilhaben lassen“, verspricht Isabella Schrader. So nimmt sie ein eigens für sie kreiertes ibis-Kissen und ein rotes Halstuch mit auf die Reise und wird auf der Facebook-Seite ibis Köln Frechen regelmäßig unter dem Hashtag #ibis4isa über ihre Arbeit und ihr Leben in Tansania berichten.

ibis Köln Frechen

Das ibis Köln Frechen verfügt über 79 Zimmer mit viel Wohlfühlkomfort, davon zwei für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Alle Zimmer sind klimatisiert und verfügen über die innovativen Sweet Bed™ by ibis Betten für entspannten Schlaf, einen Schreibtisch, gratis WLAN und TV, inklusive vielfältiger Sky Sender. Das ibis Köln Frechen liegt direkt an der westlichen Kölner Stadtgrenze im Europark Frechen, nur circa acht Kilometer von der Kölner City entfernt. Dank der verkehrsgünstigen Lage am Autobahnkreuz Köln-West erreichen die Gäste das beliebte Hotel bequem mit dem Auto und kommen schnell zu vielen Zielen in Köln. So ist das RheinEnergie Stadion nur 1,75 Kilometer entfernt. Die Fahrzeuge der Gäste parken gratis auf dem Hotel-Parkplatz

Weitere Informationen unter www.ibis.com

ibis, die Economy-Marke von AccorHotels, verspricht Modernität, Komfort und Service zum Bestpreis.

Innovativer Wandel ist ein Kern der Marke, die damit ihre gelebten Werte Modernität, Komfort und Verfügbarkeit immer wieder neu demonstriert. So hat ibis ein revolutionäres Bettenkonzept namens Sweet Bed™ by ibis entwickelt, die Empfangsbereiche offener und einladender gestaltet und mit ibis kitchen ein modernes Food & Beverage Konzept ins Leben gerufen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Service-Engagement der Mitarbeiter. Die Hotelmarke genießt weltweit hohes Ansehen für die Werte Qualität und Zuverlässigkeit sowie für das Umwelt-Engagement. ibis wurde 1974 gegründet, ist europäischer Marktführer und viertgrößte Economy-Hotelkette weltweit und betreibt mittlerweile über 1.080 Hotels mit mehr als 138.741 Zimmern in 65 Ländern.

Als führende Reise- und Lifestylegruppe bietet AccorHotels weltweit einzigartige Erlebnisse in mehr als 4.100 Hotels, Resorts und Residences sowie über 3.000 exklusiven Privatwohnungen.

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Familienlastenausgleich muss grundlegend reformiert werden

Bundestagswahl: Caritas erwartet von der neuen Regierung eine Politik, die Familien stärkt

