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Optimierte Maschinenverfügbarkeit und positive Auswirkung auf die Kosten

Ingenics Projekt zur nachhaltigen Rüstzeitreduzierung bei der Wyrsch AG

(Ulm/Freienstein, Schweiz) – Der Wyrsch AG, einem hochspezialisierten mittelständischen Hersteller und Zulieferer von feinmechanischen Präzisionsteilen und mechanischen Baugruppen ist es gelungen, Rüstzeiten in der Produktion in kürzester Zeit massiv zu reduzieren. In mehreren Workshops des technischen Beratungsunternehmens Ingenics AG wurden Produktions- und Rüstprozesse analysiert, standardisiert und nachhaltig verschlankt. In wenigen Monaten werden die im Zuge des Projekts ausgebildeten internen Rüsttrainer die Prozesse eigenständig weiter optimieren können.

Rüstprozesse sind komplexe Vorgänge: Materialien und Werkzeuge müssen pünktlich, in der richtigen Menge und Qualität bereitstehen. Neben dem Maschinenbediener oder Einrichter sind Qualitätssicherung, Fertigungssteuerung, Werkzeugservice und interne Zulieferer sowie die Logistik involviert. Da nachhaltige Optimierungserfolge die bestmögliche Kooperation aller Instanzen voraussetzen, diese aber in der Regel substanzielle Änderungen befürchten, ist es kaum möglich, interne Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, die von allen Seiten akzeptiert werden. So liegt es nahe, ein spezialisiertes technisches Beratungsunternehmen als neutralen Partner hinzuzuziehen.

Rüstvorgänge bedeuten erst einmal Produktionsstillstand. Gelingt es, den Zeitaufwand für das Rüsten zu reduzieren, nimmt die Produktivität zu. In vielen Fällen ist es möglich, durch strategische Optimierung eine Zeitersparnis von über 50 Prozent zu realisieren. Wo schnelleres Rüsten auch häufigeres Rüsten ermöglicht, führt die Optimierung meist auch zu reduzierten Lagerbeständen und damit zu beträchtlichen Einsparungen bei Logistik- und Kapitalkosten.

Die Wyrsch AG ist für Unternehmen aus aller Welt tätig, die die Herstellung von hoch anspruchsvollen Teilen und Komponenten Spezialisten überlassen. In der Hauptsache arbeitet Wyrsch für Anbieter von Medizintechnik (Instrumente, Endoskopie) und Medizinprodukten (Implantate) sowie Unternehmen aus der Biotechnologie, der Telekommunikation, der Luft- und Raumfahrt, der Verfahrens- und Umwelttechnik sowie der Uhrenindustrie. Rund 70 Prozent der Aufträge entfallen auf den Bereich Medizin und Instrumente. Das Produktspektrum passt sich ständig den Kundenwünschen an und ist insofern von kontinuierlicher Innovation geprägt. Besondere Kompetenzfelder sind die spanabhebende Bearbeitung hochlegierter Stähle unter Einhaltung engster Toleranzen sowie Montageoperationen inklusive spezialisierter Funktionsprüfungen. Das Renommee beruht auch auf der Bereitschaft, ständig Überdurchschnittliches zu leisten und auf die diversifizierte Nachfrage zu reagieren. Dem Management ist klar, dass permanent an der Rationalisierung der Prozesse gearbeitet werden muss, um weiter im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. „Wir wollen unter allen Umständen unsere Konkurrenzfähigkeit und Flexibilität weiterentwickeln, und wir haben den Ehrgeiz, nicht nur gleich teuer zu sein wie unsere internationalen Wettbewerber, sondern preiswerter“, erklärt Geschäftsführer Christoph Meier. Dafür müsse Wyrsch auf allen Ebenen noch effizienter werden.

Mit Stefan Meitinger – Senior Berater und Rüstexperte bei Ingenics – hat Wyrsch den passenden Berater gefunden. Das Vertrauen zu Meitinger, selbst gelernter Werkzeugmacher und Staatlich geprüfter technischer Betriebswirt sei schnell aufgebaut gewesen, nachdem es diesem scheinbar mühelos gelang, die rund 50 Mitarbeiter zu motivieren, sagt Christoph Meier. „Ich sehe, dass ein Motivationsschub durch die Firma geht und ich bin überrascht, dass man den Schalter so schnell umlegen konnte.“ Schnell heißt in diesem Fall: in einem Vierteljahr.

