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Maschinenbau

BTU Bridle Technology: Steel Dynamics modernisiert Schubbeize mit Umlauf-Bridles

Die Schubbeize im Werk Columbus wird die weltweit erste mit drei Umlauf-Bridles.

BTU Bridle Technology: Steel Dynamics modernisiert Schubbeize mit Umlauf-Bridles

Die beiden Umlauf-Bridles bringen beim Streckrichten einen Bandzug von bis zu 1.250 kN auf.

BTU Bridle Technology hat von der SES Engineering LLC den Auftrag über Bau und Lieferung von drei Umlauf-Bridles für die Modernisierung einer Schubbeize bei der Steel Dynamics Flat Roll Group (SDI) erhalten. Die Beizlinie wird die weltweit erste sein, in der das Band ausschließlich von Umlauf-Bridles durch die Anlage gefördert wird. Sie bringen einen so hohen Bandzug auf, dass auch dicke und hochfeste Bänder die Beize gerichtet verlassen. Aufgrund des intensiven Zunderbrechens kann die modernisierte Beize mit deutlich höherer Geschwindigkeit betrieben werden als bisher.

Bei der Modernisierung der Schubbeize im Werk Columbus/Mississippi, die SES als Generalunternehmer durchführt, legt SDI großen Wert darauf, dass ein möglichst hoher Bandzug aufgebracht wird. Deshalb fiel die Wahl auf die Umlauf-Bridles der neuen Generation 3.0 von BTU, denn aufgrund ihres Konstruktionsprinzips bringen sie erheblich höhere Kräfte als S-Rollen in das Band ein. Gleichzeitig verteilen sie den Bandzug homogen über die Breite des Bandes.

Das erste Umlauf-Bridle unmittelbar hinter der Abhaspel fasst den Kopf der bis zu 13 mm dicken und bis zu 1.880 mm breiten Bänder und fördert es in die von SES gelieferte Richtmaschine. Im Verbund mit dem zweiten, hinter der Richtmaschine angeordneten Umlauf-Bridle bringt es beim Streckrichten einen Bandzug von bis zu 1.250 kN auf. Aufgrund des so erzielten Streckgrades von 0,5 bis 1,0 Prozent bricht der anhaftende Zunder intensiv auf und die Beize kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 m/min gefahren werden.

Da die Umlauf-Bridles das Band durch die Richtmaschine ziehen, benötigt diese keinen eigenen Antrieb. Dies reduziert nicht nur die Investitions- und Wartungskosten; hinzu kommt, dass die Rollen der Richtmaschine nicht durchrutschen.

Das zweite Umlauf-Bridle schiebt das gerichtete Band in die Beiztanks. Das dritte, im Auslauf angeordnete, erfasst den Bandkopf und führt es dem Aufwickelhaspel zu. Dabei baut es den Rückzug des Bandes für das exakte Aufwickeln des Coils auf.

Daniel Cullen, der Senior Sales Manager bei SES Engineering, erläutert seine Entscheidung für die Umlauf-Technologie: „Wichtig ist für uns besonders, dass wir sehr hohen Bandzug ganz gezielt einbringen können. Daneben hat uns auch die Einfachheit des Umlauf-Prinzips überzeugt: Wir bringen an jeder Stelle genau den Bandzug auf, den wir dort benötigen. Dabei brauchen wir weder S-Rollen noch angetriebene Rollen in der Richtmaschine oder ein zusätzliches Bremsgerüst. Und wir senken den Energiebedarf, denn die Bänder werden in den Umlauf-Bridles nicht gebogen.“

Michael Umlauf, der kaufmännische Leiter der BTU Bridle Technology, sieht in der linearen Bewegung des Bandes im Vergleich mit S-Rollen deutliche Vorteile: „Wenn Umlauf-Bridles verwendet werden, erfolgt das Richten mit bis zu 100 Prozent aus der Streckung des Bandes und weniger aus der Biegung.“
Es ist geplant, dass die modernisierte Schubbeize im Januar 2019 wieder in Betrieb geht.

Hintergrund: Das Umlauf-Prinzip

Umlauf-Gerüste bestehen aus zwei umlaufenden, mit einer elastischen Beschichtung versehenen Kettenwagen, die jeweils über und unter dem Band angeordnet sind. Sie fördern das Band linear – ohne Umlenkung – durch die Bandanlage. Sie sind so kompakt, dass sie an nahezu jeder beliebigen Stelle einer Bandanlage installiert werden können.