Stuttgart/ Freiburg, 20. September 2017 – In Baden-Württemberg ist das Risiko stark angestiegen, arm zu sein. Obwohl die Konjunktur boomt, sind im Südwesten rund 325.000 Kinder von Armut betroffen. Im Vorfeld der Bundestagswahl weist die Caritas Baden-Württemberg erneut darauf hin, dass es Kindern quasi in die Wiege gelegt wird, mit welchen Chancen sie durchs Leben gehen. „Der familiäre Hintergrund entscheidet maßgeblich über die Lebenschancen eines Kindes“, so die Caritasvorstände Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). „Kinder, die in einer armen Familie aufwachsen, können an ihrer Lebenssituation selbst nichts ändern. Hier sind der Staat, die Gesellschaft und die Politik gefragt.“
Angesichts der zunehmenden Anzahl von Alleinerziehenden und armen Familien und deren erhöhtem Armutsrisiko auch für ihre Kinder fordert die Caritas im Südwesten, den Familienlastenausgleich grundlegend zu reformieren. Staatliche Leistungen wie Kindergeld, Kinderfreibeträge oder steuerliche Entlastungen sollen nicht mehr einzeln gerechnet werden. Vielmehr setzt die Caritas darauf, alle kinderbezogenen Leistungen in einer Kindergrundsicherung zu bündeln. Diese Grundsicherung muss sich tatsächlich an dem orientieren, was ein Kind zum Leben braucht und ist damit gestaffelt je nach Einkommen der Eltern „Dieser Schritt ist grundlegend, um Kinder- und Familienarmut durch eine wirksame Prävention zu bekämpfen“, so Schneider und Holuscha-Uhlenbrock.
„Armut bedeutet in Deutschland nicht unbedingt zu hungern. Wer arm ist, kann vielmehr nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Hobbies und Urlaub sind Luxus“, so die Caritasvorstände. „Arm zu sein ist in Baden-Württemberg schon früh mit Sorgen in der Schule und Zukunftsängsten verknüpft. Der berufliche Erfolg zieht dann an denen, die heute Kinder und Jugendliche sind, vorbei.“ Kinder-, Familien-, Erwerbs- und Altersarmut sind daher eng miteinander verknüpft, so die Caritas. Altersarmut entsteht im Lebenslauf. Sie ist das Ergebnis von eingeschränkten Chancen auf Bildung. Denn aus Sicht des katholischen Wohlfahrtverbands ist Bildungsbeteiligung die beste Armutsprävention. Haben Kinder bessere Startbedingungen ins Leben, kann der Kreislauf, in dem Armut vererbt wird, durchbrochen werden.
Gerade die Bildungschancen seien in Deutschland immer noch wie in keinem EU-Land stark von der sozialen Herkunft und dem Bildungsstand der Eltern abhängig. „Seit mindestens 15 Jahren ist diese Verknüpfung bekannt. Trotzdem verstärkt sich dieser Trend besonders in Baden-Württemberg, und das ist nicht hinnehmbar.“ Der finanzielle Mangel habe für die betroffenen Kinder spürbare und langwierige Folgen: Probleme in der Schule, häufig erfahrenes Scheitern, begrenzte Freizeitgestaltung und eine früh empfundene Stigmatisierung prägen ihren Alltag.
Die Caritas Baden-Württemberg sieht daher drängenden Reformbedarf auch im Bildungs- und Teilhabepaket. „Denn die Leistungen erreichen gerade die von Armut bedrohten oder betroffenen Menschen oft nicht“, kritisieren die Caritasvorstände. In einem ersten Schritt müssten die Mittel aufgestockt werden, damit in einem Bundesland wie Baden-Württemberg mit sehr hohen Lebenshaltungskosten Teilhabe erst möglich wird. „Mittelfristig müssen die vielfältigen administrativen Hürden abgebaut werden, damit die Leistung bei den Menschen ankommt.“ Langfristig müssten der persönliche Schulbedarf und Unterstützungsmaßnahmen, die Teilhabe begleiten, ins Schulsystem übergehen. Eine Bildungsbeteiligung und der schulische Erfolg, unabhängig von der sozialen Herkunft, sieht die Caritas im Land als Kernaufgaben einer verantwortlichen Bildungspolitik.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

Kontakt
Caritas in Baden-Württemberg
Eva-Maria Bolay
Strombergstr. 11
70188 Stuttgart
0711/2633-1288
bolay@caritas-dicvrs.de
http://www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

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Neue Nestschaukel im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville

Den Alltagsstress von der Seele schaukeln.

Neue Nestschaukel im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville

Orte die Heimat schaffen, vermitteln Liebe und Geborgenheit: In den drei Bethanien Kinder- und Jugenddörfern in Schwalmtal und Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen und Eltville in Hessen leben mehr als 400 Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Familien leben können, und finden in familienähnlichen Strukturen ein neues Zuhause.

Im Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Eltville konnten durch den Erlös der Wohlfahrtsmarken neue Spielgeräte angeschafft werden: Eine Nestschaukel lädt nun ein, sich gemeinsam den Alltagsstress, der auf Grund der familiären Geschichte bei den Kinderdorfkindern oft größer ist, von der Seele zu schaukeln. Das „Porto mit Herz“ schafft langfristig Wohlfühlcharakter.

Hintergrund: Wer Wohlfahrtsmarken kauft, der hilft helfen. Denn der Erlös geht in soziale Projekte der Wohlfahrtsverbände, u.a. auch der Caritas.
Frankieren Sie Ihre Briefe mit Wohlfahrtsmarken. Sie engagieren sich so für mehr Menschlichkeit!
Jede Marke zählt.