Um von Projektbeginn an alle Beteiligten aller Instanzen „mitzunehmen“, gehört es zu den ersten Aufgaben eines Workshops, zu zeigen, wie attraktiv die Summe der Maßnahmen sein kann – und dass sich bereits mit geringem Aufwand in kürzester Zeit erste signifikante Erfolge erreichen lassen. Lassen sich z. B. durch Paralleloperationen, sicherere Prozesse, optimierte Wege etc. die Rüstzeiten einer Maschine halbieren, so können die Losgrößen, der Logistikaufwand sowie die Lagerkapazitäten deutlich optimiert werden. Eine Reduzierung zwischen 25 und 60 Prozent ist in den meisten Fällen realistisch. Das erfordert zwar eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, größere Investitionen sind aber in aller Regel nicht erforderlich.

Konkret definiert hatte man bei Wyrsch den Handlungsbedarf nicht, ehe sich das Management zum ersten Mal mit Stefan Meitinger zusammensetzte. Aber man war sich des Umstands bewusst, dass es bei den Rüstzeiten ein erhebliches Potenzial gab. Allerdings gab es auch andere Bereiche in der Produktion zu bearbeiten. „Wir haben schnell erkannt, dass wir uns mit dem gesamten Shopfloor beschäftigen müssen,“ sagt Produktionsleiter Michael Bendel.

Dieses Thema wurde umso wichtiger, je mehr es galt, die Nachhaltigkeit der Ergebnisse aus den Rüstworkshops abzusichern, das Thema Führung ins Bewusstsein zu rücken und die Rahmenbedingungen insgesamt zu optimieren. „Im Rahmen des Shopfloor-Managements können wir viele Nebenthemen bearbeiten, z. B. die Kanbaneinführung oder Layout-Themen“, sagt Stefan Meitinger. Michael Bendel setzt vor allem große Erwartungen in den KVP für eine prozesssichere Fertigung.

Bereits im ersten Rüstworkshop wurden 34 Sofortmaßnahmen beschlossen – nicht zuletzt um die Mitarbeiter vom Nutzen des Projekts zu überzeugen und durch schnelle Erfolge weiter zu motivieren. Es begann allerdings auch bereits – nach der Methode „Training-on-the-Job“ – die Ausbildung der internen Rüsttrainer, die später selbst die Leitung der Workshops übernehmen werden.

Heute liegt für jeden Rüstvorgang ein Handbuch vor, das die Mannschaften selbst erarbeitet haben. Für die Geschäftsführung ist inzwischen sicher, dass die Reduzierung der Rüstzeiten auf jeden Fall bei 50 bis 60 Prozent liegen wird. Was zu Beginn als ein klassischer Rüstworkshop gedacht war, hat zusätzliche Perspektiven für ergänzende Optimierungsmaßnahmen eröffnet. Die Ablauforganisation, Themen wie Kanban, Layout-Planung, Arbeitsorganisation etc. gehen über den ersten Ansatz weit hinaus, versprechen aber zusätzliche Effekte für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

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– DSCN7080.JPG – Signifikante Erfolge mit geringem Aufwand (3 MB)
– IMG-20130116-00112.jpg – Workshop bei der Wyrsch AG (0,3 MB)

Über Ingenics
Die Ingenics AG ist ein innovatives, expandierendes Beratungsunternehmen mit den Geschäftsfeldern Fabrik- und Produktionsplanung, Logistikplanung, Effizienzsteigerung Produktion sowie Effizienzsteigerung Office. Zu den Kunden gehört die Elite der deutschen und europäischen Wirtschaft. Über nationale Projekte hinaus ist die Ingenics AG ein gefragter Partner für die Planung und Realisierung weltweiter Produktionsstandorte, beispielsweise in Indien, China, den USA und Osteuropa. Derzeit beschäftigt Ingenics rund 300 Mitarbeiter unterschiedlichster Ausbildungsdisziplinen. Mit hoher Methodenkompetenz und systematischem Wissensmanagement wurden in über 30 Jahren mehr als 3.500 Projekte erfolgreich durchgeführt. Ingenics begleitet seine Kunden durch das komplette Projekt, von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung der Pläne.

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