Gute Luft ist kein Luxus

Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung gehört zur Standard-Haustechnik für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Um Energie und Heizkosten zu sparen, werden Wohnhäuser über gesetzliche Anforderungen mit möglichst luftdichter Gebäudehülle gebaut. Auch bei einer energetischen Sanierung ist eine gute Dämmung von Fassade, Dach und Fenstern Ziel der baulichen Maßnahmen. Dies verbessert zwar die Energiebilanz, sorgt jedoch zwangsläufig dafür, dass nur ein geringer Luftaustausch stattfinden kann. So entsteht schnell eine schlechte Raumluftqualität: das ausgeatmete CO2 der Bewohner, Luftfeuchtigkeit vom Kochen und Waschen sowie Schadstoffe können nicht mehr über Fugen und Ritzen entweichen. Die Folgen sind eine starke CO2-Belastung im Wohnraum sowie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, welche zu gesundheitsschädlichem Bauschimmel führen und den Wert der Immobilie erheblich mindern kann. Selbst zweimaliges Stoßlüften am Tag ist meist unzureichend für den geforderten Mindestluftwechsel und „lüftet“ zudem einen Großteil der eingedämmten Heizwärme wieder zum Fenster hinaus. „Mehr als die Hälfte der Wärmeverluste eines Gebäudes gehen auf das Konto des manuellen Fensterlüftens“, erklärt Lüftungsexpertin Barbara Kaiser vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. „Das ist weder energetisch noch für den Geldbeutel eine sinnvolle Option.“ Um dem vorzubeugen, wird in Deutschland nach der Norm DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept für alle Neubauten sowie im Sanierungsfall, wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht bzw. mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet werden, gefordert. Die energiesparendste und komfortabelste Lösung für den garantierten Luftwechsel sind Wohnungslüftungsanlagen. Die Vorteile dieser Haustechnik sind jedoch kaum bekannt, wie eine Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online ergeben hat. 70 Prozent der insgesamt 500 befragten Eigenheimbesitzer ist eine automatische Lüftung nicht bekannt, 50 Prozent befürchten zu hohe Kosten und 30 Prozent fehlt es an verlässlichen Informationen.

„Eine Wohnraumlüftung ist kein Luxusartikel, sondern eine notwendige Haustechnik, die im Kontext des energieeffizienten Bauens und Sanierens für jeden Bauherrn selbstverständlich sein sollte“, klärt Barbara Kaiser auf. „Energetisch sinnvoll ist nur eine Anlage mit Wärmerückgewinnung.“ Durch regelmäßige oder bedarfsgeführte Luftwechsel wird eine Überfeuchtung der Räume vermieden und die Luftqualität verbessert. Effiziente Lüftungsanlagen übertragen den Großteil der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft und senken damit den Heizwärmebedarf und die Heizkosten. Dabei ist der Stromverbrauch für den Betrieb dieser Geräte minimal.
Letztendlich ist eine Lüftungsanlage ein Gewinn für die Gesundheit und steigert den Wert eines Wohngebäudes. Egal ob Neubau oder Sanierung: Heute gibt es für jeden Bautypus das passende Lüftungssystem. Weiterführende Informationen zur Systemtechnik und den Fördermöglichkeiten gibt es bei der Initiative „Gute Luft“ unter www.wohnungs-lueftung.de

In den Verbänden BDH, FGK und IGDWL haben sich führende Hersteller der Klima- und Lüftungswirtschaft zusammengeschlossen.

Als Vertreter dieser Branchen setzen sich die Verbände vor allem für die Verbesserung der Raumluftqualität und die Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien in der Klimatechnik ein. Auch die Stärkung des Bewusstseins für die Rolle der Luft als Gesundheitsfaktor ist ein Ziel, das die Mitglieder in den Verbänden vereint.

Mehr Informationen liefert die Initiative „Gute Luft“ unter www.wohnungs-lueftung.de

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Bildquelle: Robert Kneschke/Adobe Stock/Initiative „Gute Luft“