Weitere Informationen:
Caritas Wohlfahrtsmarken

Deutscher Caritasverband e.V. – Bereich Wohlfahrtsmarken

Kontakt
Agentur Baums e.K.
Jürgen Baums
Gerberstraße 63
47798 Krefeld
021516038403
juergen.baums@agentur-baums.de
http://www.agentur-baums.de

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Caritas: Es geht um eine gute Zukunft der Flüchtlinge

Welttag der Flüchtlinge: Migranten sollen bei Rückkehrberatung Perspektive für ihr Leben entwickeln können

Stuttgart/Freiburg, 19. Juni – „Wir setzen uns dafür ein, dass Flüchtlinge eine Perspektive für ihr Leben haben, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren. Wir wollen sie nicht einfach nur loswerden“, erklären die Caritasvorstände Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). Anlässlich des Welttags der Flüchtlinge kritisieren sie die derzeit auch in Baden-Württemberg gängige Praxis der Politik, mittels einer Rückkehrberatung Migranten möglichst schnell und auch zwingend in ihr Heimatland zurückzuführen. „Auf die Flüchtlinge wird so ein enormer Druck aufgebaut. Vielmehr soll eine Rückkehrberatung die Geflüchteten darin unterstützen, für sich eine realistische Zukunfts-perspektive zu entwickeln“, so die Caritasvorstände.

Die Abschiebezahlen zu erhöhen, ist laut Caritas derzeit erklärtes Ziel von Bund und Ländern. Entsprechend beschränkt sich die Rückkehrberatung durch Ausländerbehörden oft darauf, über die Rückkehrbedingungen zu informieren. Die Beratung dient dann etwa dazu, eine finanzielle Unterstützung für die Ausreise zu beantragen.

Eine ergebnisoffene und unabhängige Rückkehrberatung hat allerdings ein anderes Ziel: So soll die Beratung die Flüchtlinge in die Lage versetzen, eigenverantwortlich über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Sie will den Flüchtlingen die notwendigen Informationen an die Hand geben, damit die jeweilige Person abwägen kann, ob sie noch eine Aufenthaltsperspektive in Deutschland sieht und wie ihre Reintegrationschancen im Herkunftsland sind. Die individuelle Situation der Menschen steht im Mittelpunkt. Dabei hängt die Frage, ob eine Rückkehr möglich, erwünscht oder gar unumgänglich ist, von den Umständen des konkreten Einzelfalls ab. Die bestehenden sozialen Netze einer Person, ihre Möglichkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, die familiäre Situation oder der Gesundheitszustand spielen eine wichtige Rolle.

Die Caritas Baden-Württemberg spricht sich für eine nachhaltige, verantwortbare Beratungsstruktur aus, die es ermöglicht, mit den Flüchtlingen eine für sie tragbare Lösung zu entwickeln. „Nur wenn das Ergebnis der Beratung offen ist, kann auch eine Vertrauensbasis aufgebaut werden. Sie ist Voraussetzung, damit die tatsächlichen Möglichkeiten einer Person ausgelotet werden“, so die Caritasvorstände. Eine Ausreise um jeden Preis zu erzwingen entspreche nicht den menschenrechtlichen Standards der deutschen und europäischen Wertegemeinschaft.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

Kontakt
Caritas in Baden-Württemberg
Eva-Maria Bolay
Strombergstr. 11
70188 Stuttgart
0711/2633-1288
bolay@caritas-dicvrs.de
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Allgemein

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau,Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg schreiben Mittelstandspreis für soziale Verantwortung aus

