Im Wallis schlägt man die Beinkuh

Das “Gilihüsine” ist ein Walliser Nationalspiel mit hohem Spaßfaktor für Zuschauer
Im Wallis schlägt man die Beinkuh

Fragt man einen Walliser, was “Gilihüsine” ist, so antwortet er, dass es sich um “Hornussen” handelt. Das macht nun den Nicht-Schweizer nicht schlauer, denn auch diesen Begriff kennt man außerhalb der Alpenrepublik kaum. Da hilft nur ein Blick ins Lexikon, der darüber aufklärt, dass das Hornussen ein Schweizer Nationalsport ist, ähnlich dem Cricket oder Baseball, und das “Gilihüsine” ist die Walliser Variante dieser sportlichen Vergnügung. Am 15. und 16.9.2012 kann man sich im Dörfchen Bettmeralp davon vergewissern, dass an dem oft gehörten Satz “Die Walliser müssen verrückt sein” doch was dran ist.

Für das “Gilihüsine” braucht es nicht viel: Zwei Mannschaften zu sechs Personen, die mit Schlagstecken bewehrt sind, ein Schlagobjekt namens Beinkuh und Abfangbretter, die Schindeln genannt werden. Eine Mannschaft stellt sich in das Spielfeld, das man im Wallis als “Geriss” bezeichnet, die andere außerhalb desselben. Die außerhalb des Geriss befindliche Schlagpartei beginnt, wobei jeder Spieler einmal die Beinkuh in das Geriss treibt. Fällt die Beinkuh zu Boden ohne dass ein Spieler im Geriss diese mit der Schindel trifft oder wird gar ein Spieler von der Beinkuh getroffen, so hat die Schlagpartei einen Punkt. Fängt ein Spieler die Beinkuh, muss der Schläger abtreten, was auch passiert, wenn der Schläger dreimal ins Leere trifft oder die Beinkuh über das Geriss hinaus schlägt. Haben alle Spieler der Schlagpartei ihren Schlag absolviert, wechseln sie ins Geriss, die Spieler aus dem Feld wechseln nach außerhalb und werden zu Schlägern. Nach den zwei Durchgängen ist das Spiel zu Ende, die Punkte werden zusammengezählt und die Verlierer müssen den Siegern die Getränke spendieren.

Trotz allen sportlichen Ehrgeizes kann man sich vorstellen, dass das “Gilihüsine” eine Riesengaudi ist, an der nicht nur die Spieler sondern auch die Zuseher ihre Freude haben. Wem das nicht genügt, der kann sich im Rahmen der beiden Veranstaltungstage am Bettmersee von versierten Spielern zeigen lassen, wie man die Beinkuh schlägt und die Schindel einsetzt. Große Talente haben die Chance in die Hornussergesellschaft aufgenommen zu werden, die Mitglieder bis nach Südafrika hat. Von Bettmeralp aus lässt sich übrigens die Schönheit der Walliser Bergewelt und auch so manch andere Walliser Eigenheit bestens erkunden. Eine Woche im Herbst kann man in gemütlichen Pensionen mit Frühstück bereits ab 490,- Franken pro Person buchen. Informationen dazu gibt es auf www.bettmeralp.ch und bei Wallis Tourismus, Rue Pré-Fleuri 6, CH-1950 Sion, Tel. +41 (0)27 327 35 70, Fax +41 (0)27 327 35 71, http://www.wallis.ch, info@valais.ch.

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