Da die Kraft flächig aufgebracht wird und es keine Relativbewegungen zwischen den Kettenwagen und der Bandoberfläche gibt, entstehen keine Oberflächenbeschädigungen – auch Bänder mit empfindlicher Oberfläche können bearbeitet werden.

Ein einzelnes Gerüst kann dazu verwendet werden, große Kräfte einzubringen, beispielsweise um das Band durch Besäum- und Spaltscheren oder Richtmaschinen zu ziehen – ein wichtiger Aspekt besonders bei der Verarbeitung dicker Bänder. Ebenso kann es den Bandzug einzelner Anlagenteile von vorangehenden Prozessen entkoppeln oder ihn gar auf Null abbauen. Auf diese Weise kann beispielsweise die Bandplanheit ohne Störeinflüsse gemessen werden, indem ein Umlauf-Gerüst den Bandzug auf „Null“ herabsetzt.

Da sich die Umlauf-Gerüste in der Bandanlage befinden, bauen sie bereits Bandzug auf, bevor der Kopf des Bandes die Aufhaspelgruppe erreicht. So wird die nutzbare Länge jedes Coils deutlich erhöht, an einigen Bandanlagen um bis zu 20 m pro Coil.

Die Gerüste können gezielt um ihre vertikale Achse gedreht werden. So reduzieren sie beispielsweise beim Richten den Säbel oder regeln beim Besäumen den Bandlauf. Beim Querteilen positionieren sie die Bandkante exakt rechtwinklig zur Schere. Das Resultat: rechtwinklig geschnittene Tafeln.

BTU wurde im Jahr 1985 von Norbert Umlauf mit dem Ziel gegründet, den Längszug in Bandanlagen gezielt aufzubringen oder ihn zu reduzieren, gleichzeitig den Bandlauf exakt zu regeln und so Effizienz und Flexibilität bei der Bandherstellung in Kaltwalzwerken, in Bandbehandlungsanlagen und in Stahl-Service-Centern zu erhöhen.

Seitdem werden Umlauf-Gerüste bei führenden Herstellern von Band aus Stahl und NE-Metallen weltweit eingesetzt. Sie bewähren sich in Beizen, Feuerverzinkungsanlagen, Glühlinien sowie in der Adjustage, zum Beispiel in Quer-und Längsteilanlagen. Mehr als 30 Anlagen sind weltweit in Betrieb, einige weitere werden zurzeit installiert.

Seit 2016 sind die beiden Söhne von Norbert Umlauf, Christian und Michael, im Unternehmen tätig, das seinen Firmensitz heute in Hagen hat.

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Allgemein

Koch H&K Industrieanlagen expandiert

Walzwerktechnik aus dem Saarland: Neues Firmengebäude bietet Platz für 130 Mitarbeiter

Koch H&K Industrieanlagen expandiert

Die neue Schienenadjustage in Westsibirien geht in Kürze in Betrieb

Koch H&K Industrieanlagen hat ein neues Firmengebäude in Dillingen/Saar bezogen. Grund für den Bau des Gebäudes war das beträchtliche Wachstum des Unternehmens und die damit verbundene Vergrößerung der Belegschaft. Heiko Maas, der saarländische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Energie hat das Gebäude seiner Bestimmung übergeben.
Nach zwei Jahren im Gebäude in Rehlingen, das Koch H&K erst 2011 bezogen hatte, wurde es wieder eng: Aufgrund des erfreulichen Auftragseingangs und der vielen Projekte in aller Welt ist die Mitarbeiterzahl mittlerweile auf 80 Personen angewachsen und brauchte dringend mehr Platz. Neben einem Bürogebäude mit 3.000 m² Fläche verfügt Koch H&K jetzt auch über eine angrenzende Lager- und Montagehalle, in der Anlagenteile vormontiert und getestet werden können.