Stuttgart, 3. Januar 2017 – In Baden-Württemberg ist es schon lange gute Tradition, dass kleinere und mittlere Unternehmen für soziale und gesellschaftliche Belange Verantwortung übernehmen. Um dieses herausragende Engagement zu würdigen, loben das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg zum elften Mal den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung aus. Sie würdigen damit den engagierten Beitrag der Unternehmen im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) und unterstreichen den unverzichtbaren Beitrag des Mittelstands für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft. Land, Caritas und Diakonie verleihen mit dem Preis als Auszeichnung auch die Lea-Trophäe. Sie steht für Leistung, Engagement und Anerkennung. Alle Unternehmen im Land mit maximal 500 Beschäftigten können sich ab sofort für den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung bewerben. Voraussetzung ist, dass sie sich in Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden, sozialen Organisationen, Initiativen, Einrichtungen oder (Sport-) Vereinen in einem Projekt gemeinsam gesellschaftlich engagieren. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. März 2017.
„Sehr viele mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg haben ein großes gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein. Sie setzen sich mit ihren CSR-Projekten für das Wohl der Menschen im Land ein. Diese Unternehmen sind fest in ihren Regionen verankert und aktiver Teil der Zivilgesellschaft Baden-Württembergs. Wir wollen mit dem Lea-Mittelstandspreis möglichst viele Unternehmen im Land motivieren, sich in diesem Bereich zu engagieren“, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau.
„Das Bedürfnis, ein Stück Zuversicht in die Gesellschaft zu tragen, rührt bei den Unternehmern aus Verantwortung und Verbundenheit“, so die beiden Caritasdirektoren Pfarrer Oliver Merkelbach (Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg). Auf konstruktive Weise baue der Mittelstand Brücken – innerhalb der Gesellschaft und auch innerhalb der eigenen Unternehmen. „Jedes Engagement ist ein Puzzlestück, das für eine funktionierende Welt und zu einem menschlichen Umfeld im Südwesten beiträgt.“
„Diakonie und Caritas sind Anwalt der Menschen, die Hilfe benötigen. Ein Weg aus der Not wird oft nur gefunden, wenn alle zusammen wirken. Deshalb freuen wir uns über das Engagement der Mittelständler und wollen die vielfältigen Kooperationen mit sozialen Organisationen fördern und bekannter machen“, erklären die beiden Vorstandsvorsitzenden der Diakonischen Werke Oberkirchenrat Dieter Kaufmann (Württemberg) und Oberkirchenrat Urs Keller (Baden).
Caritas, Diakonie und Ministerium wollen sich mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung dafür bei den Unternehmen im Land bedanken. Mit der öffentlichen Anerkennung dieser Leistungen sollen zugleich andere Unternehmen motiviert werden, ihr bisheriges soziales Engagement fortzusetzen.
Zusammen mit den Landesbischöfen Dr. h. c. Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche Württemberg), Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Evangelische Landeskirche Baden) sowie den Bischöfen Dr. Gebhard Fürst (Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg) hat die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Nicole Hoffmeister-Kraut, die Schirmherrschaft für den bundesweit teilnehmerstärksten Wettbewerb im Bereich Corporate-Social-Responsibility von kleinen und mittleren Unternehmen übernommen. Die Bischöfe sind sich einig, dass dieser Preis Mut und Freude zum Mitwirken macht: „Nicht nur den Unterstützten ist geholfen. Auch die Unternehmen leben Werte, die Sinn stiften und Menschlichkeit fördern. Sie tragen ihren Teil dazu bei, damit für gesellschaftliche Probleme Lösungen entstehen können. Wir ermutigen jeden Mittelständler, sich zu engagieren und dadurch Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen.“

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Eine Bewerbung ist online möglich unter www.lea-bw.de Eine Jury mit anerkannten Vertretern aus der Fach-, Wirtschafts- und Medienwelt entscheidet über die Vergabe der Preise, die am 5. Juli 2017 im Rahmen einer feierlichen Festveranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart verliehen werden.

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Politisches Kräftemessen um Abschiebepraxis darf nicht dem Populismus verfallen

Rückführung abgelehnter Asylbewerber: Solidarität und christliche Werte nicht über Bord werfen

