zum Welttoilettentag am 19. November

Welttoilettentag aus neuer Perspektive

Seit zehn Jahren ist am 19. November Welttoilettentag, ausgerufen von der UNO. Für den Unternehmer Jack Sim aus Singapur, auf dessen Initiative der Aktionstag zurückgeht, ist Zugang zu einem anständigen Klo ein Menschenrecht. Dem haben sich die Vereinten Nationen angeschlossen. Doch wie kann eine angemessene sanitäre Versorgung aussehen, die weltweit umsetzbar ist und den Anforderungen des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt?
Fäkalien mit wertvollem Trinkwasser wegzuspülen, wird mit zunehmender Trockenheit auch hierzulande zum Problem. Zudem verschwinden dadurch Nährstoffe in der Kanalisation, die in der Landwirtschaft dringend gebraucht werden. Der für Kunstdünger benötigte Phosphor steht in der EU inzwischen auf der Liste der kritischen Rohstoffe, und die Produktion von Stickstoffdünger trägt massiv zum Klimawandel bei. Bisher werden diese Zusammenhänge jedoch kaum thematisiert. Was am „stillen Örtchen“ passiert, gilt allgemein als tabu.
Das war nicht immer so. Im alten Rom saßen Händler in Prachtlatrinen nebeneinander und wickelten verschiedene Arten von Geschäften gleichzeitig ab. Erst später wurde der Gang zur Toilette eine private Angelegenheit und alles, was damit verbunden ist, möglichst unsichtbar. Dabei hatten Bauern bis ins 19. Jahrhundert noch für Toiletteninhalte bezahlt.
In einem Buch wird jetzt erzählt, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Unter dem Titel „Holy Shit“ beschreibt Autorin Annette Jensen, wie und warum unser heutiges Sanitärsystem entstanden ist und welche Probleme für Umwelt, Gesundheit und Volkswirtschaft sich daraus ergeben haben. Dazu stellt sie Menschen vor, die an konkreten Lösungen für diese Probleme arbeiten.
So hat das staatliche Institut für Wasser und Abwasser der Schweiz eine Methode entwickelt, durch die Urin in der Toilettenschüssel unmerklich abgeleitet und zu Dünger verarbeitet wird. Das Hauptquartier der Europäischen Weltraumbehörde ESA in Paris soll entsprechend ausgestattet werden, ebenso eine neue Wohnsiedlung in Hannover. Und in Eberswalde macht die Firma Finizio aus menschlichen Fäkalien Kompost, mit dem ausgelaugte Ackerböden verbessert werden.
Das Buch „Holy Shit – Der Wert unserer Hinterlassenschaften“ ist gerade erschienen, im Dezember kommt der gleichnamige Film von Ruben Abruña in die deutschen Kinos. Beide rücken ein Thema in den Fokus, das bisher völlig ausgeblendet wurde.

Der Verlag orange-press ist bekannt für Bücher zu Dokumentarfilmen, die sich dem gegenwärtigen Zustand der Welt und ihrer möglichen Zukunft widmen. Wo ein Film starke Bilder zeigen kann, bietet ein Buch Platz für Hintergrundinformationen. Dabei funktioniert jeder Titel eigenständig, auch ohne den Film.

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