Zurzeit arbeitet Koch H&K an mehreren Großaufträgen, so steht zum Beispiel eine Schienenadjustage für mehr als 100 m lange Schienen beim Metallurgischen Kombinat EVRAZ ZSMK in Nowokusnezk/Westsibirien unmittelbar vor der Fertigstellung. Der Auftrag umfasst alle Komponenten vom Auslauf des Walzgerüstes bis zur Verladung der gerichteten und weiterverarbeiteten Schienen. Einen Eindruck vom Auftragsumfang vermittelt die Logistik: Allein für den Transport der bis zu 30 m langen Komponenten mit einem Gesamtgewicht von rund 2.600 t waren 170 Eisenbahnwaggons erforderlich.

Eine Richtmaschine und zwei Sägen für Träger und Sonderprofile in China haben vor wenigen Tagen die umfangreichen Abnahmetests bestanden und produzieren seitdem. Neben den großen Neubauprojekten hat Koch H&K im vergangenen Jahr mehrere Modernisierungen von Maschinen in Walzwerken in aller Welt ausgeführt, so zum Beispiel bei Böhler Edelstahl in Österreich.

Auch in unmittelbarer Nähe des neuen Firmensitzes ist Koch H&K aktiv: In Kürze wird der neue Brammenwender für das Grobblechwalzwerk der Dillinger Hütte, die nur einen Steinwurf entfernt ist, in Betrieb gehen. Die Anlage, die in der Brammenadjustage installiert wird, ist für bis zu 500 mm dicke Brammen oder Vorblöcke mit Längen bis zu 12.500 mm ausgelegt, die ein Gewicht von bis zu 90 t haben. Der Auftragsumfang umfasst Planung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme der gesamten Anlage. Koch H&K liefert aus einer Hand die gesamte Mechanik und Hydraulik sowie das Basic Engineering der elektrischen Ausrüstung.

Wolfgang Gerhard, einer der beiden Geschäftsführenden Gesellschafter, sieht zuversichtlich in die Zukunft: „Unsere Geschäftsidee, individuell an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasste Anlagen zu konstruieren und zu liefern, hat sich offensichtlich bewährt: Wir haben nicht nur diverse Großprojekte erfolgreich abgeschlossen, sondern stehen mit mehreren Stahlherstellern in konkreten Verhandlungen über neue Aufträge. Deshalb haben wir das neue Gebäude auf Zuwachs gebaut, es bietet Platz für 130 Mitarbeiter.“

Zeitgleich mit dem Umzug ist der Firmenname in Koch H&K Industrieanlagen GmbH geändert worden, um die Verbindung zu beiden Unternehmen zu unterstreichen, aus denen Koch H&K hervorgegangen ist.

Über Koch H&K Industrieanlagen GmbH

Die Koch H&K Industrieanlagen GmbH ist 2010 aus einem Management-Buy-out hervorgegangen, in dessen Rahmen die heutigen Gesellschafter den Geschäftsbereich „Walzwerktechnik“ von der dänischen FLSmidth übernommen haben. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in der Koch Transporttechnik GmbH sowie der Hoestemberghe & Klütsch GmbH, die beide vor mehr als 60 Jahren gegründet wurden. So bündelt Koch H&K sechs Jahrzehnte Erfahrung in der Stahlindustrie.

Das Unternehmen entwickelt und produziert vollständige Lösungen für die Walzwerktechnik vom Stranggießen bis zum fertigen Profil oder Blech. Der Schwerpunkt liegt auf individuellen Lösungen für Neubau und Modernisierung einschließlich der Automatisierungs-, Leit- und Netzwerkstechnik sowie aller Nebenanlagen.

Das Produktspektrum umfasst Anlagen für das:

– Walzen: Walzgerüste für das Warmwalzen von Langprodukten wie Profile, Spezialprofile oder Stabstahl
– Transportieren: Rollgänge, Querschlepper, Verladebetten, Kanter und Verschiebeeinrichtungen
– Bearbeiten: Schneiden, Sägen, Trennen, Abkühlen und Richten

Koch H&K plant, konstruiert und fertigt die Anlagen schlüsselfertig, dazu zählen auch Montage und Inbetriebnahme, Benutzerschulung und Service. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 80 Mitarbeiter, viele davon Ingenieure und Techniker für Maschinenbau, Elektrotechnik, Automatisierung und Tiefbau.

Kontakt
Koch H&K Industrieanlagen GmbH
Nicolas Fritzen
Kochstraße 2
66783 Dillingen/Saar
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