Stuttgart/Freiburg, 16. Dezember – In der Debatte um eine schärfere Abschiebepraxis ruft die Caritas in Baden-Württemberg zum Internationalen Tag der Migranten (18.12.) dazu auf, auch bei Fragen zur Rückführung abgelehnter Asylbewerber nicht die Leitplanken christlicher Werte über Bord zu werfen. „Anstatt Populismus zu bedienen und Besitzstände zu verteidigen brauchen wir eine Politik, die auch bei Fragen zur Rückführung abgelehnter Asylbewerber menschlich bleibt“, so die Caritasdirektoren Pfarrer Oliver Merkelbach (Rottenburg-Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg). Von den politischen Akteuren im Land erwartet die Caritas angesichts vermehrter Anfeindungen gegen Geflüchtete, eine Vorbildfunktion einzunehmen. Das politische Kräftemessen dürfe nicht dem Populismus verfallen und zu einer Verrohung der Sprache führen.
Gefragt seien andere landespolitische Weichenstellungen als eine verschärfte Abschiebepraxis zu fordern, die auch vor kranken Menschen nicht Halt macht. Die Caritas im Land sieht dabei ein, dass Menschen, deren Asylverfahren negativ entschieden wurde und aufgrund humanitärer oder zwingend persönlicher Gründe keine Duldung erhalten, rückkehren müssen. „Abschiebung ist immer der letzte Lösungsweg und offenbart die Grenzen einer Flüchtlingspolitik, die wirklich diese Bezeichnung verdient“, so die Caritasdirektoren. „Dabei muss die freiwillige Rückkehr aber immer Vorrang vor einer Abschiebung haben.“
Gerade mit Blick auf Weihnachten sieht die Caritas im Südwesten es als ein Gebot solidarischen Handelns, Menschen nicht sehenden Auges in ein Leben ohne jede Perspektive oder gar in den Tod zu schicken, wie es derzeit mit Abschiebungen nach Afghanistan Praxis ist. Erst Mitte dieser Woche wurden abgelehnte Asylsuchende, die auch in Baden-Württemberg lebten, nach Afghanistan abgeschoben. „Dies ist aus Sicht der Caritas aufgrund der aktuellen Sicherheitslage nicht zu verantworten“, so Appel und Merkelbach. „Afghanistan ist ein Land mit extrem fragiler Sicherheitslage.“ Von Monat zu Monat steige die Zahl der toten und verletzten Zivilisten auf ein neues Rekordhoch.
Der katholische Wohlfahrtsverband sieht es als Aufgabe der Politik, der Kirchen und der Zivilgesellschaft an, die Debatten um Abschiebung und auch Integration der Geflüchteten auf eine Weise zu führen, die die Akzeptanz der Geflüchteten in unserer Gesellschaft fördert.

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Caritas kritisiert geplante Verwaltungsvereinfachung, die in Kitas mehr Kinder pro Gruppe zulässt

„Um Kindern mit Fluchterfahrung gerecht zu werden, brauchen wir kleinere Gruppen“

Stuttgart, 9. Dezember – Das Kultusministerium plant eine Verwaltungsvereinfachung, die mehr Kinder pro Gruppe in Kindertageseinrichtungen zulässt. Durch die Überbelegung soll der größere Bedarf an Betreuungsplätzen aufgefangen werden, der durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien begründet wird. Um Flüchtlingskinder gut zu integrieren, muss aus Sicht der Caritas Rottenburg-Stuttgart die Gruppenstärke aber gesenkt und nicht erhöht werden. In Gruppen mit bis zu 30 Kindern sei „keine pädagogisch hochwertige, multikulturelle und inklusive Arbeit“ mehr machbar, ist Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttgart überzeugt. „Es muss nicht nur in Sprachförderung investiert werden, viele Kinder sind traumatisiert. Dies erfordert auch eine professionelle Antwort.“
Indem das Kultusministerium zur Überbelegung der Gruppen auffordert, entsteht für die Caritas der Eindruck, dass Versäumnisse der Vergangenheit bewältigt werden sollen: „Landesweit fehlen nämlich Plätze im Ü3-Bereich“, so Holuscha-Uhlenbrock. „Der Grund hierfür liegt nicht im Andrang von Flüchtlingskindern. Vielmehr wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Ü3-Plätze in Krippenplätze umfunktioniert.“ Diese Planungsmängel würden jetzt offenkundig.
Für die Caritas Rottenburg-Stuttgart führt die Aufnahme von Kindern mit Fluchterfahrung in einzelnen Kommunen durchaus zu Engpässen. Aber ein landesweites, neues Verwaltungsverfahren sei der falsche Weg. Vielmehr bedürfe es eines Sonderprogramms des Landes für notleidende Kommunen.
Zum Hintergrund:
Das Kultusministerium vereinfacht in Kürze das Verwaltungsverfahren, so dass die Höchstgruppenstärke in Kitas überschritten werden darf. Dies begründet das Ministerium damit, dass in manchen Städten und Gemeinden durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien mehr zusätzliche Betreuungsplätzen in Kitas gebraucht werden. Künftig brauchen die Träger nur per Selbstverpflichtungserklärung bestätigen, dass sie für jede Gruppe, die die Höchstgruppenstärke übersteigt, eine weitere Kraft einstellen. Zusätzlich zur Höchstgruppenstärke können pro Gruppe maximal zwei Kinder mit Fluchterfahrung aufgenommen werden.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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Achtung: aktualisierte PM: Katholische Schwangerenberatung: Anzahl der Beratungen von Migrantinnen steigt

Kooperation der Schwangerenberatung mit anderen Fachdiensten mehr denn je gefragt

Achtung: Aktualisierte Version der um 10 Uhr versandten Pressemitteilung. Es hatte sich eine falsche Zahl eingeschlichen. Wir bitten um Entschuldigung! Bitte verwenden Sie ausschließlich diese Fassung!

Stuttgart, 27. Oktober – Bei der katholischen Schwangerenberatung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart suchen jährlich rund 6600 Frauen Hilfe. Hierbei zeichnet sich ein Trend ab: Unter den ratsuchenden Frauen steigt die Zahl der Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. So stieg der Anteil der Klientinnen, die aus EU-Staaten wie Rumänien, Italien oder Polen kommen, in den letzten drei Jahren von 8,5 Prozent (2012) auf 15,4 Prozent (2015). Der Anteil der Frauen aus osteuropäischen Staaten außerhalb der EU lag in diesem Zeitraum relativ konstant bei 13,5 Prozent. Dagegen nahm die Zahl der schwangeren Frauen aus dem nichteuropäischen Ausland wie Syrien oder Nigeria deutlich zu. Ihr Anteil stieg von 11,8 Prozent (2012) auf 14,9 Prozent (2015). Für die Gespräche müssen die Beraterinnen weiterhin ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz mitbringen und mehr denn je mit anderen Fachdiensten zusammenarbeiten.
Besonders hohen Beratungsbedarf haben Frauen aus EU-Staaten. Sind sie arbeitssuchend, stehen ihnen in den ersten drei Monaten keine Sozialleistungen zu. Doch einer Arbeit nachzugehen ist für sie während der Schwangerschaft wie nach der Geburt des Kindes schwierig. Ihr Einkommen reicht zum Leben kaum aus. Da die Frauen in Deutschland häufig kein familiäres Netz haben, fühlen sie sich oft isoliert, so der Jahresbericht der Katholischen Schwangerenberatung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Besonders schwierig stellt sich die Situation von asylsuchenden schwangeren Frauen dar, die aus den ost- und südeuropäischen Staaten wie zum Beispiel dem Kosovo oder Serbien stammen. Seitdem diese Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden, haben die Frauen mit ihren Kindern keine Perspektive für einen Aufenthalt in Deutschland.
In erster Linie aus Syrien und Nigeria stammen die Frauen, die nach einer Flucht aus dem nichteuropäischen Ausland in der Diözese eine Schwangerenberatung aufsuchen. Sie haben Fragen zur finanziellen Unterstützung zum Beispiel für Babyausstattung oder medizinischen Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt. Auch aufenthaltsrechtliche Fragen und Fragen zur Familienzusammenführung sind Gegenstand der Beratungsgespräche. Die Sorge um zurückgelassene Familienmitglieder ist ständig präsent. Der stabilisierende Rückhalt der Familie oder anderer vertrauter Netzwerke fehlt.
Als großes Problem benennt der Bericht Sprachprobleme bei der Beratung. Beratung immer über Dritte erfordert viel Feingefühl von allen Beteiligten. Nicht jeder, der die Sprache spricht, ist als Sprachmittler geeignet, gerade wenn es um sehr persönliche Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt geht. Wurde der Asylantrag bewilligt, werden fehlende Wohnungen zum Problem Nummer eins. Gerade mit Baby ist ein Verbleib in Gemeinschaftsunterkünften ohne Rückzugsmöglichkeiten sehr belastend.
53 Prozent der Ratsuchenden der Katholischen Schwangerenberatung hatten im Jahr 2015 eine ausländische Staatsangehörigkeit; 2012 waren es 48,1 Prozent. Rund 67 Prozent aller Klientinnen hatten einen Migrationshintergrund (2012: 66,4 Prozent). In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind 55 Beraterinnen und Berater in knapp 35 Vollzeitstellen in 15 Beratungsstellen an 41 Standorten in Trägerschaft des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Sozialdienstes katholischer Frauen in der Katholischen Schwangerschaftsberatung tätig.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart rund 1.800 Einrichtungen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen knapp 30.000 Mitarbeiter/innen und 33.000 Ehrenamtliche tätig sind. An 42 Standorten bieten der Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Beratung für schwangere Frauen an.

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